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Hitze als Kryptonit: Sinners gefährlichster Gegner in Paris?

Jannik Sinner wirkt derzeit unaufhaltsam. Fünf Masters-1000-Titel in Serie, 34 Siege am Stück und der historische „Career Golden Masters“. Doch könnte der gefährlichste Gegner des Weltranglistenersten in Paris das Wetter werden?

von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet: 20.05.2026, 19:43 Uhr

Zeitweise zeigte sich Jannik Sinner in Rom erschöpft
© Getty Images
Zeitweise zeigte sich Jannik Sinner in Rom erschöpft

Während die Konkurrenz aktuell kaum Mittel gegen Jannik Sinner findet, sieht Ex-US-Open-Siegerin Tracy Austin zumindest einen möglichen Angriffspunkt: Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit. Ihrer Meinung nach könnten diese Bedingungen bei den French Open entscheidend werden.

Dabei verwies Austin auf mehrere Matches der vergangenen Monate, in denen Sinner körperlich sichtbar zu kämpfen hatte. Beim Halbfinale in Rom gegen Daniil Medvedev etwa wirkte der Italiener trotz Sieg phasenweise erschöpft und musste sich auch medizinisch behandeln lassen (zum Ärger von Medvedev). Dabei waren die Temperaturen in Rom vergleichsweise mild. In Paris könnten deutlich heißere Bedingungen warten.

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Die Warnsignale sind nicht neu

Dass Sinner bei extremer Hitze Probleme bekommen kann, zeigte sich bereits mehrfach. In Shanghai musste er im Vorjahr gegen Tallon Griekspoor sogar aufgeben. Auch bei den Australian Open geriet er gegen Eliot Spizzirri körperlich stark unter Druck und profitierte letztlich von der neuen Hitzeregel.

Gerade weil Sinner inzwischen aber fast fehlerloses Tennis spielt, rückt auch die physische Komponente stärker in den Fokus. 

Sinner dominiert jede Bedingung – fast

Besonders beeindruckend bleibt, wie schnell sich Sinner inzwischen an unterschiedliche Plätze und Bedingungen anpasst. Ob schnelle Hartplätze in Miami, die Höhe von Madrid oder langsamer Sand in Monte Carlo: Der Italiener verändert Rhythmus und Positionierung beinahe beliebig.

Austin sieht darin seine vermutlich größte Entwicklung. Früher sei Sinner vor allem ein aggressiver Grundlinienspieler gewesen, inzwischen kontrolliere er Matches auch strategisch. Dazu komme die mentale Stabilität: Selbst unter hoher Belastung breche sein Level kaum noch ein.

Paris als große Chance

Aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalles von Carlos Alcaraz hat sich das Feld in Roland Garros geöffnet. Sinner jagt sowohl seinen ersten Titel in Paris als auch den Career Grand Slam. Die Zahlen sprechen klar für ihn: knapp 3000 Punkte Vorsprung in der Weltrangliste, fünf Masters-Titel in Serie und Siege auf praktisch jedem Belag.

Die Tour sucht derzeit verzweifelt nach einer Schwachstelle. Vielleicht bleibt am Ende tatsächlich nur der Wetterbericht.

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Mittwoch
20.05.2026, 20:11 Uhr
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