Hordorff zur Davis-Cup-Verschiebung: "Mit Corona-Begründung die Notbremse gezogen"

Am Freitag gab die ITF bekannt, dass der Davis Cup aufgrund der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben werde. Kritiker vermuten jedoch eine bewusste Entscheidung von Geldgeber Kosmos dahinter.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 28.06.2020, 16:02 Uhr

Dirk Hordorff sieht die ITF, die WTA und die ATP in der Pflicht
© Jürgen Hasenkopf
Dirk Hordorff

Gestern hatte bereits die französische Sportzeitung L'Équipe darüber berichtet, dass Kosmos bei der Premierenauflage 2019 rund 50 Millionen Euro verloren habe. Durch eine Absage in diesem Jahr würde man nun 18 Millionen Euro einsparen.

In dieselbe Kerbe schlägt nun DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff. Man habe offenbar schon jetzt im Juni erkannt, dass man im November 2020 in Madrid nicht Tennis spielen könne, so Hordorff ironisch in einem Beitrag auf der Seite tennisredaktion.de. Während die ATP und WTA im September ihr Damen- und Herrenturnier in Madrid austragen wolle. 

"ITF musste gute Miene zum bösen Spiel machen"

Bereits 2016 habe unter anderem der Deutsche Tennis Bund vorausgesagt, "in welchem Desaster das 'Kosmos/Pique-Projekt' für die ITF enden wird", so der DTB-Vize weiter. "Nachdem Kosmos im ersten Jahr 2019 viele Millionen in den Sand gesetzt hat, viele Begegnungen bis auf die Heimmannschaftsspiele der Spanier vor teilweise leeren Rängen stattfanden, hat man hier mit der Corona-Begründung wohl die Notbremse gezogen. Nicht die ITF, sondern Kosmos. Und der ITF blieb wohl nichts anderes übrig, als 'gute Miene zum bösen Spiel' zu machen."

Das koste die ITF nun viele Millionen - die eigentlich dringend für die Entwicklung der Sportart Tennis gebraucht würden. "Je länger die ITF braucht, um zu erkennen, dass dieses Projekt scheitern wird, je größer wird der Schaden am Ende sein."

Hordorffs Fazit: Man habe nur das schnelle Geld machen wollen, entgegen der Ratschläge von Fachleuten. Die ITF müsse sich mit den beteiligten Nationen zusammensetzen und eine neue Strategie erarbeiten.

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28.06.2020, 18:59 Uhr
zuletzt bearbeitet: 28.06.2020, 16:02 Uhr