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HTT Finals 2019 – Moser mit Skandal & finalem Triumph

Mit großer Wehmut auf die bislang letzten durchgeführten HTT Finals im Jahr 2019 und zugleich noch g...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 05.12.2021, 21:18 Uhr

Mit großer Wehmut auf die bislang letzten durchgeführten HTT Finals im Jahr 2019 und zugleich noch größerer Sehnsucht auf eine womöglich doch noch ab 14. Dezember zustande kommende 31. Auflage des HTT Saisonfinales im UTC La Ville, blicken wir heute in der letzten Geschichte unserer zehn Kapitel umfassenden Story über das vergangene Masters-Jahrzehnt auf die 30. Jubiläums-Ausgabe im November 2019 zurück. Ein Bericht von C.L

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Acht Topstars zaubern vier tolle Spieltage auf den “La-Ville-Center”

Schon nach der Auslosung der beiden Finals-Vorrunden-Pools mit den nach den beiden Masters-Helden der Vergangenheit Christian Kainz & Franz Mayrhuber benannten Gruppen, war eines sonnenklar! Just die Jubiläums-Ausgabe Nr. 30 wird sportlich betrachtet im allerhöchsten Finals-Regal der drei Jahrzehnte andauernden Masters-Geschichte anzusiedeln sein. Alleine in der Gruppe Christian Kainz, benannt nach dem 5fachen Rekordsieger dieses Events, tummelten sich vor dem ersten Aufschlag drei Spieler, die während der 2019er-Saison die hochgejazzten HTT-Charts irgendwann einmal als Nummer 1 anführten. Insgesamt hatten die acht Protagonisten des hochkarätig besetzten Saison-Abschlussturniers zusammen 85 Turniersiege in ihren Viten vorzuweisen, und wenig überraschend hatten die ersten Vorrunden-Tage dann auch großes Kino am Centercourt des UTC La Ville zu bieten, wie beispielsweise das Eröffnungsspiel zwischen dem späteren Sieger Nicolas Moser und dem Kärntner HTT Wimbledonfinalisten Rene Gräflinger. Weitere Vorrunden-Highlights waren der Dreisatzsieg von Markus Zellinger, der den Champ von 2016 Vladimir Vukicevic nach 2:4 Rückstand im dritten Satz noch in die Knie zwingen konnte. Grandios in der unparteiischen Betrachtung von Außen war natürlich auch die an Spannung kaum zu überbietende Schlagerpaarung zwischen den beiden HTT-Kitzbühel-Dominatoren Damian Roman und Martin Zehetner. Letztgenannter hatte sich erstmals seit 2015 wieder für die “Finals” qualifiziert, und in seinem achten Duell mit dem rumänischen HTT Branchen-Primus bei 6:3 und 5:4 zwei Matchbälle vor der Brust, ehe er in drei Sätzen eine bittere Niederlage einzustecken hatte.

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Nicolas Moser mit ausgewachsenem Vorrunden-Skandal

Bereits am zweiten Spieltag hatte WAC-Jungstar Nicolas Moser mit einem Erfolg im Highspeed-Duell über Markus Zellinger sein Semifinal-Ticket gelöst, während der zweite Spieltag für den 2fachen HTT Finals-Champion und mit 11:0 Masters-Siegen ungeschlagenen Lukas Prüger mit einer Dreisatz-Niederlage den ersten Ausrutscher des 21jährigen in dessen persönlicher Finals-Historie bereit hielt. Damian Roman hatte derweil sein “Finals-Comeback” mit dem ersten Antreten seit 2016 mit dem Einzug ins Semifinale gekrönt. Das Vorrunde-Aus nach zwei Spieltagen hatte hingegen Serbiens HTT Superstar Vladimir Vukicevic ereilt, der in seinem 25. HTT-Finals-Karriere-Match gegen Kärntens HTT-Export Nr. 1 Rene Gräflinger den Kürzeren zog. Jubelte man seitens der Veranstalter nach zwei Spieltagen über ein grandioses Niveau und superspannende Partien, kam mit dem dritten Vorrundentag der großen Katzenjammer. Ein Vorrunden-Skandal erschütterte die Szene, und das an den Tagen fünf und sechs ohnehin schon stagnierende Level der Single-Matches, gipfelte in einer peinlichen Vorrunden-Farce. Nicolas Moser stand vor seinem letzten Vorrunden-Match gegen den bereits ausgeschiedenen Vladimir Vukicevic bereits als Gruppensieger fest, und dementsprechend lustlos ging der 19jährige damals zur Sache. Nachdem sich Moser mit Alles oder Nichts Tennis und einer im zweiten Satz malträtierten Plane in einen ungewollten dritten Satz gehievt hatte, forderte der WAC-Jungstar zum Erstaunen aller Beteiligten einen Match-Tiebreak statt einem dritten Satz, um rechtzeitig ins Bett zu kommen. Ein Fauxpas der Sonderklasse, der mit dem Skandalbericht des folgenden Tages hohe Wellen in der Szene schlug, und der zudem auch eine Diskussion über den Masters-Modus in der Vorrunde auslöste. Moser war es egal, der Gruppensieg war längst in trockenen Tüchern, das schaurige Schauspiel samt geschwänzter obligater Pressekonferenz scheinbar einkalkuliert.

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2fach-Champion Lukas Prüger scheitert verletzt in der Vorrunde

Bitter war der abschließende Vorrundentag auch für Lukas Prüger, der mit einer Schulterverletzung beim Stand von 0:6, 0:2 gegen Martin Zehetner aufgeben, und seine Titelhattrick-Träume ad acta legen musste. Damit hatte Martin Zehetner im semifinalen Generationen-Duell mit Nicolas Moser das Vergnügen, ein kurzes und mit 0:6, 4:6 zweifelhaftes obendrein. Mehr Spannung hatte das zweite Halbfinale zwischen Damian Roman und Rene Gräflinger zu bieten, das lange Zeit die schnelle Kärntner Vorhand im Vorteil sah. Immerhin fehlten Gräflinger bei 7:5, 5:4, 30:30 und eigenem Aufschlag nur zwei Punkte zum Finale, wo sich schließlich Mental-Monster Damian Roman nach einem 5:7, 7:5, 6:2 Erfolg zum zweiten Mal nach 2015 wiederfand.

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Nico Moser mit Finaltriumph und megacooler Siegesrede

Im Endspiel der 30. Jubiläums-Ausgabe der HTT Finals kam es damit zum Duell der Nummer 1 Damian Roman gegen den Turnier-Dominator Nicolas Moser, das vor vollem Haus insgesamt 1:37 Stunden dauerte, allerdings in keiner Phase die großen Erwartungen erfüllen konnte. Moser hatte nach gewonnenem ersten Satz, angesichts der Kulisse und der speziellen Situation im zweiten Heat seine Selbstverständlichkeit verloren, und Damian Roman verließen im alles entscheidenden dritten Durchgang nach fünf anspruchsvollen Matches schlichtweg die Kräfte. Damit avancierte Moser mit 6:2, 3:6, 6:1 zum zweitjüngsten Finals-Champion der Geschichte, und – was damals natürlich noch niemand erahnte – auch zum bislang überhaupt letzten Masterssieger. Am Ende stand der Triumphator freudestrahlend am Centercourt, und schloß mit dem Turnier und den Verantwortlichen mit einer mehr als coolen Rede seinen Frieden. “Das war das mit Abstand coolste Turnier das ich jemals gespielt habe”, streute der 19jährige Blumen in Richtung der Turnier-Organisation, bei der er sich zuvor auch schon in aller Form für sein Verhalten am dritten Vorrundentag entschuldigt hatte. Apropos Coolness: Für die wohl coolste Aktion des Turniers sorgte Markus Zellinger am Eröffnungstag. Für das traditionelle Foto-Shooting der HTT-Stars im “feinen Zwirn”, hatte der Niederösterreicher doch tatsächlich seinen Anzug daheim hängen lassen. Mit einem halbstündigen Ausflug in ein nahes Einkaufszentrum “reparierte” Zellinger sein Mißgeschick, und stand pünktlich zum Foto-Shooting mit nigelnagelneuer Panier unter seinen Kollegen.

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