Jürgen Melzer im Interview
Österreichs Nummer eins zieht im Video-Talk mit Andreas Du-Rieux eine kurze Bilanz und blickt auf 2012 voraus.
von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet:
22.12.2011, 17:02 Uhr

Die tennisnet.com-Saisonbilanzen und -Ausblicke, Teil 4:Jürgen Melzer. Rückfall im ATP-Ranking von Platz elf auf 33, derWimbledon-Mixed-Siegmit seiner nunmehrigen FreundinIveta Benesova, derUS-Open-Erfolgmit seinem deutschen KumpelPhilipp Petzschner– und zahlreiche Verletzungen: Der Niederösterreicher hat trotz zweier Grand-Slam-Doppeltitel eine eher durchwachsene Saison hinter sich. Was er aus dieser gelernt hat und wie er 2012 entgegenblickt, erzählte er tennisnet.com im Video-Interview, mit speziellem Augenmerk auf denDavis-Cup-Schlagervom 7. bis 9. Februar in Wiener Neustadt gegen Russland.
Was Melzer im Rahmen derPressekonferenz in Wienüber die Spieler von Davis-Cup-Gegner Russland sagte:
Mikhail Youzhny: „Er ist ein sehr, sehr guter Tennisspieler. Was er sehr gut kann: Er verteilt die Bälle sehr gut und spielt sehr schnell. Das machen generell fast alle Russen – es gibt kaum einen, der wirklich langsam spielt. Er hat mit meinem schnellen Spiel relativ wenig Probleme und setzt seinen Slice sehr gut ein und bringt mich dadurch das eine oder andere Mal in Probleme. Die Partien, die wir bisher gespielt haben(Bilanz 2:4, Anm.)waren alle ziemlich eng. Es ist also nicht so, dass ich gegen ihn chancenlos wäre.“
Dmitry Tursunov: „Das ist wahrscheinlich der verrückteste Russe, den sie im Kader haben, der außerhalb des Courts fast nur seine ‚Blödheiten‘ im Kopf hat. Am Platz spielt er sehr kompromisslos, hat einen sehr guten Aufschlag, eine sehr gefährliche Vorhand, wodurch er seine Rückhand oft sehr früh nehmen kann. Ein sehr gefährlicher Spieler, der sich aufgrund seiner Risikobereitschaft aber oft das Leben sehr schwer macht. Insgesamt ist das ein Spieler, den man nur sehr schwer ausrechnen kann.“
Igor Kunitsyn:„Gegen ihn habe ich bisher zwei Mal gespielt und zwei Mal verloren. Das waren aber beides Mal Niederlagen, die überhaupt nicht nötig gewesen wären. Bei den US Open in diesem Jahr hab ich ihn schon ‚gehabt‘, hab ihn dann aber wieder ‚ausgelassen‘. Das hätte nicht passieren dürfen. Sollte er spielen, wäre das für mich ein sehr angenehmer Spieler. Und das im wahrsten Sinn des Wortes: Er ist tatsächlich ein ‚Spieler‘, der Tennis noch spielt und nicht auf jeden Ball so extrem wie zum Beispiel ein Tursunov draufhaut. Er verteilt die Bälle mit einer wahnsinnig guten Rückhand sehr gut und liebt es, von beiden Seiten Winkelbälle zu spielen. Sein Aufschlag ist nicht unbedingt der beste.“
Alex Bogomolov Jr.:„Mit ihm habe ich noch keine Erfahrungen gesammelt. Er ist ein Kämpfer, der viele Bälle zurückspielt und von beiden Seiten sehr solide ist, aber kein übermäßig hohes Tempo spielt. Es stellt sich die Frage, ob er unmittelbar nach seiner Einbürgerung gleich in der ersten Runde eingesetzt werden wird. Ich glaube, die Russen haben ein sehr eingefleischtes und eingespieltes Team.“
Igor Andreev:„Mit ihm werden wir auf Hardcourt als Gegner eher weniger zu rechnen haben.“
(Text: MaWa / Presseaussendung ÖTV; Foto: tennisnet.com/ Andreas Du-Rieux)
