Indian Wells 2021: Topturnier ohne die Großen Drei - und Zverev sorgt für Aufregung am Boulevard

Das Masters-Turnier von Indian Wells gibt 2021 einen Blick in die schon nahe Tenniszukunft - ein großes Event ohne Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal.

von Jörg Allmeroth
zuletzt bearbeitet: 08.10.2021, 15:18 Uhr

Alexander Zverev
© Getty Images
Alexander Zverev

Ganz aus den Schlagzeilen verschwunden sind die ehrenwerten Gentlemen auch in diesen Tagen nicht. Roger Federer, zum Beispiel, ließ sich kürzlich im Blitzlichtgewitter bei der Pariser Fashion Week blicken. Bevor er gemeinsam mit Gattin Mirka den roten Teppich betrat und lächelnd für das Fotografenheer posierte, ließ der am Knie verletzte Maestro die ästhetisch störenden Krücken im Auto zurück.

Rafael Nadal, der ewige Gegenspieler Federers, arbeitete derweil in Mallorca eher diskret an einem Comeback in unbestimmter Zukunft, ab und zu sah man Bilder des Matadors auf dem Tenniscourt, aber auch schon mal beim entspannten Angelvergnügen oder auch auf seiner Luxus-Yacht. Dass er inzwischen 6000 Tage hintereinander in den Top Ten der Weltrangliste platziert ist, war unlängst noch eine Randnotiz wert. 

Erstmals seit 2000 kein Federer, kein Nadal, kein Djokovic

Wenn in diesen ersten Oktobertagen nun das größte ATP-Turnier in Indian Wells beginnt, im sogenannten Tennisparadies in der kalifornischen Wüste, sind die ehemaligen Masters-Stammgäste Federer und Nadal nicht mit am Start. Und auch der Mann, der in den letzten Jahren Tempo und Takt der Tour diktierte, ein gewisser Novak Djokovic, wird im Unterhaltungsreich von Milliardär Larry Ellison fehlen – auf der Zielgeraden einer anspruchsvollen Saison hat der 34-jährige Serbe offenbar noch Erholungsbedarf von den Fehlschlägen bei den Olympischen Spielen und den US Open. Erstmals seit dem Jahr 2000 geht keiner der dominierenden, die beiden zurückliegenden Jahrzehnte prägenden Akteure des Männertennis in der Wüste an den Start – kein Federer, kein Nadal, kein Djokovic.

Indian Wells, der vielbeschworene fünfte Grand Slam, gewährt dem Tourbetrieb und seinen Fans damit auch den Blick in eine gar nicht mehr allzu ferne Zukunft. In eine Welt, in der die langjährigen Alphatiere der Branche, die Publikumsmagneten und Pokalgewinner fehlen – und in der sich eine neue Hackordnung etablieren muss. Denn auch dies ist klar: Die goldene Ära der Großen Drei ist schon Vergangenheit, eine vollständige Rückkehr Federers in die Tretmühle der Tour ist illusorisch. Und auch Nadal dürfte bei seinem ohnehin komplizierten Comeback nur noch wenige, lohnenswerte Ziele ins Auge fassen und seine Arbeitseinsätze streng dosieren. Nur Djokovic scheint noch in der Lage, weiter die großen Siege auf den größten Bühnen anvisieren zu können, 2022 und darüberhinaus.

Hinter dem einstmals so mächtigen Führungstrio hat sich der Kandidatenkreis für künftige Spitzenpositionen in den letzten 18 Monaten, geprägt durch die Komplexität der Corona-Pandemie, schon sortiert. Daniil Medvedev (Russland), der US-Open-Sieger, gehört selbstverständlich dazu. Aber natürlich auch Spieler wie der Grieche Stefanos Tsitsipas, der Italiener Matteo Berrettini, der Südtiroler Jannik Sinner, der Kanadier Felix Auger-Aliassime, der Norweger Casper Ruud  und der augenblicklich verletzt angeschlagene Österreicher Dominic Thiem. Und dann wäre da gewiß auch Alexander Zverev, der deutsche Frontmann, der Olympiasieger. Der Mann, der sich allerdings nicht selten auch mit zu vielen Nebengeräuschen bei seiner Arbeit beschäftigen muss.

Alexander Zverev beschäftigt den Boulevard

Gerade hält der 24-jährige Hamburger speziell den Zeitungsboulevard wieder auf Trab. Nachdem Zverev eine interne Ermittlung der ATP zu Vorwürfen häuslicher Gewalt seiner Ex-Freundin Olya Sharipova begrüßen musste und davon sprach, die Untersuchung komme ein Jahr zu spät und werde hoffentlich dazu führen, seinen Namen „reinzuwaschen“, tauchten jetzt Meldungen über eine frische Liasion mit TV- und Filmsternchen Sophia Thomalla auf.

Angeblich habe ihn die 32-jährige Berlinerin sogar vergangene Woche beim Trainingsbetrieb in Miami besucht. Zverevs knappe Auskunft zu der vermuteten Berziehungskiste lautete in Indian Wells: „Sie ist ganz nett.“ Übrigens hatte Zverev in der Renegerationszeit nach den US Open in einem TV-Duell – „Schlag den Star“ – haushoch gegen Silvio Heinevetter verloren, den Ex-Freund von Simone Thomalla, der Mutter seiner angeblich neuen Lebensabschnittspartnerin.

Indian Wells zählt für das Gros der Profis zu den letzten Highlights einer strapaziösen Saison mit der Extraanstrengung des olympischen Turniers. In Kalifornien, später bei den europäischen Hallenwettbewerben, geht es auch um Punkte für die WM am neuen Austragungsort in Turin (14. bis 21. November). Dort wird dann der letzte bedeutende Titel des möglichen Umbruchjahres 2021 vergeben.

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