ITF Amstetten: 22 Breaks, ein Wespenstich - Wobker verpasst Viertelfinale
Was für ein Tennis-Krimi beim ITF-W100-Turnier in Amstetten! Die erst 15-jährige Ida Wobker musste sich nach 2:18 Stunden Vivian Wolff mit 6:3, 5:7, 6:7(7) geschlagen geben. Insgesamt gab es 22 Breaks, Wobker wehrte mehrere Matchbälle ab und hatte im Tiebreak sogar selbst die Chance auf den Sieg.
von PM
zuletzt bearbeitet:
23.07.2026, 18:03 Uhr

Die jüngste Spielerin der Top 1000 der Weltrangliste startete nervös in die Partie und musste ihr erstes Aufschlagspiel sofort abgeben. Das Rebreak gelang jedoch unmittelbar. Beide Spielerinnen hatten von Beginn an große Probleme mit ihrem Aufschlag. Die ersten sechs Games endeten allesamt mit einem Break zum 3:3.
Im weiteren Verlauf des ersten Satzes fand Wobker aber immer besser in ihren Schlagrhythmus. Die 15-Jährige setzte ihre Gegnerin mit druckvollen Grundschlägen zunehmend unter Druck und brachte sie immer häufiger in Bedrängnis. Erst im siebenten Game gelang Wobker ihr erstes gehaltenes Aufschlagspiel zum 4:3. Mit einem Return-Winner holte sie sich anschließend das Break zum 5:3 und sicherte sich wenig später den ersten Satz mit 6:3.
Mentorin Barbara Rittner zeigte sich beeindruckt. Wobkers Athletik, Schlaghärte und ihre offensive Platzposition erinnerten sie laut eigener Aussage an Aryna Sabalenka.
Auch im zweiten Satz blieb das Match auf beiden Seiten fehlerbehaftet. Wobker leistete sich mehrere Doppelfehler und brachte sich damit immer wieder selbst unter Druck. Wolff, die sowohl die deutsche als auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt und seit 2019 für die USA antritt, nutzte das aus und zog auf 5:2 davon. Wobker kämpfte sich zwar noch einmal auf 5:5 zurück, ehe Wolff den Satz doch noch mit 7:5 für sich entschied.
Zu Beginn des dritten Satzes musste die Partie zunächst unterbrochen werden. Wobker war von einer Wespe in den kleinen Finger gestochen worden, woraufhin die Physiotherapeutin auf den Platz gerufen wurde. Wenig später konnte das Match fortgesetzt werden.
Wie schon in ihrem Erstrundenmatch bewies Wobker anschließend erneut beeindruckende Comeback-Qualitäten. Die ersten vier Games des Entscheidungssatzes endeten erneut allesamt mit einem Break. Beim Stand von 5:2 für Wolff schien die Entscheidung bereits gefallen. Doch Wobker startete eine beeindruckende Aufholjagd, kämpfte sich auf 5:5 zurück und wehrte auf dem Weg dorthin einen Matchball ab. Anschließend gelang ihr sogar das Break zum 6:5 und sie servierte selbst zum Matchgewinn. Doch auch dieses Servicegame ging verloren, sodass die Entscheidung im Tiebreak fallen musste.
Dort entwickelte sich ein echter Krimi. Wobker blieb trotz mehrerer Matchbälle gegen sich ihrer mutigen Spielweise treu und spielte weiterhin konsequent auf Risiko. Die 15-Jährige wehrte weitere Matchbälle ab und erspielte sich sogar selbst einen Matchball, konnte diesen jedoch nicht nutzen.
Am Ende verwandelte Wolff ihren fünften Matchball zum 3:6, 7:5, 7:6(7)-Erfolg. „Ich habe versucht, mein Spiel durchzuspielen. Am Ende hat es nicht gereicht, aber letztendlich bin ich trotzdem zufrieden, weil ich alles gegeben habe. Ich nehme aus der Partie mit, dass es wichtig ist, konstant zu spielen und mental immer dabei zu bleiben. Auf so einem Niveau schadet es schon, wenn du zehn Minuten nicht ganz fokussiert bist. Man muss immer bereit sein für alles, was kommt, und um jeden Punkt kämpfen“, sagte Wobker nach der Partie.
Auch der Wespenstich spielte für sie letztlich keine entscheidende Rolle: „Der Kopf war schon immer dort. Vielleicht war es auch eine gute Ablenkung. Ab und zu habe ich mir gedacht, mein Finger fällt gleich ab. Aber es hat mir nicht viel ausgemacht.“
Vivian Wolff trifft jetzt morgen im Viertelfinale auf die Nummer 1 des Turniers, Julia Grabher. Vorausschauend auf dieses Match sagt Wolff: „Ich gebe einfach mein Bestes. Ich war schon zufrieden, wie ich heute gespielt habe. Ich muss mich sehr gut bewegen und positiv bleiben. Ich glaube, ich habe gute Chancen.“
