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Wimbledon: Jelena Ostapenko als schlechte Verliererin gegen Tatjana Maria: "Sie hatte einfach nur viel Glück"

Sagen wir's so: Eine gute Verliererin ist sie nicht, die gute Jelena Ostapenko.

von Florian Goosmann aus Wimbledon
zuletzt bearbeitet: 04.07.2022, 09:36 Uhr

Jelena Ostapenko
© Getty Images
Jelena Ostapenko

Sie war am Ende nur "here for the handshake": Jelena Ostapenko konnte es kaum erwarten, den Court 1 zu verlassen, nachdem sie ihr Achtelfinalmatch gegen Tatjana Maria nach zwei Matchbällen im zweiten Durchgang doch noch verloren hatte. Am Ende kippte auch noch ihr Stuhl um, Ostapenko machte freilich keine Anstalten, ihn wieder hinzustellen, und verließ unter einigen Buhrufen den Platz - während die Zuschauer davor und danach die Siegerin feierten, Tatjana Maria./

Die hatte die French-Open-Siegerin aus 2017 mit ihrem Vor- und Rückhandslice ziemlich durcheinandergebracht. Das Match verlief letztlich wie erwartet: Ostapenko drückte aufs Tempo, Maria slicte und grub geduldig alles aus. Das Spiel der Lettin war damit natürlich fehleranfällig, Strecken mit einigen Punkten am Stück wechselten sich mit Etappen voller Fehler ab, sobald es Maria schaffte, die Kugel drei, vier, fünf Mal rüberzubringen. Am Ende waren es 57 Fehler ohne Not bei der Lettin - zu viele.

Ostapenko über Maria: "Nur Glück gehabt"

Anerkennung für die Leistung von Maria zeigte Ostapenko auch gute zwei Stunden nach Spielende nicht. "Sie hatte einfach nur viel Glück in manchen Momenten, dass sie zurückkommen konnte", so die 25-Jährige. Sie selbst habe "viel besser gespielt", was natürlich komisch klinge, wenn man verloren habe, "ich habe einfach mal hier ein bisschen, mal dort ein bisschen was liegen gelassen." Maria habe "hier einen Rahmenball gehabt, dann die Linie gekratzt", der Schiedsrichter beim 5:5 im dritten Satz eine völlig falsche Entscheidung getroffen, als sie selbst keine Challenge mehr zur Verfügung gehabt habe. "Sowas summiert sich und dann verliert man so ein Match."

Wenn sie gegen "eine wirklich überragende Spielerin verloren hätte, in einem großartigen Match"... aber hier habe Maria ja "nur meine Fehler eingesammelt, so hat sie gewonnen".

Immer dieser Slice...

Maria habe doch das gesamte Match "nur diese Slice-Bälle geschlagen", grollte Ostapenko weiter, "sie hat nichts gemacht, nur auf meine Fehler gewartet".

Aus Gesprächen mit Ex-Spielerin und Trainern wisse sie zudem, dass die Bälle in diesem Jahr viel tiefer abspringen. "Das war ein Vorteil für sie." Jedenfalls werde sie, Ostapenko, so ein Match nie mehr verlieren, versicherte sie. "Nächstes Mal werde ich stärker sein, um nie mehr gegen solch eine Spielerin zu verlieren."

Ach ja, analysieren werde sie das Spiel auch noch, und stärker zurückkommen, sprach sie - und verabschiedete sich.

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von Florian Goosmann aus Wimbledon

Montag
04.07.2022, 11:24 Uhr
zuletzt bearbeitet: 04.07.2022, 09:36 Uhr