Jimmy Connors - „Rückfall in die Steinzeit“

Altmeister Jimmy Connors hat mit Unverständnis auf die Strafe für Mardy Fish und Bob Bryan aufgrund deren Engagement für eine Art Wettanbieter reagiert.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 05.12.2022, 17:18 Uhr

Jimmy Connors ist nie um ein offenes Wort verlegen gewesen
© Getty Images
Jimmy Connors ist nie um ein offenes Wort verlegen gewesen

Im September 2022 hat der US-amerikanische Sportgigant ESPN bekannt gegeben, dass für die hauseigene Fantasy-Football-Liga eine neue Rekordzahl von elf Millionen Teilnehmern gezeichnet hat. Das Geschäft mit Fantasy-Ligen blüht nicht nur im Football, sondern auch in der Major League Baseball (MLB) oder, mit Abstrichen, auch in der National Basketball Association (NBA). Die Plattform, für die Mardy Fish und Bob Bryan im Sommer kurz geworben haben, bietet genau das an: eine Möglichkeit, sich ein Team aus NFL-Profis zusammenzustellen und mit Gleichgesinnten zu konkurrieren.

Wenn Jimmy Connors, mit 109 Turniersiegen nach wie vor der Rekordhalter auf der ATP-Tour, nun die Strafe für Fish und Bryan (10.000.- US Dollar und eine bedingte Sperre von vier Monaten) kritisiert und im gleichen Atemzug den Nutzen von Wettanbietern für den Tenniszirkus hervorhebt, dann sind das zunächst einmal zwei Dinge, die man miteinander nicht vergleichen kann: Im Fantasy Football wird ja nicht auf den Ausgang von Matches gesetzt, sondern auf die individuellen Statistiken einzelner Spieler vertraut. Spielmanipulationen sind da so gut wie ausgeschlossen.

Wettanbieter sind die Leidtragenden

Im Tennisport ist die Sache anders gelagert. Denn hier kam es in der Vergangenheit sehr wohl vor, dass ein Spieler aus finanziellen Gründen ein Match nicht mit vollem Einsatz geführt hat. Die Leidtragenden, neben der Integrität des Sportes, übrigens: die Wettanbieter. Die andererseits den Tennissport als Sponsoren seit Jahren unterstützen, sei es als Hauptsponsor von Turnieren oder als Förderer in zweiter Linie.

Jimmy Connors sieht jedenfalls nur Positives in der Kombination zwischen Wetten und Tennis: „Wetten bringen die Leute dazu, sich mehr mit dem Sport zu beschäftigen, sich dafür zu interessieren, was mit den Spielern los ist, wer der beste ist, wie sie wettkämpfen, und so weiter“, führte Connors in seinem Podcast „Advantage Connors“ aus.
Die Strafen für Davis-Cup-Kapitän Fish und Doppel-Legende Bryan ordnete der legendäre Linkshänder jedenfalls als Rückfall in die Steinzeit ein.

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