John McEnroe fordert mehr „Respekt“ für den Laver Cup

John McEnroe war nun schon zum vierten Mal mit Leib und Seele als Kapitän des Team World beim Laver Cup im Einsatz. Etwas unzufrieden war die US-Legende nicht nur mit dem Ausgang am Wochenende in Boston.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 28.09.2021, 20:10 Uhr

John McEnroe am letzten Wochenende in Boston
© Getty Images
John McEnroe am letzten Wochenende in Boston

Wenn ein Spieler in irgendeiner der vier großen professionellen Sportligen in den USA mehr „Respekt“ fordert, dann tut er dies im Regelfall mit Dollarzeichen in den Augen. Mehr Respekt heißt mehr Geld im kommenden Vertag, worauf manche Arbeitgeber dann gerne antworten, dass sie für zurückliegende Leistungen nicht auch noch in der Zukunft ein hohes Salär zahlen wollen. Wenn John McEnroe nun mehr Respekt für den Laver Cup einklagt, dann geht es allerdings um etwas anderes: Aufmerksamkeit nämlich.

Der Tennissport hat es in den USA grundsätzlich nicht leicht, schon gar nicht an einem Wochenende wie jenem in Boston, an dem Medvedev, Zverev und Co. nicht nur gegen das Team von John McEnroe sondern auch gegen eine NFL-Saison in vollem Gang, College Football und Baseball im Endstadium der regulären Saison um die Aufmerksamkeit des Publikums buhlen muss. Ganz zu schweigen vom Ryder Cup, der die Amerikaner vor ein paar Tagen endlich mal wieder als Sieger gesehen hat.

McEnroe - „Ein Fehler der ATP“

John McEnroe hat aber weder die Golfspieler noch die Football- oder Baseball-Cracks in die Pflicht genommen, sondern die ATP. „Das ist meine ganz persönliche Meinung, aber ich glaube, dass, wenn man auf ein Level mit dem Ryder Cup kommen möchte, gleichzeitig keine anderen Turniere stattfinden sollten“, so McEnroe in Boston. „Der Laver Cup muss für sich alleine stehen.“ Es dürfe nicht heißen, dass andere Spieler auch in der Lage sein müssen, bei einem Turnier anzutreten.

Tatsächlich fanden parallel zur Laver-Cup-Woche die 250er-Veranstaltungen in Nur-Sultan und in Metz statt. „Damit bin ich nicht einverstanden“, so McEnroe weiter. „Für mich ist das ein Fehler der ATP.“ Letztere ist dem Laver Cup, bei dem Tennis Australia federführend ist, insofern entgegengekommen, als dass die Ergebnisse der Matches in den offiziellen Statistiken erfasst werden. Und das, obwohl anstelle eines dritten Satzes ein Match-Tiebreak gespielt wird. Punkte für die Weltrangliste werden nicht vergeben. 

Nachdem allerdings nur zwölf Profis plus zwei bis vier Ersatzleute (in Boston waren das Llyod Harris, Jack Sock, Cameron Norrie und Feliciano Lopez) in den Genuss eines Startplatzes beim Laver Cup kommen, würde es dem Rest der Profispieler wohl schwierig zu vermitteln sein, dass ihnen Chancen zum Einkommenserwerb einfach wegfallen. Denn auch im Tennis hat Respekt manchmal etwas mit Geld zu tun.

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28.09.2021, 19:15 Uhr
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