Kampf wird nicht belohnt: Davis-Cup-Team verpasst Halbfinale knapp

Enttäuschte Gesichter kurz nach Mitternacht in Malaga: Die deutschen Tennis-Männer haben das Halbfinale im Davis Cup verpasst. Die ohne Topspieler Alexander Zverev angetretene Mannschaft von Bundestrainer Michael Kohlmann unterlag trotz starker Gegenwehr dem Mitfavoriten Kanada mit 1:2. Dabei riss die Super-Serie im Doppel.

von SID
zuletzt bearbeitet: 25.11.2022, 00:24 Uhr

Kevin Krawietz und Tim Pütz sind die DTB-Doppel-Asse
Kevin Krawietz und Tim Pütz sind die DTB-Doppel-Asse

Kevin Krawietz/Tim Pütz (Coburg/Frankfurt) mussten sich im entscheidenden Duell auf dem grünen Hartplatz Vasek Pospisil/Denis Shapovalov 6:2, 3:6, 3:6 beugen. Zuvor hatte Deutschland 15 Doppelerfolge in Serie in dem Teamwettbewerb gefeiert. Der stark erspielte Punkt von Jan-Lennard Struff (Warstein) mit einem 6:3, 4:6, 7:6 (7:2) gegen Shapovalov reichte letztlich nicht, Oscar Otte (Köln) musste sich dem Weltranglistensechsten Felix Auger-Aliassime 6:7 (1:7), 4:6 geschlagen geben.

Der letzte deutsche Triumph im Davis Cup gelang 1993, im Vorjahr reichte es für die Runde der letzten Vier, in der schließlich gegen den späteren Sieger Russland, der in diesem Jahr gesperrt ist, Schluss war. Kohlmanns Team ließ nun eine gute Chance aus. Der mögliche Viertelfinalgegner Italien, der nach einem 2:1-Erfolg gegen die USA nun auf Kanada trifft, hat seine beiden Topspieler Matteo Berrettini und Jannik Sinner nicht dabei.

Den Auftakt für das optimistische deutsche Team am Donnerstag machte Struff, er zeigte einmal mehr seine Qualitäten als Teamspieler. "Es war mental sehr taff, aber ich bin sehr froh, den ersten Punkt geholt zu haben. Es ist geil, wir haben eine gute Stimmung im Team", sagte der 32-Jährige nach seinem Erfolg bei ServusTV. Der Außenseiter brachte sein Match nach 2:05 Stunden nach Hause, jubelte aber nur kurz: "Es ist noch nichts geschafft."

Aus der Traum

Otte besaß die erste Chance, den entscheidenden zweiten Punkt zu holen, hatte in Auger-Aliassime allerdings eine denkbar schwierige Aufgabe vor der Brust, die er nicht lösen konnte. Der Kanadier hatte im Oktober in Florenz, Antwerpen und Basel gleich drei Turniere gewonnen und setzte sich letztlich sicher gegen den Kölner durch, der nach vier Auftritten weiter auf seinen ersten Sieg im Davis Cup wartet.

"Das ganze Team glaubt an Kevin und Pützi und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir gleich mit einem 2:1 ins Hotel fahren werden", sagte Otte und drückte fortan die Daumen. Für den zweimaligen French-Open-Sieger Krawietz und seinen neuen Dauer-Partner Pütz war es aber eine schwierige Aufgabe gegen den früheren Wimbledon-Doppelsieger Pospisil und den Einzel-Weltranglisten-18. Shapovalov, die sich ab dem zweiten Satz merklich steigerten und letztlich für frustrierte Mienen im deutschen Team sorgten.

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