tennisnet.com Peugeot Hobby Tennistour

Kärntner-Triumph bei den HTT US Open

Kärntens derzeit bester HTT-Spieler Rene Gräflinger hat am Mittwoch Nachmittag die 30. Jubiläums-Aus...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 09.09.2021, 15:18 Uhr

Kärntens derzeit bester HTT-Spieler Rene Gräflinger hat am Mittwoch Nachmittag die 30. Jubiläums-Ausgabe der HTT US Open in der Südstadt gewonnen, und es damit erstmals in seiner Karriere zu einem Grand-Slam-Triumph auf der Peugeot Hobby Tennis Tour gebracht. Der 36jährige Routinier aus Ferlach setzte sich in einem über ganz weite Strecken recht matten und enttäuschend verlaufenden 119. Grand Slam Finale der HTT Geschichte bei extrem windigen Verhältnissen in Maria Enzersdorf gegen den 20fachen HTT Turniersieger Lukas Prüger in exakt 2:08 Stunden Spielzeit mit 6:3, 7:6, 6:3 durch, und streifte für den insgesamt vierten Turniersieg seiner HTT Laufbahn 2000 Punkte für die HTT Computer Rangliste ein. Ein Bericht von C.L

img_6956

Gräflinger nach HTT US Open Sieg wieder die Nummer 3 der HTT

“Was am Ende zählt ist der Sieg”. Mit dieser treffenden Formulierung hatte der frischgebackene HTT US Open Champion 2021 Rene Gräflinger unmittelbar nach Spielende das Geschehen rund um den finalen Nachmittag bei der 30. Auflage der HTT US Open perfekt auf den Punkt gebracht, und damit auch versucht, die spielerisch recht überschaubaren 128 Minuten des 40. HTT Saisonfinales in den Hintergrund zu drängen. Was in Erinnerung bleiben soll, sind neben dem triumphalen Moment des Sieges noch die statistischen Eckdaten, die mit Gräflingers Erfolg einher gehen. Der Kärntner ist der 20. HTT US-Open-Champ der Open Era, der 54igste Spieler, der sich seit 1990 HTT Grand Slam Sieger nennen darf, und seit Mittwoch Abend auch wieder die aktuelle Nr. 3 im HTT Entry Ranking.

img_6958

“Hermelindes Verwirbelungen” gelten nicht als Ausrede

Über den Rest, vorallem über das spielerisch Dargebotene stülpen wir am besten den Mantel des Schweigens. Natürlich herrschte anders als an den vier Turniertagen zuvor extrem windiges Wetter am Centercourt in der Südstadt. Doch für die bescheidene Darbietung die Prüger und Gräflinger im Endspiel des 99. Hartplatzturniers der Geschichte der Peugeot Hobby Tennis Tour ablieferten, reichten die Verwirbelungen die Wetterhoch Hermelinde in Maria Enzersdorf erzeugte, bei weitem nicht aus. Vom spielerisch schwächsten HTT US Open Finale des letzten Jahrzehnts zu sprechen, ist keine Übertreibung, und das belegen am Ende ja auch die unbestechlichen Zahlen und Fakten rund um das Jubiläums-Finale. In 128 Minuten schraubten Gräflinger und Prüger ihre Orgie an “unforced errors” in dreistellige Höhen. 114 Mal patzte das Duo an der Grundlinie, garniert mit unfassbaren 34 Doppelfehlern. Bei insgesamt 199 ausgespielten Punkten waren somit drei Viertel des gesamten Matches von Fehlern geprägt. Eine mehr als düstere Bilanz, die sich schon im allerersten Game abzeichnete.

img_6964

Drei Sätze “Tennis-Magerkost” im Endspiel der 30. HTT US Open

Prüger eröffnete das Endspiel mit dem ersten von am Ende 22 Doppelfehlern, brachte im gesamten ersten Satz kein einziges Aufschlagspiel durch, und lieferte im siebenten Game zum 2:5 den Höhepunkt seines desaströsen Auftritts mit drei Doppelfehlern am Stück. So war natürlich der erste Satz nicht zu gewinnen, anders übrigens als in Durchgang Nr. 2, wo Prüger ohne gravierender Leistungssteigerung sehr wohl die Möglichkeiten hatte, dem Match eine entscheidende Wende zu geben. Zum Beispiel bei 6:5 und eigenem Aufschlag, vorallem aber im Tie-Break – der mit seiner Dramatik für die spielerische Magerkost entschädigte – und in dem der 3fache Stadthallensieger bei 7:6 einen Satzball hatte. Mit Doppelfehler Nr. 17 beendete Prüger dann aber auch die Tie-Break-Entscheidung des zweiten Satzes, und wohl auch seine Hoffnungen, im dritten HTT Major Finale seiner Karriere zum dritten Mal siegreich zu bleiben. Im dritten Durchgang startete Prüger nach katastrophalem Fehlstart dann zwar noch eine Aufholjagd zum 3:3, neun Minuten später und nach einem abschließenden Vorhand-Fehler hatte Prüger sein 27. HTT Karriere-Finale aber endgültig verloren.

img_6945

Die Stimmen der beiden Finalisten

“Das waren echte Südstadt-Verhältnisse, komplett unlustig zu spielen”, so fasste Lukas Prüger seinen finalen Auftritt bei den 30. HTT US Open der Peugeot Hobby Tennis Tour kurz und knackig zusammen. “Ich kann mir den heutigen Auftritt einfach nicht erklären. Die ersten eineinhalb Sätze war es von den Bedingungen her unspielbar, und man konnte nie zu seinem Spiel finden. So gesehen ist es mir ein Rätsel, wie ich überhaupt hier ins Finale kommen konnte. Ich weiß auch nicht, was mit meinem Aufschlag los war. In der Jugend habe ich sicher schon einmal so eine Horror-Bilanz wie heute hingelegt, aber in der jüngeren Vergangenheit kann ich mich nicht an so eine Service-Leistung erinnern. Die Leistung von heute und die Niederlage wird mir noch in den nächsten 10 Tagen auf den Ar… gehen”, äußerte sich der unterlegene Ranglisten-Zweite nach seiner bitter schmeckenden Niederlage im 215. HTT-Single-Match seiner Karriere. “Dieser Titel bedeutet mir sehr viel. Ich habe es ja schon einige Mal versucht, u.a bin ich ja auch im HTT Wimbledon-Finale 2019 kläglich gescheitert. Umso glücklicher bin ich, dass es heute mit meinem ersten HTT Grand Slam Titel geklappt hat”, strahlte der Sieger mit der Abendsonne von Maria Enzersdorf um die Wette. “Es war heute sicherlich nicht leicht zu spielen mit dem böigen Wind. Ich habe versucht, Lukas mit vielen flachen und schnellen Bällen zu beschäftigen, und das hat ihm weniger getaugt. Jetzt bin ich voll motiviert, und ich möchte gerne alle Turniere im Rest der Saison spielen”, so Gräflinger. Und angesprochen auf die Frage, ob die Nummer 1 der HTT ein Ziel wäre, meinte der Ferlacher: “Das wäre sicher ein Ziel, aber Damians Vorsprung ist gewaltig. Jetzt habe ich einmal 2000 Punkte am Konto, und schauen wir mal wie es in 12 Monaten aussieht”, so der 36jährige.

img_6967

 

 

Hot Meistgelesen

05.12.2021

Davis Cup Finale - live: Russland gewinnt gegen Kroatien mit 2:0

07.12.2021

ATP Cup: Thiem gegen Medvedev, Zverev mit Deutschland Gruppenfavorit

05.12.2021

"Reize das Publikum nicht absichtlich": Daniil Medvedev macht sich in Madrid unbeliebt

06.12.2021

"Ihr werdet es bald erfahren": Novak Djokovic gibt Australian-Open-Pläne noch nicht bekannt

07.12.2021

Australian Open: Novak Djokovic und Roger Federer stehen auf der Entry List

von Claus Lippert

Donnerstag
09.09.2021, 13:13 Uhr
zuletzt bearbeitet: 09.09.2021, 15:18 Uhr