Laver Cup: Tiafoe, Auger-Aliassime, Sock & Co als große Party-Crasher

Team World hat erstmals den Laver Cup für sich entschieden. Insbesondere deshalb, weil erstmals nicht nur Jack Sock alleine als Garant für Punkte galt, sondern das Team von John McEnroe eine bärenstarke Teamleistung darbot. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 25.09.2022, 20:11 Uhr

Team World hat erstmals den Laver Cup für sich entschieden
Team World hat erstmals den Laver Cup für sich entschieden

Frances Tiafoe hatte noch einen im Köcher, das musste man nach der überdeutlichen Niederlage am Samstag gegen Novak Djokovic angesichts der starken Leistungen bei den US Open nahezu vermuten. Dass der Mann aus den USA dann aber einen derartigen Houdini-Akt gegen Stefanos Tsitsipas auspackte, damit war insbesondere nach dem ersten Abschnitt im Duell mit dem Griechen nicht unbedingt zu rechnen. 

So war es jedoch einmal mehr ein Champions Tiebreak, in dem Team World die besseren Nerven beweisen sollten - und so den Überraschungserfolg für die Außenseiter perfekt machen konnten. Denkwürdig in diesem Zusammenhang: Tiafoe konnte auf dem Weg zu seinem Erfolg über Stefanos Tsitsipas gleich vier Matchbälle vereiteln und in engen Ständen stets auf sein bestes Tennis zurückgreifen. Insbesondere das Champions Tiebreak bestritt der Sohn zweier Einwanderer in beeindruckender Manier. 

Team World mit starkem Tag drei

Dieses Faktum zog sich über die gesamten drei Tage wie ein roter Faden durch die Auftritte von Team World. Bereits am Freitag hatten Jack Sock und Frances Tiafoe nach Abwehr eines Matchballs gegen Roger Federer und Rafael Nadal mit teils großartigen Bällen triumphiert. Zuvor hatte bereits Alex de Minaur mit einem Comeback-Sieg gegen Andy Murray für den ersten Punkt für Team World gesorgt. 

Wirklich entscheidend war aber Tag drei, in dem für das Team von John McEnroe auch wirklich alles zusammenlaufen sollte. Schon im ersten Match des Tages konnten Jack Sock und Felix Auger-Aliassime Team World wieder ranbringen, dann sorgte der Kanadier Auger-Aliassime mit seinem ersten Triumph über Novak Djokovic überhaupt sogar für die Führung. Und dann war die Bühne frei für Frances Tiafoe, der die Chance dankend annahm, gegen Tsitsipas großes Kämpferherz bewies und am Ende verdient jubelnd zu Boden sinken durfte.

Party-Crash für Federer & Co

Für John McEnroe ist eine Negativserie von vier Niederlagen gegen Team Europe zu Ende gegangen, seit Bestehen des Wettbewerbs hatten die standesgemäß prominenter besetzten Europäer stets das bessere Ende für sich gehabt. Dementsprechend erleichtert zeigte sich der US-Amerikaner auch über den Erfolg: Großartig, so McEnroe, sei untertrieben, um diesen Sonntagabend zu beschreiben. Und wenn ein Team John McEnroe zum Tanzen bringt, dann muss dieses etwas Denkwürdiges geleistet haben. 

Das Team von Björn Borg muss sich nun über eine mächtig verkorkste Rückkehr der Big Four in einem Team ärgern: Zwar stand das gesamte Event natürlich unter dem Schatten des großen Abschieds von Roger Federer von der großen Tennisbühne, den dieser zwar feierlich, aber doch mit einer Doppel-Niederlage an der Seite von Rafael Nadal gab, der Schweizer hätte sich beim selbstinitiierten Event aber zweifelsohne über einen Team-Erfolg gefreut. Nicht aber mit Tiafoe, Auger-Aliassime, Sock & Co, die sich am Wochenende in der Rolle als Party-Crasher pudelwohl fühlten.

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von Michael Rothschädl

Sonntag
25.09.2022, 21:05 Uhr
zuletzt bearbeitet: 25.09.2022, 20:11 Uhr