Lukas' Testbericht - HEAD Squared
HEAD und tennisnet hatten dazu aufgerufen, die neue Schlägerserie SQUARED zu testen. Squared steht für Brandneue Technologie für einfache Spielbarkeit. Dabei haben insgesamt 10 Tester und Testerinnen das Racket umfassend geprüft und in allen Bereichen erprobt. Lukas' Eindrücke findet ihr in seinem ausführlichen Bericht.
von User "Lukas"
zuletzt bearbeitet:
02.07.2026, 14:46 Uhr

Spielstil & Vorlieben beim Racket-Kauf
Ich bin Lukas und spiele Tennis ungefähr seit ich 9 bin, also schon ca. 15 Jahre. Aktuell spiele ich in der Landesliga B, was den Rahmen ganz gut absteckt. Mein Spielstil ist auf den Punkt gesagt Allrounder. Ich versuche von der Grundlinie variabel zu spielen und spiele etwas lieber und druckvoller Vorhand.
Beim Racket-Kauf verlasse ich mich auf mein Gefühl. Es muss sich nicht von selbst spielen, aber eine gute Kontrolle ist mir wichtig. In der Vergangenheit hab ich den HEAD Speed MP gespielt, aktuell bin ich mit dem Yonex Percept 97 unterwegs, ein Racket, das ich sehr schätze, weil es mir viel Feedback gibt und sehr präzise ist. Damit bin ich wirklich sehr zufrieden.
Den HEAD Squared hab ich etwa zwei Stunden auf dem Platz getestet, verteilt auf Grundschläge, Volleys, Aufschlag und Return. Bevor ich zum Test komme, kurz ein paar Worte zum Racket selbst: Der Squared ist glaub ich mein bisher kopfleichtestes Racket überhaupt. 295g unbesaitet hört sich solide an aber fühlt sich unglaublich leicht an.
1. Optischer Eindruck
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐
Ich muss sagen, der Squared schaut wirklich gut aus. HEAD hat da gestalterisch was Eigenes gemacht – das Design ist modern, klar und wirkt hochwertig. Besonders bei gutem Licht kommt das Finish richtig schön raus. Von der Optik her würde mich das definitiv nicht vom Kauf abhalten, eher im Gegenteil. Auch wenn der Schläger online etwas grau und langweilig wirkt, ist der beim richtigen Licht richtig schön.
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2. Im Spiel
Grundschläge – Bewertung: ⭐⭐⭐⭐☆
Bei den Grundschlägen hat mich der Squared positiv überrascht. Der erste Eindruck war: der Racket ist so leicht und kopfleicht, dass ich mir nicht sicher war, ob da genug hinter dem Ball ist. Aber das war wirklich täuschend. Durch den extrem niedrigen Swingweight lässt er sich unglaublich schnell beschleunigen, und der Ball kommt trotzdem gut durch. Vorhand und Rückhand haben sich beide angenehm angefühlt, man kann wirklich frei durchschwingen. Für einen Allrounder wie mich, der mal Topspin, mal flach spielen will, funktioniert das gut.
Volleys – Bewertung: ⭐⭐⭐☆☆
Am Netz geht der Squared gut, aber nicht überragend. Die Handlichkeit ist naturgemäß top. So ein kopfleichtes Racket lässt sich am Netz sehr schnell positionieren. Bei langsamen Bällen und Putaways funktioniert das wirklich gut. Wenn der Gegner aber einen scharfen Passierball spielt, merkt man, dass der Squared nicht ganz so viel Stabilität hat wie ein schwereres Racket. Nicht dramatisch, aber spürbar.
Aufschläge – Bewertung: ⭐⭐⭐⭐☆
Beim Aufschlag hat mir der Squared gut gefallen. Das Racket lässt sich durch die Bewegung sehr schnell führen, und man merkt, dass man beim Slice- und Kick-Aufschlag wenig Kraft braucht, um trotzdem Tempo zu machen. Das 16x18 Saitenbild unterstützt den Spin beim zweiten Aufschlag angenehm. Flat geht auch, aber da wäre mir persönlich mehr Masse im Kopf lieber.
Returns – Bewertung: ⭐⭐☆☆☆
Hier war ich am wenigsten zufrieden. Gegen starke erste Aufschläge hat der Squared einfach zu wenig Masse, um den Ball sauber zu kontern – man wird ein bisschen überwältigt, und der Return wird ungenau. Das ist eigentlich auch logisch. Das Swingweight ist extrem niedrig, und genau das macht sich hier bemerkbar. Gegen langsamere zweite Aufschläge war es kein Problem, da konnte ich gut durchschwingen. Aber wer nah an der Grundlinie steht und erste Aufschläge früh nehmen will, wird das merken denke ich.
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3. Detailbewertung
Komfort – Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐
Das ist eindeutig die größte Stärke des Squared. Die Dual Tube Technology macht einen spürbaren Unterschied. Das Racket dämpft Vibrationen wirklich gut (meiner Meinung nach wesentlich stärker als der Speed MP z.B.), ohne dass sich das Feeling tot anfühlt. Man hat noch genug Ballgefühl, aber der Arm wird nicht belastet. Für jemanden, der viel spielt oder Probleme mit dem Ellenbogen hat, wäre das ein echter Kaufgrund. Ich hab nach zwei Stunden keinen einzigen unangenehmen Treffer gespielt.
Kontrolle – Bewertung: ⭐⭐⭐☆☆
Die Kontrolle ist für das, was der Squared ist, ein extrem kopfleichtes, leichtes Racket, überraschend gut. Das 16x18 Saitenbild gibt einem ein gewisses Maß an Präzision (wobei nicht überragend), und der niedrige Swingweight hilft dabei, auch bei aggressiven Schlägen drinnen zu bleiben. Im Vergleich zum Percept 97, der in dieser Kategorie sehr stark ist, merkt man schon einen Riesenunterschied. Aber der Squared spielt sich keineswegs unkontrollierbar. Man darf sich trotzdem kein Kontrollwunder erwarten. Dafür ist der Schläger einfach zu spielen.
Spin – Bewertung: ⭐⭐⭐⭐☆
Spin ist wirklich einfach mit dem Squared. Das offene 16x18 Saitenbild und die Möglichkeit, den Racket extrem schnell zu beschleunigen, machen Topspin fast von selbst. Man muss nicht viel tun und hat einen guten Spin am Ball. Wer von einem schweren, kontrollierten Racket kommt, wird das direkt spüren wie einfach Spin entsteht.
Tempo – Bewertung: ⭐⭐⭐☆☆
Obwohl der Squared verhältnismäßig leicht ist, hat er beachtlich viel Power. Keine rohe, brutale Power wie bei einem Yonex Ezone z.B., aber für die meisten Situationen mehr als genug. Nur beim Return gegen harte erste Bälle merkt man, dass da Masse fehlt.
Vorteile/Nachteile im Vergleich zu den bisherigen Rackets
Vorteile:
- Deutlich mehr Power als der Percept 97 ohne extra Kraftaufwand. Aber die Schläger sind kaum vergleichbar
- Spin kommt extrem leicht, viel einfacher Als bei einem Percept z.B.
- Der Komfort ist sehr gut und der Schläger einfach zu spielen.
- Wahnsinnig handlich und schnell
- Optisch eines der besten HEAD-Rackets seit Jahren meiner Meinung nach
Nachteile:
- Return gegen starke erste Aufschläge und generell sehr Temporeiche Schläge ist die klare Schwäche – da fehlt einfach Masse
- Für jemanden, der präzises, kontrolliertes Tennis liebt (wie ich mit dem Percept 97), ist das schon ein Schritt weg von dem, was ich gewohnt bin und gibt mir schon teilweise zu viel Power weil ich es einfach anders gewohnt bin.
Fazit
Der HEAD Squared ist ein interessantes Racket, das schwer in eine Schublade zu stecken ist. Auf dem Papier klingt es wie ein Einsteiger-Racket, leicht, kopfleicht, niedriger Swingweight und der Schläger ist an sich sicher gut für Beginner. Aber trotzdem: auf dem Platz spielt es sich deutlich interessanter als das. Der Komfort ist außergewöhnlich, der Spin kommt leicht, und die Power überrascht.
Was mich persönlich am meisten beeindruckt hat: wie gut das Ballgefühl trotz der starken Dämpfung ist.
Wo ich nicht ganz mitgehen kann: als ein fortgeschrittener Spieler der ein schnelles Spiel gewohnt ist und erste Aufschläge früh nimmt, hat mir die Stabilität gefehlt. Das ist aber auch ehrlich gesagt nicht die Zielgruppe, für die der Squared gebaut wurde. HEAD hat nach meiner Wahrnehmung den Schläger ganz bewusst so designed ein Racket für Spieler, die Spielspaß, Komfort und einfache Bedienbarkeit wollen.
Wenn ich das für mich persönlich einschätze: Der Squared wäre nichts für den täglichen Wettkampfeinsatz aber als zweites Racket für lockere Trainingseinheiten oder für jemanden, der Arm-Probleme hat, ist er eine echte Option. Für alle anderen: unbedingt mal testen, weil das Spielgefühl wirklich einzigartig ist. Der Schläger geht jetzt aber an meine Freundin. Sie hat noch nicht so viel Tennis Erfahrung und mit dem Squared fällt der Einstieg sicher leicht.
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