Mandy Minella über Mütter auf der WTA-Tour: "Logisch ist das nicht"

Mandy Minella zählt zu den mittlerweile zahlreichen Müttern auf der WTA-Tour. Die Luxemburgerin sprach in einem Interview mit dem tennis-Magazin über die Schwierigkeiten, die eine Familiengründung während der aktiven Karriere mit sich bringt.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 15.04.2020, 21:57 Uhr

"Die Herausforderung ist sicherlich, die Physis beizubehalten, dass man jeden Tag fit ist, um harte Matches durchzustehen und im dritten Satz nicht plötzlich kaputt ist", sagte Minella angesprochen auf die Schwierigkeiten als Mutter. "Ich trainiere mittlerweile weniger. Ich konnte bei meiner Rückkehr noch mehr trainieren, da mein Kind noch sehr viel geschlafen hat. Nun ist es so, dass sie mehr Aufmerksamkeit braucht und ich das Training manchmal vernachlässigen muss."

In der Saison 2017 verkündete Minella ihre Schwangerschaft, während sie mit Platz 67 im WTA-Ranking beinahe so gut stand wie noch nie zuvor (2012 war sie einmal die Nummer 66 der Welt). "Ich wollte wieder fit werden und wieder Tennis spielen. Aber gleichzeitig dachte ich auch, dass ich vielleicht nur noch ein Jahr spiele und es dann gewesen ist. Es ist wirklich besser gelaufen als erwartet", sagte die heute 34-Jährige.

Nur vier Monate nach der Geburt von Tochter Emma kehrte sie auf die WTA-Tour zurück, schaffte wieder die Rückkehr in die Top-100 und erreichte wenig später ihr erstes WTA-Karriere-Finale in Gstaad. Da eine Karriree im Schnitt nun länger dauere und mit dem Sport mehr Geld zu verdienen sei, würden nun immer mehr Frauen noch während der Karriere eine Familie gründen, meinte Minella.

Ihr Mann, der Deutsche Tim Sommer, ist gleichzeitig Minellas Coach. "Wir können noch miteinander trainieren, wenn wir zu Hause sind, weil die Großeltern uns unterstützen", erklärte sie. "Wenn wir auf Turnieren sind, kann er beim Training mit Emma zuschauen, wenn sie gut drauf ist. Bei den Matches ist er nicht dabei. Das ist aber nicht immer schlimm."

Die Erfahrung - Minella spielt ihre 20. Saison als Profi - helfe ihr in ihren Matches. Kinderbetreuung gibt es bei WTA-Turnieren nicht, was sie bedauert. "Bei den Grand Slam-Turnieren haben wir es schon, aber erst ab dem Hauptfeld. Logisch ist das nicht. Denn Spielerinnen in der Qualifikation haben ja auch Kinder." 

Aktuell steht Minella auf Platz 147 der Weltrangliste. 2016 feierte sie beim 125.000-Dollar-Turnier in Bol (Kroatien) ihren größten Karriere-Erfolg.

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16.04.2020, 12:50 Uhr
zuletzt bearbeitet: 15.04.2020, 21:57 Uhr