Marco Trungelliti nach Wettmafia-Story von der Rolle

Nachdem Marco Trungelliti vor wenigen Tagen gegenüber lanacion.com.ar auspackte, wie er mit der Tennis Integrity Unit gegen Wettbetrüger kämpfte, läuft tennismäßig wenig zusammen.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 13.02.2019, 10:54 Uhr

Marco Trungelliti
© Gety Images
Marco Trungelliti

Ausgerechnet bei seinen Heimspielen in Cordoba und Buenos Aires verlor Trungelliti in Runde eins der Qualifikation - obwohl er mit Rang 116 in der Welt so hoch steht wie nie zuvor.

"Es macht keinen Sinn, so weiterzuspielen, wenn der Kopf woanders ist", sagte er nun nach seiner Niederlage gegen Alessandro Giannessi.

Trungelliti hatte in einem aufsehenerregenden Report von lanacion.com.ar ausgepackt, wie er von einem Wettbetrüger angesprochen wurde, um Matches zu verschieben. Er hatte dies der TIU gemeldet, was letzten Endes zur Bestrafung seiner Kollegen Nicolas Kicker, Federico Coria und Patricio Heras führte - die Telefonnummer dieser Spieler war mit der des Wettpaten verknüpft. Wie Trungelliti weiter erzählte, begann von da an ein Spießrutenlauf, er sei als "Maulwurf" behandelt und belästigt worden.

Trungelliti braucht eine Pause

Er habe eigentlich geplant, noch bis Donnerstag in Buenos Aires zu bleiben, aber halte die "verdächtigen Blicke" in der Umkleide nicht mehr aus und fliege daher wieder zurück nach Andorra, wo er mit seiner Frau seit dem Vorjahr lebe.

Trungelliti ist zudem in psychologischer Behandlung, beim selben Arzt, dem sich auch Juan Martin del Potro 2018 anvertraut hatte. "Da ich meine Wahrheit sagen konnte, fühle ich mich leichter", bezieht sich Trungelliti auf seine Story in der Presse.

Seinen Start in Rio de Janeiro (ab 18. Februar) wird Trungelliti wohl absagen. "Ich konnte den Chip in meinem Kopf noch nicht wechseln", sagte er. "Ich muss nach Hause, etwas Bergluft atmen. Ich bin sicher, dass ich jetzt mehr und in Ruhe schlafen werde."

"Notwendig, dies zu verurteilen"

"Ich möchte gerne eine Nachricht hinterlassen, ein Beispiel dafür, was zu tun ist", verteidigte er seine Aussage gegenüber der TIU. "Wenn eine Wettverschiebung angeboten wird, wie es mir passiert ist, ist es notwendig, dies zu verurteilen. Die jüngeren müssen es wissen. Ich bin kein Verräter, ich habe niemanden verkauft, ich habe nur über mich selbst gesprochen."

Darauf, dass es auch einen anderen Weg gebe, Spielmanipulationen zu entdecken, weist Trungelliti ebenfalls hin. "Jedes Mal, wenn die untersuchten Spieler spielen, muss man schauen, wie viel Geld in Wetten platziert wird. Wenn es normalerweise 10.000 Dollar sind, aber der Betrag plötzlich auf 40.000 oder 80.000 springt..."

Auch viele Trainer seien mit im Boot, oft seien es gerade sie, die ihre Spieler ansetzen.

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von Florian Goosmann

Mittwoch
13.02.2019, 11:55 Uhr
zuletzt bearbeitet: 13.02.2019, 10:54 Uhr