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Maria Sakkari: Die "Veteranin" fühlt sich mit 26 im perfekten Tennisalter

Maria Sakkari (WTA-Nr. 18) hat es auch bei den US Open überraschend ins Halbfinale geschafft - dank überraschender Aufschlagstärke. Unter den letzten Vier ist sie die Erfahrene.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 09.09.2021, 15:39 Uhr

Maria Sakkari
© Getty Images
Maria Sakkari

Ein Tweet der US Open höchstpersönlich sorgte dann doch für leichtes Amüsement. "Die 18 Jahre alte Qualifikantin und die Veteranin Maria Sakkari spielen also um einen Platz im US-Open-Finale", so las man - und musste kurz nachschauen. Als "Veteranen" hat man bislang vielleicht Serena Williams, Roger Federer oder den guten alten (haha) Ivo Karlovic bezeichnen mögen. Maria Sakkari allerdings ist erst 26 Jahre jung./

Andererseits muss man ja alles im Verhältnis sehen. Und da hat Sakkari im Halbfinale dann doch Gesellschaft deutlich jüngerer Kolleginnen: Emma Raducanu ist 18, Leylah Fernandez ist 19 und Aryna Sabalenka ist 23. Wir lassen die Veteranin in diesem Zusammenhang also durchgehen. Zumal Sakkari bereits 2010 ihr erstes ITF-Turnier gespielt hat.

Sakkari mit zweitem Grand-Slam-Halbfinale

Veteranin hin, 26 Jahre her: 2021 ist das Jahr des großen Durchbruchs für die Griechin. Bei den French Open hatte sie erstmals das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers erreicht und dort denkbar knapp mit 5:7, 6:4 und 7:9 gegen Barbora Krejcikova verloren, bei den US Open hatten man sie dann aber nicht zwingend auf der Liste. Zumal es in diesem Jahr, so hört und sieht man, sehr schnell zugeht auf den Plätzen in Flushing Meadows, der Topspin also nicht die große Wirkung hat wie anderswo.

Insofern kam auch Sakkaris Sieg über Karolina Pliskova überraschend. Die Wimbledonfinalistin, die ihre klassische tschechische Schule mit flachen Schlägen pflegt, hätte in New York nur zu gerne ihren ersten Grand-Slam-Titel geholt, der Weg ins Halbfinale hatte zurecht Hoffnungen gemacht. Sakkari aber trumpfte vor allem mit Pliskovas größter Waffe auf: dem Aufschlag. Zwischenzeitlich gewann sie bei eigenem Aufschlag stolze 22 Punkte in Folge, eine Mischung aus dem guten Service und Pliskovas doch oft kurzen Returns. "Ich bin selbst beeindruckt", so Sakkari auf den Hinweis von Pam Shriver ob ihrer Aufschlagserie. "Ich habe meinem Aufschlag vertraut, aber jetzt vertraue ich ihm noch etwas mehr."

Einen Breakball ließ Sakkari bei ihrem 6:4, 6:4-Sieg gar nicht zu.

Maria Sakkari: "Im besten Alter"

"Ich denke, ich bin im besten Alter meiner Karriere", so "die Veteranin" im Anschluss, "ich bin erwachsener als vorher." Jeder habe nun mal ein anderes Alter, in dem der Durchbruch gelinge. "Jetzt, mit 26, ist es vielleicht bei mir so weit." Sie sei verhältnismäßig spät auf die Tour gekommen, sei keine gute Juniorin gewesen, kein Star mit 18 oder 19 Jahren. Sie habe viel arbeiten und entbehren müssen. "Aber jetzt zahlt es sich aus, und ich bin sehr froh, dass ich mit 26 diese Ergebnisse erziele."

Sakkari trifft nun mit Emma Raducanu (ab ca. 3 Uhr MESZ) auf eine der beiden Sensationsspielerinnen der US Open 2021. Als "großartig für unseren Sport" bezeichnete Sakkari den Lauf der Youngsters. Aber sie vertraue sich und ihrem Spiel dennoch. Denn das, so Sakkari, sei gefühlt noch besser als in Paris. "Ich bin bereiter."

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von Florian Goosmann

Donnerstag
09.09.2021, 19:21 Uhr
zuletzt bearbeitet: 09.09.2021, 15:39 Uhr

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