Martin Landaluce in Monza: Ein Kämpfer, der auf Winner geht (und noch Hausaufgaben machen muss)

Martin Landaluce zählt mit seinen 20 Jahren zu den spannendsten Talenten im Welttennis. Bei den in dieser Woche stattfindenden Monza Open hat der Spanier einen guten Auftakt in die Sandplatzsaison verzeichnet und im Liveranking zum ersten Mal die Top 100 geknackt.

von Florian Heer aus Monza
zuletzt bearbeitet: 10.04.2026, 21:21 Uhr

Martin Landaluce
© Florian Heer
Martin Landaluce

Als Nummer vier der Setzliste kämpfte sich Landaluce zunächst an Qualifikant Federico Arnaboldi vorbei, besiegte anschließend den Italiener Marco Cecchinato und triumphierte am Freitag über den Franzosen Hugo Gaston.

„Das ist natürlich großartig“, kommentierte Landaluce seine neue Höchstplatzierung im World Ranking. „Jeder Spieler möchte in die Top 100 einziehen. Es ist außerdem ein Zeichen, dass wir gute Arbeit leisten. Hoffentlich ist es noch nicht das Ende der Entwicklung.“ 

Saisondebüt auf Sand

Für Landaluce ist es die erste Woche auf Asche in dieser Saison – und entsprechend anspruchsvoll verlief die Umstellung.

„Es ist meine erste Woche auf Sand und die erste Runde war ein harter Kampf. Ich hatte nur etwa fünf Tage Zeit zum Trainieren. Ich wusste, dass es schwierig werden würde, aber ich habe mich durchgebissen. Es war körperlich sehr fordernd, aber ich habe versucht, mein Spiel durchzuziehen, auf Winner zu gehen, und das hat ziemlich gut funktioniert.“

Hinzu kommt die besondere Atmosphäre in Monza. Die Anlage ist eng gebaut, die Tribünen dicht gefüllt und die Zuschauer sitzen nah am Platz. Gerade gegen italienische Gegner musste sich Landaluce immer wieder gegen das Publikum behaupten. „In Italien gibt es viele Menschen, die Tennis wirklich lieben. Es ist eine sehr schöne Atmosphäre hier. Manchmal habe ich gegen das Publikum gespielt, aber das ist normal, wenn man in Italien gegen einen Lokalmatador antritt“, gab Landaluce zu Protokoll.

Geboren in Madrid, wurde Landaluce praktisch in den Tennissport hineingeboren. Sein Vater Alejandro, seine Mutter Elena und auch seine Geschwister spielten Tennis. Bereits mit einem Jahr entwickelte er seine Leidenschaft für den Sport; mit neun begann er, Turniere zu spielen.

Vom Juniorenchampion auf den Pro Circuit

Als Junior gehörte er schnell zu den Besten der Welt. Der ehemalige Junioren-Weltranglistenerste gewann 2022 den Titel bei den US Open und stellte im selben Jahr eine Bilanz von 58 Siegen und nur acht Niederlagen auf. Besonders auf Rasen überzeugte er mit einer Serie von 15 Siegen in Folge.
Auch im Profibereich ging sein Aufstieg rasant weiter. 2023 holte er seinen ersten ATP-Ranglistenpunkt, 2024 schaffte er den Sprung in die Top 200. Inzwischen gewann er bereits zwei Challenger-Titel und setzte in diesem Frühjahr mit dem Erreichen des Viertelfinals bei den Miami Open ein Ausrufezeichen.

"Die ersten Monate waren schwierig. Ich musste intern einige Dinge verändern und habe nicht die Ergebnisse erreicht, die ich wollte“, beschrieb Landaluce seinen herausfordernden Beginn in das Jahr. „Danach habe ich versucht, mich so gut wie möglich zu verbessern, und der Swing in den USA war sehr gut. Ich bin sehr glücklich darüber. Jetzt hat die Sandplatzsaison begonnen und ich versuche, die beste Version meiner selbst zu finden.“

Die guten Ergebnisse auf Hartplatz haben ihn vor den Monza Open auf Weltranglistenplatz 105 geführt - so hoch stand er noch nie. Entsprechend selbstbewusst blickt er auf sein aktuelles Spiel. „Ich würde schon sagen, dass ich aktuell mein bestes Tennis spiele. Die letzten Turniere haben sich in die richtige Richtung entwickelt. Ich kann auch auf Sand gut spielen und hoffe, dass es so weitergeht.“

Dennoch bleibt die Umstellung von Hartplatz auf Sand eine Herausforderung. „Es ist nicht einfach, von schnellen, flachen Schlägen auf hohe, abspringende Bälle umzustellen. Das ist die schwierigste Veränderung. Ich versuche, mich so gut wie möglich anzupassen.“

Landaluce beschreibt sich selbst als schnellen Lerner, gibt aber auch zu, dass Perfektionismus manchmal seine größte Schwäche ist. Sein Spielstil ist offensiv geprägt, sein Lieblingsschlag die Rückhand longline.

Lernen und Entspannung abseits des Platzes

Abseits des Platzes sieht sein Alltag allerdings ganz anders aus. Während viele Spieler die freie Zeit nutzen, um die Städte zu erkunden, verbringt Landaluce viele Stunden mit seinem Fernstudium im Bereich Wirtschaft. „Nachmittags habe ich Unterricht und muss noch die ein oder anderen Hausaufgaben erledigen. Außerdem muss ich mich auf Prüfungen vorbereiten“, erzählte Landaluce und lässt es auch sonst während einer Turnierwoche eher ruhig angehen.

„Ansonsten versuche ich, mich zu erholen, gehe manchmal ins Spa oder zum Abendessen. Einige meiner Hobbys, wie Gitarre spielen, kann ich auch im Hotelzimmer machen. Außerdem schaue ich gerne Serien und lese.“ Der Fan von Real Madrid interessiert sich zudem für Boxen und Musik, besonders für Bad Bunny. 

Und für den Rest der Woche in Monza hat er eine klare Botschaft: „Ich bin ein Kämpfer, deshalb werde ich in jedem Match kämpfen. Ich werde auf Winner gehen, gute Schläge suchen und in jeder schwierigen Situation widerstandsfähig bleiben.“

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von Florian Heer aus Monza

Samstag
11.04.2026, 08:02 Uhr
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