Matteo Berrettini auf Dominic Thiems Seite - oder doch nicht?

Der Rückhalt für den von Novak Djokovic initiierten Spielerfonds zur Unterstützung schlechter klassierter Profis findet theoretisch große Zustimmung. Praktisch allerdings ist Dominic Thiem nicht der einzige, der sein Geld lieber für andere Zwecke spenden möchte.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 13.05.2020, 07:23 Uhr

Eigentlich einer Meinung - Matteo Berrettini und Dominic Thiem
© GEPA Pictures
Eigentlich einer Meinung - Matteo Berrettini und Dominic Thiem

Alles eine Frage der Interpretation, wie es scheint. Da sagt Matteo Berrettini, Halbfinalist der US Open 2019, also Folgendes: „Ich würde es vorziehen, jenen zu helfen, die größere Schwierigkeiten haben, wie einem Krankenhaus oder einer Familie mit Problemen, als einem Tennisspieler.“ Nun, das ist sinngemäß ziemlich genau das, was Dominic Thiem vor ein paar Tagen auch gemeint hat (wenn auch mit dem Zusatz, dass er an der professionellen Hingabe einiger Berufsgenossen zweifle, was seine Spendenbegeisterung in diese Richtung nicht beflügle).

Berrettini im Gespräch mit ANSA weiter: „Es gibt viele Spieler, die Hilfe benötigen und rote Zahlen schreiben. Der Fonds ist sehr positiv für den Tennissport und zeigt, dass sich die Spieler um schlechter klassierte Kollegen kümmern.“ Nun: Wenn man den Informationen von tennis.com trauen darf, dann zählt der Italiener nicht zu eben genannten Spielern: er möchte nämlich nicht in den Fonds einzahlen.

Was aber ein italienisches Portal (ubitennis.net) nicht davon abhält, mit folgender Überschrift zu glänzen: „Matteo Berrettini unterstützt Djokovics Initiative um schlechter platzierte Spieler zu unterstützen.“ Ja, was denn nun?

Melzer erklärt Freiwilligkeit

Guido Pella, aktuell die Nummer 35 der Welt, hätte nach dem Vorschlag Djokovics ebenfalls 5.000.- US Dollar in den großen Hilfetopf einzuzahlen. Und verzichtet dankend. Zwar hält auch der Argentinier den Fonds grundsätzlich für eine gute Sache, aber: „Es ist nicht dasselbe für Djokovic, Nadal oder Federer 30.000.- US Dollar einzuzahlen, wenn sie über 100 Millionen Dollar Preisgeld gewonnen haben. Ich kann doch nicht dazu verpflichtet werden, etwas beizutragen, wenn man meine finanzielle Situation nicht kennt.“

Ein Beispiel (und ein Gegenbeispiel) hat Pella auch parat: „Da ist jemand wie Cristian Garin. Er liegt in der Weltrangliste auf Position 18, weil er einen guten Saisonstart hatte, aber ich finde es willkürlich, dass er aufgrund seines Rankings so viel bezahlen muss. Und jemand wie Jack Sock, der außerhalb der Top 100 liegt, würde Hilfe bekommen, obwohl er bereits mehr als zehn Millionen Dollar Preisgeld in seiner Karriere gewonnen hat.“

Dazu wiederum ist anzumerken, dass Sock, soweit bekannt, darauf keinen wie immer gearteten Anspruch angemeldet hat. Und dass Jürgen Melzer schon vor mehreren Tagen im tennisnet-Podcast „Quiet, please“ darauf hingewiesen hat, dass kein Spieler zum Einzahlen in den Fonds verpflichtet ist und dass anonym bleiben wird, wer gespendet hat und wer nicht. Darüber hinaus, so Melzer, würde bei einer Unterstützung des Karriere-Preisgeld natürlich als ein Kriterium mit einbezogen werden.

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Mittwoch
13.05.2020, 08:20 Uhr
zuletzt bearbeitet: 13.05.2020, 07:23 Uhr

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