Millionen-Einnahmen und trotzdem Geldsorgen: Zverev über seine absurde Tennis-Rechnung
Alexander Zverev enthüllt erstmals, warum er nach seiner schweren Verletzung von 2022 sogar um seine Wohnung in Monaco und die Finanzierung seines gesamten Teams bangte.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
23.08.2026, 16:01 Uhr

Ein Tennisprofi ist sein eigenes Unternehmen. Das weiß jedes Kind. Denn im Gegensatz zu Fußballprofis sind Tennisspieler für praktisch sämtliche Kosten ihres sportlichen Betriebs selbst verantwortlich. Trainer, Physiotherapeuten, Ärzte, Management, Reisen und Unterkünfte müssen aus den eigenen Einnahmen finanziert werden, unabhängig davon, ob ein Spieler gerade verletzt ist oder Turniere gewinnt.
Zverev beschäftigt aktuell nach eigenen Angaben zwölf Personen. Zu seinem Team gehören unter anderem Tennistrainer, ein Arzt, ein Masseur und Mitarbeiter aus dem Management. Dazu kommen deren Gehälter sowie die Kosten für Flüge, Hotels und weitere Reisen rund um den Globus.
Zverev: „Wir sind im guten siebenstelligen Bereich“
Wie teuer dieser Apparat tatsächlich ist, machte Zverev nun im Gespräch mit Jens Knossalla, auf YouTube besser bekannt als „Knossi“, deutlich. „Mein Leben von den Kosten her ist nicht günstig. Wir sind jährlich im guten siebenstelligen Bereich“, sagte der 29-Jährige. Auf die konkrete Summe angesprochen, blieb er allerdings vage: „Das sind einige, einige Millionen im Jahr.“
Der finanzielle Aufwand ist dabei unmittelbar mit seiner Leistungsfähigkeit verbunden. Ein großer Betreuerstab soll dafür sorgen, dass Zverev auf und neben dem Platz optimal vorbereitet ist. In diesem Sinne versteht er seine Ausgaben auch als Investition in seine sportliche Leistung.
Existenzängste nach der Verletzung
Besonders deutlich wurde für Zverev, wie abhängig dieses System von sportlichem Erfolg ist, als er sich 2022 im Halbfinale der French Open schwer verletzte. Plötzlich standen hinter seiner bisherigen Lebensweise Fragezeichen. „Man überlegt sich dann: Okay, also das Leben, das ich führe, kann ich jetzt nicht mehr so weiterleben, weil das Geld mache ich nicht mehr“, erinnerte er sich.
Dabei ging es für ihn nicht um Luxus allein. Zverev fragte sich, ob er sich weiterhin seine Wohnung in Monaco leisten und ob er sein zwölfköpfiges Team überhaupt behalten könne. Eine längere Verletzungspause bedeute für einen Tennisprofi schließlich nicht automatisch, dass die laufenden Kosten einfach so verschwinden.
Millionen für die Chance auf den nächsten Titel
Für Zverev hat sich das Modell seit 2022 immerhin sportlich ausgezahlt: Nach jahrelangem Warten gewann er 2026 bei den French Open seinen ersten Grand-Slam-Titel. Der Preis für den Versuch, dieses Niveau dauerhaft zu halten, liegt laut ihm allerdings erneut in Millionenhöhe.
