Naomi Osaka mit gecoachtem Instinkt zu neuen Höhen auf Gras
Die vierfache Grand-Slam-Siegerin Naomi Osaka hat anscheinend ihre Liebe für das Rasentennis entdeckt. Nach ihrem ersten Finale auf dem grünen Geläuf in Bad Homburg steht die Japanerin erstmals im Achtelfinale in Wimbledon. Einen großen Anteil daran gibt sie ihrem Coach Tomasz Wiktorowski.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
04.07.2026, 20:05 Uhr

Die ersten Schlagzeilen in Wimbledon über Naomi Osaka beherrschte mal wieder ihr extravagantes Outfit, das die Japanerin auf dem heiligen Rasen zur Schau trägt. Doch abgesehen von den Äußerlichkeiten überzeugt die 28-Jährige mit ihren bislang stärksten Leistungen auf dem zügigen Untergrund. Nachdem sie bereits beim Vorbereitungsturnier in Bad Homburg erstmals ein Endspiel auf diesem Belag erreichen konnte, das sie gegen die Tschechin Karolina Muchova aufgeben musste, läuft es bei ihr auch auf dem satten Grün in London. Mit drei blitzsauberen Auftritten, bei dem die vierfache Major-Siegerin keinen Satz und insgesamt nur 15 Spiele abgeben musste, spielte sie sich an der Church Roald souverän zum ersten Mal ins Achtelfinale.
Einen großen Anteil an der neu gewonnenen Rasen-Stärke schreibt die ehemalige Nr. 1 der Welt ihrem polinischen Coach Tomasz Wiktorowski zu, der früher auch seine Landsfrau Iga Swiatek zu großen Erfolgen führte: „Er fordert mich sehr dazu heraus, über den Tellerrand hinauszublicken. Im Vorfeld mussten wir viel auf Hartplatz trainieren, da es an meinem Trainingsstandort keine Rasenplätze gibt, aber wir haben einfach unterschiedliche Dinge gemacht. Dadurch habe ich das Rasentennis viel besser verstanden.“
Als weiteren Aspekt sieht die aktuelle Nr. 14 der Welt auch ihre Erfahrung dank des fortgeschritteneren Alters: „Ich glaube, als ich jünger war, war ich etwas sturer, was meine Spielweise auf diesem Belag anging. Aber mir ist das es viel mehr um einen flüssigen Spielablauf geht.“
Besonders begeistert ist Osaka von der smarten Herangehensweise ihres Coaches bezüglich des Spiels auf Rasen: „Auf Sand redet Tomasz eigentlich nicht so viel mit mir wie auf Sand. Er sagt mir eigentlich nur, dass ich mich auf Rasen auf meinen Instinkt und auf mich selbst vertrauen und den Weg nach vorne suchen soll. Wenn überhaupt, ermahnt er mich, das Tempo meiner Bälle hochzuhalten.“
Die nächste Beweisprobe in Wimbledon wird für Naomi Osaka die wohl größtmögliche sein. Höchstwahrscheinlich auf dem altehrwürdigen Centre Court wartet keine geringere Spielerin als die Top-Favoritin Aryna Sabalenka.
Hier das Einzel-Tableau der Damen aus Wimbledon
