Nicholas Massu über Dominic Thiems Indian-Wells-Sieg: "Hat den Grundstein gelegt"

Seit ziemlich genau einem Jahr ist Nicholas Massu mit Dominic Thiem auf der Tour unterwegs. Nun blickt der Chilene im Gespräch mit der ATP auf das erste Jahr der Zusammenarbeit zurück. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 20.03.2020, 07:36 Uhr

Nicholas Massu kann bislang auf eine höchst erfolgreiche Zusammenarbeit mit Dominic Thiem zurückblicken.
Nicholas Massu kann bislang auf eine höchst erfolgreiche Zusammenarbeit mit Dominic Thiem zurückblicken.

Es war ein Start nach Maß, den Nicholas Massu und Dominic Thiem hinlegten. Der Österreicher hatte zuvor die langjährige Zusammenarbeit mit Günter Bresnik beendet: "Er ist nun der Herr im Team, sonst war es immer ein bisserl der Günter", sollte Vater Wolfgang über die Entscheidung sagen. Als Nicholas Massu das Amt des Trainers übernahm, da kämpfte sich Thiem gerade durch eine schwierige Phase: Zweitrundenaus bei den Australian Open, bittere Halbfinalniederlage beim ATP-250-Event in Buenos Aires und ein enttäuschender Auftritt in Rio de Janeiro, als bereits in Runde eins gegen Laslo Djere Endstation war. Kurz gesagt: 2019 lief es noch ganz und gar nicht rund für den Österreicher. 

Dementsprechend gering waren auch die Erwartungen an den Österreicher beim ersten ATP-Masters-1000-Event in Indian Wells: Bislang hatte Thiem in Kalifornien lediglich einen Viertelfinaleinzug vorzuweisen, galt auf Hartplatz (noch) nicht als einer der Spieler, die gut für die ganz großen Titel sind. Doch dann kam Nicholas Massu - und alles anders. Das Training mit dem Chilenen startete direkt nach dem Ausscheiden gegen Laslo Djere an der brasilianischen Küste. "Wir waren auf einem schnellen Platz und trainierten dort fast sieben Tage lang in Brasilien bei sehr großer Hitze. Dann reisten wir nach Indian Wells, wo wir eine Art zweiwöchige Presaison hatten. Er hatte in Australien mehrere Probleme gehabt und es fehlte ihm ein wenig an Fitness. All diese Arbeitsstunden waren unerlässlich", blickt die ehemalige Nummer neun der Welt auf die Anfänge zurück. 

Indian Wells als Wendepunkte für Thiem

Angekommen in Indian Wells präsentierte sich Dominic Thiem dann wie ausgewechselt. In seinen ersten drei Matches gab sich der Österreicher aber auch gar keine Blöße, zog ohne Satzverlust ins Viertelfinale ein, in dem er von einer Aufgabe Gael Monfils` profitierte. Vielleicht war genau das Match, welches in der Vorschlussrunde folgen sollte, eines jener Matches, die einen Knackpunkt in einem Turnier, einer Saison, ja, vielleicht sogar einer Karriere darstellen können. Ganz sicher aber war es ein umkämpftes, ein enges Match, das die Zuschauer in den USA zu sehen bekamen. Dominic Thiem gegen Angstgegner Milos Raonic - zwei Mal hatte es dieses Match-Up zuvor gegeben, Satzgewinn war dem Österreicher in diesen beiden Aufeinandertreffen keiner gelungen. 

Doch es war dieser veränderte Thiem, der 2019 in Indian Wells auf dem Platz stand, der veränderte Thiem, der den Drei-Satz-Krimi gegen Milos Raonic gewinnen konnte, der veränderte Thiem der sich auch im Finale anschickte, Roger Federer den Titel streitig zu machen. Und wie schon im Halbfinale war es ein äußerst harter Kampf - abermals mit dem besseren Ende für den Österreicher. Ein Moment, an den sich auch Nicholas Massu gerne zurückerinnert: "Den letzten Punkt gegen Roger im Finale zu gewinnen, war der aufregendste Moment, es bedeutete, einen sehr wichtigen Titel zu besiegeln, seinen ersten in einem ATP-Masters-1000 und das nach so kurzer Zeit der Zusammenarbeit", erinnert sich der Chilene. 

Thiem mit Fortschritten auf schnellen Courts

Heute spricht Massu von einem Grundstein, den das Turnier in Indian Wells für die gemeinsame Arbeit gelegt habe: "Es gab einen Fortschritt auf den schnellen Courts, das war der Grund, wieso er mich geholt hat", so Massu. Jedenfalls war es ein Grundstein für eine höchst erfolgreiche Saison des Österreichers, genauer gesagt, seine erfolgreichste Saison überhaupt. Auf Indian Wells folgte der Sieg in Barcelona, der neuerliche Finaleinzug bei den French Open, die emotionalen Heimsiege in Kitzbühel und Wien. Auch in Peking konnte der 26-Jährige überraschend triumphieren und hätte der Saison beinahe bei den Nitto-ATP-Finals die Krone aufgesetzt, schlug Roger Federer und Novak Djokovic, im Finale aber musste sich der Lichtenwörther Stefanos Tsitsipas hauchdünn geschlagen geben. 

Allesamt Erfolge, für die Nicholas Massu keineswegs unverantwortlich ist: "Ich habe an der Seite von Dominic viele wichtige Situationen erlebt, die ich in gleicher Weise bewerte. Von Turniersiegen bis hin zu den Siegen in Grand-Slam-Halbfinals. All diese Siege haben mir sehr ähnliche Gefühle vermittelt. Sie haben mir viel Freude bereitet, weil sie das Ergebnis vieler Arbeitsstunden sind", erklärt Massu gegenüber der ATP. 2020 hatte die Rückkehr an den Ort, an dem die Zusammenarbeit begonnen hatte, bekanntermaßen wenig positive Momente parat - das Turnier in Indian Wells wurde aufgrund des grassierenden Coronavirus abgesagt. Das heißt aber auch, dass Dominic Thiem unter der Ägide von Nicholas Massu eben 2021 die Mission Titelverteidigung starten wird. 

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von Michael Rothschädl

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20.03.2020, 08:00 Uhr
zuletzt bearbeitet: 20.03.2020, 07:36 Uhr

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