"Nostalgisch und verbittert": Mouratoglou legt in Debatte mit Tsonga nach
Patrick Mouratoglou und Jo-Wilfried Tsonga lieferten sich in den letzten Wochen und Monaten auf Social Media einen äußerst hitzigen Schlagabtausch. Nun hat der Star-Coach nachgelegt.
von Clemens Engert
zuletzt bearbeitet:
28.02.2026, 08:15 Uhr

Auslöser der Kontroverse war ein Auftritt Tsongas bei „Univers Tennis“. Dort erklärte er, Carlos Alcaraz und Jannik Sinner würden von fehlender Konkurrenz profitieren. Mit Blick auf Alcaraz’ French-Open-Sieg 2025 meinte der 40-Jährige: „Er ist komplett, aber ist er mental und körperlich stärker als Djokovic, Nadal und Federer? Das wissen wir nicht wirklich.“ Er hätte Alcaraz gerne dabei gesehen, dass der Weg zu seinem Titel Siege gegen Spieler wie Juan Martin Del Potro, Andy Murray, Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal beinhaltet hätte, so Tsonga.
„Die Prime von Jo war nur eine Saison"
Tsongas Landsmann, der französische Star-Trainer Patrick Mouratoglou, widersprach vehement und meinte, er "glaube keine Sekunde daran, dass die heutigen Topspieler schwächer oder weniger gefährlich sind als frühere Generationen.“ Der 55-Jährige nannte in diesem Zusammenhang Spieler wie Jack Draper, Holger Rune, Alex De Minaur, Taylor Fritz, Ben Shelton und Felix Auger-Aliassime und betonte: „Das sind riesige Spieler. Wirklich riesige.“ Die Situation verschärfte sich zusätzlich, als Mouratoglou schließlich in einem Kommentar meinte: „Die Prime von Jo war nur eine Saison.“
Das ließ wiederum Tsonga nicht auf sich sitzen und antwortete auf Instagram: „Du musst etwas Respekt zeigen für den Spieler, der ich war, wenn du behauptest, ich hätte nur eine gute Saison gehabt.“ Er stellte zudem klar: „Ich denke, du wirst nur als ‚der Trainer‘, der Kommentator, der Eventorganisator, der Patron in Erinnerung bleiben.“ Abschließend meinte der ehemalige Weltranglisten-Fünfte: „Du weißt nicht, wie es sich anfühlt, als Spieler in die Arena zu gehen. Du bist nicht in der besten Position, mir Lektionen über Spitzentennis zu erteilen.“
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“Tennis entwickelt sich”
Nach einer zwischenzeitigen Funkpause legte Mouratoglou nun auf Instagram nach. „Ich habe kürzlich gesagt, dass die jetzigen Top 10 stärker sind als vor zehn Jahren. Seitdem habe ich ähnliche Meinungen von Fritz, Zverev, Medvedev und Wawrinka gehört. Mein Argument war folgendes: Tennis entwickelt sich, und die neue Generation ist immer stärker als die vorherige, weil sich Tennis eben weiterentwickelt. Es geht nicht darum, die vorherige Generation herabzusetzen, sondern lediglich um die Feststellung einer Tatsache in der Geschichte unseres Sports. Und zweitens: Menschen, die negativ oder aggressiv reagieren, sind einfach sehr nostalgisch, was ich nachvollziehen kann, und für manche vielleicht auch etwas verbittert", kann sich Mouratoglou einen Seitenhieb in Richtung Tsonga wieder nicht verkneifen.
Es ist wohl davon auszugehen, dass eine Replik des Australian Open-Finalisten von 2008 nicht allzu lange auf sich warten lässt.
