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Kann Alcaraz Djokovics Jahrhundertstart von 2011 knacken?

Carlos Alcaraz ist mit zwölf Siegen aus zwölf Matches perfekt in die Saison 2026 gestartet. Doch reicht seine aktuelle Form, um in Dimensionen vorzustoßen, die bislang nur Novak Djokovic erreicht hat?

von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet: 22.02.2026, 20:14 Uhr

Bei den Australian Open standen sich Alcaraz und Djokovic im Finale gegenüber
© Getty Images
Bei den Australian Open standen sich Alcaraz und Djokovic im Finale gegenüber

Mit den beiden Turniersiegen in Melbourne und Doha hat Carlos Alcaraz seine Saisonbilanz auf 12:0 geschraubt. Damit hat er einen Start hingelegt, der immerhin beeindruckt, der Maßstab bleibt aber nach wie vor Novak Djokovic. Dieser eröffnete die Saison 2011 mit einer Serie von unglaublichen 41 Siegen und spielte generell eine Saison, die bis heute als vielleicht beste der Tennisgeschichte gilt. Kann Alcaraz hier mithalten und über Monate hinweg fehlerlos bleiben?

Warum Djokovics Rekord unerreichbar wirkt

Djokovics Serie war einfach nur erschreckend stabil. In 41 Matches gab er lediglich 11 Sätze ab, hielt seinen Aufschlag zu 86 Prozent, breakte Gegner in 38 Prozent der Returnspiele und gewann insgesamt 56 Prozent aller gespielten Punkte. Selbst im Vergleich mit seinen eigenen Glanzjahren handelt es sich dabei um unfassbare Bestwerte. Der Schlüssel: Djokovics Konstanz. Selbst enge Matches wirkten selten wirklich offen. 

Alcaraz im Zahlencheck

Alcaraz’ aktuelle Werte sind bislang bemerkenswert. Seine Aufschlagquote liegt 2026 bei rund 90 Prozent. Diese Quote ist höher als Djokovics 2011er-Wert. Auch über die vergangenen 52 Wochen hinweg bleibt er mit etwa 88 Prozent auf absolutem Topniveau. Der Unterschied zeigt sich vor allem beim Return: Mit einer Breakquote von rund 30 bis 31 Prozent bleibt Alcaraz etwas hinter Djokovics 38 Prozent zurück. Das liegt teils an der heutigen Serve-Dominanz, teils an seiner Spielanlage (denn der Spanier erspielt sich zwar pro Match viele Breakchancen, lässt mit seinem risikohaften Spiel aber auch regelmäßig welche liegen).

Der Kalender als größter Gegner

Die kommenden Wochen werden entscheidend. Indian Wells gilt als Alcaraz’ Wohlfühlturnier, Miami ist anspruchsvoller und könnte (zumindest theoretisch) taktisch umgangen werden, um Kräfte für die Sandsaison zu sparen. Sollte Alcaraz die Sunshine-Double-Turniere ungeschlagen überstehen, böte der Wechsel auf Sand durchaus Chancen, die Serie weiter auszubauen. Doch selbst eine makellose Clay-Saison würde ihn rechnerisch nicht automatisch in die Nähe der magischen 41 bringen – was vor allem eines verdeutlicht: wie absurd hoch Djokovics Benchmark tatsächlich liegt.

Warum die Jagd trotzdem Sinn ergibt

Rekorde fallen nicht unbedingt immer, weil sie realistisch sind, sondern weil jemand sie ehrgeizig attackiert. Alcaraz besitzt genau diese Mischung aus spielerischer Brillanz, mentaler Gier und körperlicher Überlegenheit, um zumindest in Schlagdistanz zu bleiben. Die Wahrscheinlichkeit spricht klar gegen ihn. Letztlich ist er aber derzeit der einzige Spieler, bei dem sich diese Frage nach dem Rekord überhaupt sinnvoll stellen lässt.

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von Isabella Walser-Bürgler

Montag
23.02.2026, 08:04 Uhr
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