Ohne Matchpraxis zum US-Open-Titel - kann das für Sinner und Alcaraz funktionieren?
Weder Jannik Sinner noch Carlos Alcaraz werden vor den US Open 2026 ein Match auf Hartplatz bestritten haben. Kann das in New York City überhaupt funktionieren?
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
10.08.2026, 09:47 Uhr

Nach seinen ersten Partien in Wimbledon 2026 hat Jannik Sinner fast mantrahaft wiederholt, dass er sich für das kommende Jahr eigentlich schon vornähme, ein Vorbereitungsturnier zu bestreiten. So ganz ohne Matchpraxis auf den Londoner Rasen zu kommen - das hat dem späteren Champion anfangs Probleme bereitet. Gegen Miomir Kecmanovic musste Sinner ja gleich zum Auftakt über fünf Sätze gehen.
Damals war die Enthaltung indes selbst gewählt. Aktuell ist die Lage bei Sinner eine andere: Das rechte Knie zwickt. Und man darf dem Weltranglisten-Ersten durchaus glauben, dass ihn auch die Absage für das 1000er in Cincinnati schmerzt. Es heißt also erneut: Rein ins kalte Wasser, diesmal im Billie Jean King National Tennis Center, wo Jannik Sinner im vergangenen Jahr ein hochklassigen Endspiel gegen Carlos Alcaraz verloren hat.
Federer gewinnt die Australian Open 2017 nach halbjähriger Pause
Apropos: Eben der möchte, Stand jetzt, ja auch in Flushing Meadows zurück auf die Tour kommen. Was noch ein bisschen ambitionierter erscheint als das Antreten von Sinner. Alcaraz hat seit einem Rückzug Mitte April in Barcelona kein Match mehr bestritten, das Handgelenk ist offenbar noch nicht so weit einsatzbereit, dass der siebenmalige Major-Champion Turniere bestreiten kann. Geschweige denn eines, dass im Best-of-Five-Modus ausgetragen wird.
Präzedenzfälle, dass es funktionieren kann, nach längerer Pause auch eines der vier großen Championships zu holen, gibt es. Man denke nur an das Jahr 2017, als Roger Federer als Nummer 17 zu den Australian Open und ein einziges Turniermatch nach Wimbledon 2016 angereist ist und dort letztlich den Titel holen konnte. Das ist Jannik Sinner natürlich auch zuzutrauen. Vor allem, wenn er gut durch die in der Regel heißeren ersten Tage kommt. In den Night Sessions im Arthur Ashe Stadium muss man sich um Sinner keine Sorgen machen. Carlos Alcaraz dagegen wird ohne Titelansprüche nach New York kommen - seine Rückkehr nehmen die Tennisfans aber so oder so mit größter Freude auf.
