Padel-Ass Nick Merten: "In die Top 100 ist es nochmal ein großer Sprung"

Nick Merten ist der beste Padelspieler Deutschlands. Im Interview im Rahmen der Padel Days am Flughafen München beschreibt er, wie es um den deutschen Padelsport international bestellt ist.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 17.08.2026, 17:59 Uhr

Nick Merten bei den Padel Days am Flughafen München
© Padel Days
Nick Merten bei den Padel Days am Flughafen München

NIck Merten ist die deutsche Nummer eins im Padel. Am vergangenen Wochenende war Merten zu Gast bei den Padel Days am Flughafen München. Und hat dort in einem Interview erläutert, wie weit der Weg in dieser noch jungen Disziplin in Deutschland bis in die erweiterte Weltspitze ist. 

Wie bist du zum Padel gekommen?

Ich habe früher leistungsorientiert Tennis gespielt. Bin dann im Alter von 21/22 immer mehr zu Padel gewechselt, weil es innerhalb von 5-10 Minuten zu meinem Wohnraum eine Padelanlage gab. Mich hat dann ein relativ guter Freund - den ich auch vom Tennis kannte - Johannes Lindmeyer (der auch sehr sehr gut spielt) gefragt, ob ich nicht ein bisschen mehr Padel spielen will, weil er auch ein Talent für den Sport gesehen hat. Daraufhin habe ich es intensiver betrieben, bis irgendwann der komplette Switch zu Padel kam. Und ja dann ist es viel Fleiß, Arbeit und Training, um sich dann an die Spitze zu spielen. Das klappt natürlich nicht immer, gehört auch Glück dazu. Und habe auch Glück, dass ich einen sehr guten Partner habe mit Christian Böhnke, bin ich sehr sehr zufrieden. Mittlerweile spielen wir um die deutsche Spitze und da wollen wir so lange wie möglich bleiben.

Wie sieht dein Padel-Jahr aktuell aus?

Im Jahr spiele ich ca. 20-25 Turniere, mit deutschen Turnieren plus EM, WM, internationalen Turnieren. Ich bin also schon mindestens jedes zweite Wochenende unterwegs und nimmt dementsprechend einen großen Teil meiner Zeit ein.

Wieviel und welche Turnier-Kategorien spielst du international und wie siehst du dich im Vergleich zur internationalen Spitze? Ist der Weg vorgezeichnet in die Top 100?

Verglichen mit der Tennistour würde ich sagen, ist es aktuell eher vergleichbar mit den Challengerevents. Premier Padel wären sozusagen die großen ATP-Turniere, darunter gibt es dann FIP-Turniere, da gibt es Gold, Silber, Bronze. Bronze und Silber spielen wir schon 5-10 Turniere im Jahr, um uns auch international zu entwickeln, von den anderen Nationen zu lernen und zu sehen, wo wir stehen. In die Top 100 und die Weltspitze ist es nochmal ein ordentlicher Sprung, weil wir in Deutschland gar nicht die Möglichkeiten haben, unter professionellen Bedingungen zu trainieren. Wir haben aktuell keinen eigenen Trainer in Deutschland und kein vorgegebenes Fitnesstraining. Keine Akademie, in die wir morgens zum Training gehen, Fitness machen und und und. Das gibt’s leider in Deutschland noch nicht. Da sind uns die anderen Nationen, ob es jetzt Niederlande, Belgien oder Frankreich ist, einfach noch voraus. Deshalb würde ich sagen, es ist noch nicht möglich, bei den Top 100 mitzuhalten, kann mir aber vorstellen, dass das in Zukunft irgendwann so sein wird.

von tennisnet.com

Montag
17.08.2026, 16:15 Uhr
zuletzt bearbeitet: 17.08.2026, 17:59 Uhr