Padel - Wie kann dieser Sport noch populärer werden?

Die Vienna Padel Open haben in der vergangenen Woche großen Sport gebracht. Ganz angekommen beim Publikum ist diese spannende neue Disziplin aber noch nicht.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 15.06.2022, 12:52 Uhr

Padel hat Zukunft - wenn man es richtig anlegt
© GEPA Pictures
Padel hat Zukunft - wenn man es richtig anlegt

Wer vergangene Woche bei den Vienna Padel Open vorbeigeschaut hat, der wird zu keinem anderen Urteil gekommen sein, als dass diese noch relativ junge Disziplin fantastische Unterhaltung bietet. Dynamik, Spielwitz, taktische Finesse, Ballwechsel, die teilweise eine Minute und sogar länger andauern - dazu zwei Endspiele mit den großen FavoritInnen, die am Ende beide knapp gescheitert sind. Was will man mehr? Tja: doch einiges.

Denn wahr ist natürlich auch: Auf den Tribünen in der STEFFL Arena waren noch ziemlich viele Plätze frei. Und von den Zuschauern, die die SpielerInnen angefeuert haben, sind doch ein Großteil über diverse Spezialaktionen (etwa via Trikot der österreichischen Fußballnationalmannschaft oder als StudentInnen) in die Halle gekommen. Hoffnungsvolle Lokalmatadoren hätten geholfen, das war in Brüssel und Kopenhagen, wo die World Padel Tour in diesem Jahr auch schon gastiert hat, nicht anders.

Christoph Krenn und David Alten, die beiden besten österreichischen Spieler, sind mit einer Wildcard ins Tableau gekommen, haben sich wacker geschlagen. Werden sich der erweiterten Weltspitze aber nur dann annähern können, wenn sie sich auch weiterhin mit den Spaniern und Argentiniern, die den Padel-Sport beherrschen, messen können. Und wann gäbe es dazu die nächste Gelegenheit? Was fehlt, ist ein Unterbau wie im professionellen Tenniszirkus mit der ITF- und der ATP-Challenger-Tour. Was insofern schwierig ist, weil sich die World Padel Tour und der Internationale Padel Verband im Moment nicht grün sind und sich gegenseitig die besten Spieler abspenstig machen. Man sieht sich wohl bald vor Gericht.

Kaum Möglichkeiten für die nationalen Spitzenspieler

Über die mediale Verbreitung kann das Wiener Turnier nicht klagen, die entscheidenden Matches waren im Stream und auch im Sportsender des ORF zu sehen. Und noch ist diese junge Disziplin in den deutschsprachigen Ländern ja am Wachsen, die Anzahl der Padel-Courts wird in den kommenden Jahren eher exponentiell steigen. Was noch nicht garantiert, dass es in absehbarer Zeit ein Doppel aus Deutschland oder Österreich geben wird, das mit Juan Lebron und Alejandro Galan auf Augenhöhe agieren könnte.

Aber wenn es auch im Sinne dieser beiden Ausnahmespieler ist, dass die Sportart weiter wächst, dann muss am Point of Sale, bei den Turnieren also, mehr passieren. Dann müssten die wenigen Lokalmatadoren und auch die Superstars sich für die zahlende Kundschaft Zeit nehmen, Workshops veranstalten, selbst mit auf die Courts gehen. Die Kapazitäten wären in Wien ja vorhanden. Und noch eines: die Kinder nicht vergessen. Ja, Kids Days können für die Profis akustisch eine Herausforderung, gerade in einer Halle. Aber wann, wenn nicht im jungen Alter, sollte man die erste native Generation an Padel-Spielern für diesen Sport begeistern?

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von Jens Huiber

Mittwoch
15.06.2022, 16:10 Uhr
zuletzt bearbeitet: 15.06.2022, 12:52 Uhr