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Pat Cash: "Man hätte Gauffs Aufschlag in fünf Minuten beheben können"

Pat Cash, Wimbledon-Sieger von 1987, ist der Meinung, dass die heutige Spielergeneration oft schlecht beraten ist, was ihr Coaching betrifft. Als konkretes Beispiel nennt der Australier Coco Gauff.

von Clemens Engert
zuletzt bearbeitet: 10.01.2026, 06:48 Uhr

© Getty Images
Coco Gauffs Achillesferse ist der Aufschlag.

Die US-Amerikanerin hatte in der Vergangenheit immer wieder mit ihrem Service zu kämpfen und produzierten mitunter Doppel-Fehler en masse. Schließlich konsultierte sie in ihrer Verzweiflung vor den letztjährigen US Open den Biomechanik-Coach Gavin MacMillian - ein Schritt, der viel zu spät erfolgte, wie Cash glaubt.

"Man hätte Coco Gauffs Aufschlag in fünf Minuten beheben können. Stattdessen hat sie Jahre dafür gebraucht", so der Wimbledon-Sieger von 1987 in einem Gespräch mit "Tennis365". Er selbst habe mit Gavin MacMillan an einer Lösung für Brandon Nakashimas Aufschlag gearbeitet, und MacMillan sei mittlerweile so etwas wie ein echter "Aufschlag-Guru", meint Cash.

“Das ist unbezahlbar”

Der ehemalige Weltranglisten-Vierte ist überhaupt der Ansicht, dass viele der aktuellen Profis schlecht beraten seien, was ihr Coaching-Umfeld betrifft. So ist Cash etwa davon überzeugt, dass zu wenige Spieler auf die Expertisen ehemaliger Champions setzen würden. „Als Ex-Spieler verkaufst du dein Fachwissen an einen Spieler“, erklärt der 60-Jährige. „Du verkaufst 30 oder 40 Jahre Erfahrung und Wissen, und das ist unbezahlbar. Dafür bekommst du Geld, und das muss wertgeschätzt werden, was aber nicht immer der Fall ist. Oftmals schaden sie [die Spieler] sich selbst, indem sie ihre Pläne nicht konsequent umsetzen oder gute Ratschläge ignorieren.“

Cash führte dazu auch ein Beispiel aus einer anderen Sportart an: „Ich habe es schon so oft erlebt, dass Spieler ihren Trainer entlassen. Auch im Fußball sieht man das, wo Chelsea seinen Trainer nach ein paar Niederlagen feuert. Was bringt ihnen das?“.

“Sie schaden sich damit selbst”

Es zahle sich aus, einem Coach Zeit zu geben, ist Cash überzeugt. "Schaut man sich die besten Tennisspieler an, sieht man, dass sie genau das getan haben. Was wir aber jetzt beobachten, ist der Trend, dass Spieler ihre Trainer wegen ein paar Euro hier und da wechseln“, fügte er hinzu.

Das sei der komplett falsche Weg. Als Coach geben man "einem Spieler sein gesamtes Wissen weiter und möchte, dass er mit einem zusammenarbeitet, um eine erfolgreiche Karriere aufzubauen. Oftmals nehmen sie [die Spieler] das Wissen aber einfach mit und ziehen dann los. Das sehen wir häufig, und im Großen und Ganzen funktioniert es nicht und sie schaden sich damit selbst.“
 

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Samstag
10.01.2026, 10:00 Uhr
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