Patrick Mouratoglou fordert Hilfe für Tennisspieler

Die Stimmen, die eine Unterstützung der derzeit arbeitslosen Tennisprofis fordern, die nicht zu den Großverdienern der Branche gehören, werden immer lauter. Zuletzt machte der Coach von Serena Williams, Patrick Mouratoglou, auf das Thema aufmerksam.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 08.04.2020, 12:51 Uhr

Patrick Mouratoglou kennt alle Seiten des Tennisgeschäfts
© Getty Images
Patrick Mouratoglou kennt alle Seiten des Tennisgeschäfts

Patrick Mouratoglou kennt viele Seiten des Tennis-Business: Zum einen betreut der Franzose seit Jahren mit Serena Williams eine Frau, die finanziell längst ausgesorgt hat. Auch die Familie um Stefanos Tsitsipas, mit der Mouratoglou öfter auf Reisen ist, hat durch die lange Corona-Pause nicht mit Existenznöten zu kämpfen. Anders sieht es da schon bei Spielern aus, die in der Weltrangliste einen dreistelligen Rang belegen. Um eben die sorgt sich der Star-Coach, der bei Eurosport auch ab und zu als TV-Experte.

Andererseits hat Mouratoglou in seiner Akademie aber auch schon junge Menschen betreut, deren Eltern zwar viel Geld investiert, die den Sprung ins professionelle Tennis allerdings nie geschafft haben. Oder außerhalb der besten 100 Ranglistenplätze ihr Dasein fristen. Um letztere mach sich Patrick Mouratoglou ernsthafte Sorgen. Den Topspielern gehe es gut. „Ich finde es jedoch empörend, dass die Nummer 100 einer der beliebtesten Sportarten der Welt – verfolgt von geschätzt einer Milliarde Fans – kaum seinen Lebensunterhalt davon bestreiten kann“, erläuterte Mouratoglou in einem Instagram-Post.

Im Gegensatz zu Sportlern, die im Fußball oder Basketball ihr Geld verdienen und ein regelmäßiges Einkommen erhalten, stünden die Tennisprofis in Zeiten wie diesen extrem schlecht da.

Torebko - "Für alle hinter den Top 100 wird es richtig haarig"

In dasselbe Horn stößt auch Peter Torebko, deutscher Profi, der 2018 als Hitting Partner bei den ATP Finals in der Londoner O2 Arena (übrigens für sehr kleines Geld) mit den Stars der Branche Bälle geschlagen hat. Im Gespräch mit SPORT1 sagte Torebko: „Die Spieler der Top 100 machen viel Geld, aber für alle dahinter wird's richtig haarig.“  Torebko steht in der ATP-Weltrangliste derzeit jenseits der Top 300, sein lukrativster Arbeitsauftrag, der Spielbetrieb in diversen Tennis-Bundesligen, ist allerdings auch bis auf weiteres versiegt. „Das ist zum einen eine sichere Einnahmequelle und zum anderen sehr unkompliziert. Wenn man das früh genug plant, ist man abgesichert", so Torebko.

Die Georgierin Sofia Shapatava hat vor ein paar Tagen eine Petition gestartet, die für eine Unterstützung jener Tennisprofis wirbt, die eben nicht wie die Federers, Nadals und Djokovics auf Rosen gebettet sind. Mittlerweile haben sich mehr als 1.300 SpielerInnen dieser Petition angeschlossen.

Und auch Coach Sven Groenefeld hat nach der Absage von Wimbledon dezidiert darauf hingewiesen, dass es nun an der Zeit wäre, dass sich die Verantwortlichen im Tennissport um all jene kümmern, die das Fundament der Weltsportart bilden.

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von tennisnet.com

Mittwoch
08.04.2020, 14:05 Uhr
zuletzt bearbeitet: 08.04.2020, 12:51 Uhr