Patrick Mouratoglou schlägt Alarm: "Tennis ist ein Relikt von gestern"
Kaum jemand scheint sich so sehr um die Zukunft des Tennis-Sports Sorgen zu machen wie Star-Coach Patrick Mouratoglou. In einem aktuellen Interview gibt der Franzose wieder einmal eine düstere Prognose ab.
von Clemens Engert
zuletzt bearbeitet:
05.04.2026, 08:06 Uhr

Anlässlich des, von Mouratoglou selbst ins Leben gerufenen "Ultmate Tennis Showdown"-Events, schlug der Starcoach Alarm: "Ich weiß wirklich nicht wie Tennis bis 2050 oder 2055 überleben soll, ich sehe da keine Möglichkeit. Jede Sportart ist nur dann profitabel und erfolgreich, wenn sie Zuschauer hat. Ohne eine breite Fangemeinde gibt es weder Sponsoren noch Zuschauer. Wenn also die unter 30-Jährigen dieses Produkt nicht konsumieren, ist Tennis in den nächsten 30 Jahren in Gefahr", so der 55-Jährige.
“Das Produkt ist nicht mehr zeitgemäß”
"Tennis ist ein Relikt von gestern. Es entstand vor 1900, und das Format hat sich seitdem nicht verändert. Heute haben sich die Konsumgewohnheiten durch soziale Medien, Streaming-Plattformen und Videospiele komplett gewandelt. Menschen unter 30 konsumieren Inhalte nicht mehr wie früher", meint Mouratoglou, der sich mit seiner Einschätzung nicht alleine wähnt. "Selbst die Spieler selbst geben auf Nachfrage ausnahmslos zu, dass sie keine kompletten Spiele mehr schauen. Sie sagen, die Spiele seien zu lang, und sie konzentrieren sich nur noch auf die Highlights. Das Produkt ist nicht mehr zeitgemäß; ja, für uns mag es noch passen, für mich, aber nicht für Menschen unter 30“, alarmiert der Franzose abschließend.
UTS als Zukunft des Tennis?
Wenig überraschend brachte Mouratoglou als mögliche Lösung für diese Probleme sein eigenes Event, den "Ultmate Tennis Showdown" (UTS), ins Spiel. Der UTS ist ein Showevent mit einem reduzierten Format und speziellen Regeln, bei dem jeder Spieler je nach Leistung einen bestimmten Betrag verdient. Für viele Außenstehende wirkt das Event eher wie eine Gameshow im Fernsehen als eine ernsthafte sportliche Auseinandersetzung. Mouratoglou widerspricht dieser Einschätzung. "Die UTS ist eine Mischung aus echtem Sport und Unterhaltung, beides zugleich. Es ist nicht nur das eine oder das andere", argumentiert der Franzose.
Gleichzeitig lädt er die ATP und WTA zur zukünftigen Zusammenarbeit ein. „Wenn die Leute kein traditionelles Tennis mehr sehen wollen, werden ATP und WTA gezwungen sein, das Format von heute auf morgen komplett zu ändern, was kompliziert wird. Vielleicht können sie mit uns zusammenarbeiten und diese beiden Formate parallel existieren lassen, bis es möglicherweise zu einer Änderung kommt“, drängt Mouratoglou auf die große Tennisbühne.
Ein Schelm, der denkt, dass es dem Starcoach bei alldem nicht nur um die Zukunft des Tennissports geht.
