Philipp Kohlschreiber: "Man könnte uns auf die dunkle Seite des Mondes schicken"

Im Gegensatz zu den Newcomern Dominik Koepfer, Kevin Krawietz und Andreas Mies, gilt Philipp Kohlschreiber als Veteran des Davis-Cups. Seit seinem Debüt im Jahre 2007, bestritt der 36-jährige Augsburger 21 Begegnungen für Deutschland. Durch seinen Erfolg über den Chilenen Nicolas Jarry in der Gruppenphase der Davis-Cup-Finals verbuchte Kohlschreiber seinen 21. Sieg im Wettbewerb der Nationen. Verständlich, dass die Meinung des Routiniers bezüglich des neuen Formats in Madrid auch bei internationalen Medienvertretern gefragt war.

von Florian Heer aus Madrid
zuletzt bearbeitet: 23.11.2019, 15:04 Uhr

Philipp Kohlschreiber
Philipp Kohlschreiber

„Ich habe bereits einige Davis-Cup-Begegnungen gespielt. Dies hier ist eine völlig andere Veranstaltung“, sagte Kohlschreiber auf Englisch während der Abschlusspressekonferenz der deutschen Mannschaft nach der 0:2-Niederlage im Viertelfinale gegen Großbritannien.

„Wir hatten über die Tage hier lediglich ein paar deutsche Fans dabei, worüber ich mich natürlich sehr freue. Es hat sich allerdings zu keinem Zeitpunkt nach einem Heimspiel angefühlt. Dieser Vorteil ist vollständig abhandengekommen. Es war eine andere Atmosphäre und fühlte sich auch auf dem Platz anders an.“

Deutschland trug all seine drei Matches im eher spärlich besetzten zweiten Stadion der Caja Magica aus. Die Gegner aus Argentinien, Chile und auch Großbritannien waren in Bezug auf die Anhängerschaft immer in der Überzahl. Auswärtsfeeling pur für die Mannschaft um Team-Kapitän Michael Kohlmann. Für Kohlschreiber jedoch kein Grund zum Verzagen.

Auf der Suche nach dem speziellen Davis-Cup-Gefühl

„Wir spielen immer noch für Deutschland. Das ist etwas Besonderes. Man könnte uns auf die dunkle Seite des Mondes schicken und wir werden immer noch unser Land vertreten. Kosmos hat einige Dinge, wie Unterbringung und Organisation richtig gut gemacht. Allerdings habe ich das ganz spezielle Gefühl vermisst.“

Auch Kohlschreibers Team-Kollege Jan-Lennard Struff konnte dem Event Positives abgewinnen. „Man hat uns hier sehr gut behandelt“, verriet Deutschlands Nummer 1 in Madrid. „Es gab gute als auch negative Dinge, wozu beispielsweise die späten Spielansetzungen zählen. Ich wollte jedoch zuerst hierherkommen, um mir eine eigene Meinung bilden zu können.“

Eine Äußerung, ob der Davis-Cup wieder zum alten Format zurückkehren sollte, gab es von Kohlschreiber nicht. „Die Leute an der Spitze des Tennis hatten sich Gedanken darüber gemacht etwas zu verändern, da anscheinend etwas falsch gelaufen ist. Ich bin lediglich ein Spieler und habe über Sponsoring oder das Medieninteresse keine Kenntnis. Da steckt viel Politik dahinter und man hat sich für ein komplett neuen Stil des Davis-Cups entschieden. Ich mag jedoch die Tradition“, so Kohlschreiber.

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zuletzt bearbeitet: 23.11.2019, 15:04 Uhr

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