Rafael Nadal gibt tiefe Einblicke: "Ich hatte Zweifel, ob ich aufhören sollte“

Nach einem weiteren erfolgreichen Jahr mit zwei Grand-Slam-Titeln hat Rafael Nadal in einem Interview tiefe Einblicke in seine Gefühlswelt gegeben. Der Spanier gab zu, im Frühjahr 2019 an einen Rücktritt gedacht zu haben. Ein Turnier auf seinem geliebten Sandplatz brachte den Umschwung.

von Lukas Zahrer
zuletzt bearbeitet: 27.12.2019, 07:02 Uhr

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„Um ehrlich zu sein, ich dachte niemals daran, in meinem Alter noch Tennis zu spielen“, sagte Nadal im Interview mit AS. „Mir wurde immer gesagt, dass ich mit meinem Spielstil keine lange Karriere haben würde. Irgendwann glaubte ich auch daran und dachte, schon in der Pension zu sein und eine Familie zu haben.“

Von einem Rücktritt scheint Nadal aktuell allerdings noch weit entfernt. Der 33-Jährige holte in der vergangenen Saison nicht nur seinen zwölften Titel bei den French Open, sondern im September bei den US Open den 19. Major-Triumph seiner Karriere.

Bei den ATP Finals in London schied er zwar nach der Gruppenphase trotz zweier Siege aus, sicherte sich allerdings erneut die Position an der Spitze der ATP-Weltrangliste. Ein Umstand, der noch zu Beginn der Saison fast unmöglich schien.

„Ich erlebte viel. Einige unglaublich positive, aber auch manche wirklich harte Momente“, sagte Nadal. Er könne nicht vergessen, wie schlimm der Beginn der Sasion war. In Brisbane musste er aufgrund einer Verletzung im Quadrizeps zurückziehen. „Es sind Kleinigkeiten, die man gerne vergisst. Aber in dem Moment zerriss es mich innerlich“, gab Nadal zu.

Rafael Nadal: Indian Wells "war der schlimmste Moment"

Nach einer bitteren Abfuhr im Finale der Australian Open gegen Novak Djokovic hatte er in Acapulco mit Schmerzen im Handgelenk zu kämpfen. In Indian Wells konnte er zu seinem Halbfinale gegen Roger Federer nicht antreten, weil sein Knie nicht mitspielte. „Das war der schlimmste Moment“, meinte Nadal.

Viele Zweifel begleiteten den Mallorquiner in der Vorbereitung auf die Sandplatzsaison. Vor dem Auftakt in Monte Carlo beendete er sogar das Training, um im Kopf frisch zu werden und auf andere Gedanken zu kommen. Nadal trat in Monaco mit einer Infektion im Nagel an, was Schmerzen in einem Finger verursachte.

„Ich war wirklich ausgelaugt und hatte Zweifel, ob ich weitermachen oder aufhören sollte, weil ich Woche für Woche Probleme hatte“, sagte Nadal. In Barcelona sperrte er sich gar einen Tag in sein Hotelzimmer ein, um mit sich selbst ins Reine zu kommen. Gemeinsam mit der Unterstützung seiner Familie und seiner Betreuer fand er wieder seine Motivation. Ein klarer 6:3, 6:3-Sieg gegen David Ferrer sorgte für ein Umdenken und den Umschwung.

Zwar unterlag er später Dominic Thiem, der sich den Barcelona-Titel sicherte. Doch das Selbstvertrauen war zurück, Nadal gewann in Rom und wenig später auch in Paris. „Es war hochkomplizierte mentale Arbeit, vor allem wegen meiner hohen Zielsetzung. Mit meinem Team änderte ich ein paar Kleinigkeiten“, sagte Nadal.

So änderte er etwa seinen Aufschlag, um aggressiver zu spielen und ihm so eine Chance auf eine längere Karriere zu geben. „Ich servierte den zweiten Aufschlag noch nie so hart wie 2019, denn der nächste Schlag sollte ein offensiver sein.“

Rafael Nadal: Ein Wunsch - keine Verletzungen

Für die kommende Saison wünscht sich Nadal vor allem Gesundheit. „Ich will glücklich sein“, sagte Nadal kurz. Er gehe zwar ambitioniert, aber ohne zu übertreiben in die neue Spielzeit. Die Marke von 20 Grand-Slam-Titeln sei zwar nahe, aber Nadal wolle sich am Ende des Jahres sagen können, er hätte alles gegeben.

Der neuen Generation rät er, sich auf die großen Turniere zu fokussieren. Konkret nannte er Daniil Medvedev, Stefanos Tsitsipas und Dominic Thiem als große Kontrahenten. Denis Shapovalov traue er zudem einen großen Sprung zu, Jannik Sinners Fortschritt sei schlicht „unglaublich“.

Hier geht es zum gesamten Interview mit Rafa Nadal (auf Spanisch).

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von Lukas Zahrer

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