Roland-Garros 2024: Sebastian Ofner - „Ich glaube, die Franzosen mögen mich“
Mit dem Ausscheiden von Sebastian Ofner ist kein Österreicher mehr im Einzel bei den French Open 2024 vertreten. Aber der Steirer hat auch gegen Corentin Moutet noch einmal so richtig Spaß gemacht.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
01.06.2024, 08:20 Uhr

Von Jens Huiber aus Roland-Garros
Mitte des vierten Satzes am späten Freitagabend auf dem Court Suzanne-Lenglen hat es eine nette Szene gegeben: Sebastian Ofner war ein wunderbarer Stopp gelungen, einer der Wenigen, ansonsten oblag diese Spielvariante ja eher Corentin Moutet. Zu diesem Zeitpunkt war schon klar, dass Ofner dieses Match, frei nach Toni Pfeffer, nicht mehr hoch gewinnen würde. Er forderte die Fans dennoch zum Applaus auf. Und die goutierten die Szene sogar mit „Ofi, Ofi“-Sprechchören.
Ein paar Minuten später war die Reise von Sebastian Ofner an ihr Ende gekommen, Und es war eine schöne Reise. Nicht ganz so weit wie im vergangenen Jahr, als Ofner noch das Achtelfinale gegen Stefanos Tsitsipas spielen durfte. Aber doch auch wieder begeisternd - mit zwei Partien, die er nach 0:2-Satzrückstand noch gedreht hat. Und mit dem stimmungsvollen Abschluss gegen Moutet, wo ab Mitte des zweiten Satzes die Kräfte einfach nicht mehr gereicht haben.
Comebacks wie das gegen Baez kosten Kraft
Wer sich erinnern kann: Ofner war gegen Terence Atmane schon so gut wie ausgeschieden, wie auch ein paar Tage später gegen Sebastian Baez. Zwei Comebacks dieser Größenordnung kosten enorm viel Kraft, hinterlassen auch beim extrem fitten Sebastian Ofner ihre Spuren. Dass er dann ausgerechnet auf einen Stopp-Slice-Zocker wie Moutet trifft - da war auch ein wenig Pech dabei. Und einen Tag Pause nach dem Baez-Match hätte Ofner auch herzlich gerne genommen.
Wenige Minuten nach seinem Ausscheiden hatte Sebastian Ofner keineswegs schlechte Laune. Grade, was die Atmosphäre im Stadion anbelangt hatte. „Dass hier und da einer rein ruft, ist klar. Das stört mich aber nicht. Ich glaube auch, dass mich die Franzosen mögen. Es war schon gegen Atmane so, dass sie richtig fair waren. So etwas wie heute ist richtig geil, das hat man nicht oft. Und das ganze drei Stunden durchgehend? Wo hat man das schon: Dass man drei Stunden auf dem Platz steht und denkt: geil! Dafür spielt man Tennis.“
Ofner genießt die Atmosphäre
Moutet sei eben so, wie er ist. Und außerhalb des Platzes ein netter Kerl. Für die Unterarm-Aufschläge des Franzosen hatte Ofner auch würdigende Worte übrig. „Wie er es macht, ist unglaublich. Und die Bedingungen haben auch geholfen, denn die Bälle sind überhaupt nicht mehr aufgestanden.“
Eben das wiederum war früher einmal auch eine Charakteristik des Rasentennis. Dort wird es Sebastian Ofner nun hinverschlagen. Stuttgart, HalleWestfalen und wahrscheinlich Mallorca sollen die Stationen auf dem Weg nach Wimbledon werden. Wo Ofner mit der Gewissheit hinfährt, dass er sein bestes Level über viele Stunden halten kann.
Hier das Einzel-Tableau in Paris