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Sensation beim April-Challenger – Spaniens Nr. 2 unterliegt 12jährigem Wunderkind

Es war in jeder Hinsicht ein echter "Super-Saturday", den die Hobby-Tennis-Tour am gestr...

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 25.05.2016, 14:04 Uhr

Es war in jeder Hinsicht ein echter "Super-Saturday", den die Hobby-Tennis-Tour am gestrigen zweiten Spieltag des HTT-Sandplatz-Openings im UTC La Ville verleben durfte. Bei Kaiserwetter und frühsommerlichen Bedingungen machten viele der HTT-Stars am gestrigen Super-Samstag ihre erste Schritte auf roter Asche in diesem Jahr, und das auf Sandplätzen, die sich kurz vor Start der La-Ville-Outdoor-Saison bereits in grandiosem Zustand befinden. Und bombastisch war mit Sicherheit auch der Tagesspielplan am Dr. Karl Waltl Weg, der mit 44 Matches dafür garantierte, dass von Vormittags um Zehn bis Abends um Zehn ein höchst attraktives Programm auf den Courts des UTC La Ville geboten wurde. Nachdem bei der Jubiläums-Auflage des April-HTT-500-Turniers die großen Überraschungen ausblieben, und die Herren Daniel Riel, Marcus Schischlik, Nils Klermund und Christoph Soukup die Quali für das 28. Saisonturnier schafftem, wollen wir uns heute mit dem Tagesgeschehen beim gleichzeitig stattfindenden 10. April-Challenger-Turnier beschäftigen. Ein Bericht von C.L

Tolles Challenger-Tennis bereits in der Qualifikation zum 27. Saisonturnier

Draußen auf der Terrasse des La-Ville-Restaurants "Flavour" herrschte am gestrigen Samstag den ganzen Tag über prächtige Frühsommer-Stimmung. Gutes Essen, kühle Getränke, dazu die frühsommerliche Sonne und durchgehend tolle HTT-Matches, Spieler und Fans genossen gleichermaßen einen echten Bilderbuch-Tag im UTC La Ville, und natürlich den Auftritt hochmotivierter HTT-Challenger-Akteure, die im vermeintlichen Schatten der vielen ganz großen angereisten HTT-Stars, zu glänzen versuchten. Und das gelang den "Stars aus der zweiten Reihe" teilweise sogar schon in der Qualifikation, die viele hochklassige Begegnungen zu bieten hatte. 4 Plätze standen wie immer zur Disposition, und das aus einem 32er-Raster mit arrivierten und bekannten Namen sowie viele neuen hungrigen Gesichtern. Peter Baumann zählt ganz sicher zu den Routiniers, und der 52jährige der aktuell um den Einzug in die Top 300 der HTT-Entry-List kämpft, buchte sein Hauptbewerbs-Ticket mit einem gelungenen Doppelpack gegen die internationale Konkurrenz. Profitierte der Moosbrunner in der zweiten Runde noch von der Aufgabe des US-Amerikaners Gregory Gettinger nach gespieltem und gewonnenen Tie-Break, so deklassierte der Semifinalist von 2013 im Quali-Finale den finnischen Tour-Neuling Timo Nenonen mit 6:1 und 6:0. Ebenfalls ohne Satzverlust und mit dem imposant wirkenden 6:0, 6:0 im Quali-Finale gegen Vincenz Vaca aus Zypern, löste auch Alexander Zirm ein Ticket in Richtung Hauptbewerb. Ganz stark präsentierte sich in der 32er-Quali auch Italiens Neuer Nicolo Cavalli, der wie schon vor zwei Wochen bei seinem HTT-Debüt beim März-Masters-Series-1000-Turnier wieder die Qualifikation überstand. Komplettiert wird das siegreiche Quali-Quartett von Tobias Mayrhuber, der als einziger der vier Qualifikanten sogar drei Siege auf dem Weg ins Hauptfeld feiern konnte, und speziell im Quali-Finale gegen die abermals stark spielende Sophie Schröckenstein mit 6:2, 6:3 begeistern konnte.

Nur Markus Hörmann bleibt von den Top 8 in Runde 1 auf der Strecke

Großkampftag war aber auch im Hauptfeld des 10. April-Challenger-Turniers im UTC La Ville, wo sich in Runde 1 mit Ausnahme von Markus Hörmann (Nr. 5) alle gesetzten Stars mehr oder weniger souverän ins Achtelfinale spielten. Der topgesetzte Marcus Schischlik bezwang zum Auftakt seinen Freund und Doppelpartner Daniel Pfeifer mit 7:5, 6:3, ehe er im HTT-500-Turnier einen echten Bock geschossen hatte. Für drei Turnierstarts inkl. Doppel reichten Schischliks Kräfte diesmal nicht, und so gab er unmittelbar nach der Einschlagphase sein Centercourt-Duell gegen den amtierenden HTT-French-Open-Champion Victor Stabrawa wegen muskulärer Probleme kampflos auf. Wenig ruhmreich stieg derweil die Nummer 2 des Turniers Christoph Kramer ins Achtelfinale auf. Der HTT-Rekordler würgte sich zu einem 6:2, 7:5 Erfolg über Patric Weidinger, wobei vorallem das Finish zu einer unansehnlichen Zitterpartie ausartete. Einziger Höhepunkt dabei blieb ein zertrümmertes Racket von Dauer-Flucher Patric Weidinger. Abermals in blendender Form zeigte sich derweil Italiens Dorian Falk, der mit einem 6:3, 7:5 Sieg über Simon Weber von der Marswiese sein achtelfinales Duell mit dem April-Challenger-Champion von 2013 Thomas Löffelmann fixierte. Mit den ungewohnt warmen Temperaturen kämpfte hingegen Markus Hörmann, der sich als Nummer 5 gesetzt der aktuellen HTT-Nr. 632 geschlagen geben musste. Der Name zu diesem doch recht hohen Ranking lautet Fabian Keresztfalvi, und der 21jährige könnte im Verlauf dieses Turniers noch für die ein oder andere Überraschung sorgen.

Pleite für Spaniens Nr. 2 - Luis Agullo Castell verliert April-Challenger-Achtelfinale gegen La-Ville-Wunderkind Roxana Repasi, obwohl die 12jährige knapp 30 Doppelfehler servierte

Für die allergrößte Überraschung des zweiten Spieltages am gestrigen Super-Samstag sorgte wohl aber La-Ville-Wunderkind Roxana Repasi, die sich in einer mehr als kuriosen Night-Session am "kleinen Centercourt" ihres Heimvereines dem spanischen Comeback-Star Luis Agullo Castell annahm. Der 22jährige aus Barcelona hatte in der ersten Runde Matthias Pawluk mit 6:4, 6:2 eliminiert, vorallem aber eine grandiose Centercourt Partie in der 500er-Quali gegen Daniel Riel gezeigt. Und so galt in Fachkreisen der Viertelfinal-Aufstieg des zweifachen HTT-Future-Champions aus Spanien als fix, erst recht nach dem ersten Satz seines Geschlechter-Duells mit der erst 12jährigen Roxana Repasi. Die Lokalmatadorin hatte massive Schwierigkeiten mit ihrem Aufschlag, produzierte nahe an die 30 Doppelfehler, und begann Mitte des zweiten Satzes plötzlich konstant von "unten" zu servieren. Was die 6:3, 6:7, 4:6 Pleite des Luis Agullo Castell so richtig bitter machte. Der Katalane war nach dem unfassbaren Aus knapp nach 22 Uhr mächtig sauer, holte zum verbalen Rundumschlag gegen seine Bezwingerin und die Ansetzung des Tagesprogramms aus, und ließ als Höhepunkt zunächst auch noch den geplanten Doppel-Auftritt für Sonntag an der Seite von Julia Burgstaller platzen. "Ich komme morgen sicher nicht mehr hierher. Was soll ich hier überhaupt noch. Das war heute ja kein Tennis. Ich bin nach Wien gekommen, um Spaß und gute Spiele zu haben", polterte Spaniens Nummer 2, ehe er sich in sein Hotel am Wienerberg zurückzog, dort eine Riesen-Pizza orderte, und sich dann auch hinsichtlich seines Doppel-Dates mit Julia Burgstaller versöhnlich zeigte. "Ich werde spielen, und wir werden alles versuchen um zu gewinnen", so der 22jährige. Und das Doppel ist nun auch die letzte Chance des Katalanen, der ansonsten mit leeren Händen zurück nach Berlin fliegen müsste.

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