Serbiens Premierministerin Ana Brnabic stellt sich vor Djokovic: "Lasst Novak in Ruhe"

Novak Djokovic hat sich als Mitinitiator der Adria Tour viel Kritik eingebracht. Nach dessen positiven COVID-19-Test stellte sich nun Serbiens Premierministerin Ana Brnabic vor den Weltranglistenersten.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 29.06.2020, 14:26 Uhr

„Wenn die Schuldzuweisungen jetzt alle mich als Premierministerin treffen, und Novak in Ruhe gelassen würde, wäre mir das lieber“, sagte Brnabic Pink TV. „Es ist unser Fehler, wir haben die Einschränkungen aufgehoben. Hätten wir das nicht gemacht, hätte es das Turnier nicht gegeben, deshalb lasst jenen Mann in Ruhe, der etwas gutes und mutiges tun wollte.“

Es sei das schlimmste, nun von der Wohnzimmercouch aus Djokovic für seine guten Intentionen zu kritisieren, sagte Brnabic sinngemäß weiter. „Vollste Unterstützung für Novak Djokovic, er wollte nicht nur für uns in Serbien, sondern für humanitäre Hilfe Gelder lukrieren. Ob es der richtige Zeitpunkt dafür war, kann man in dieser Epidemie nicht wissen.“

Niki Pilic: „Djokovic hatte nichts Schlechtes im Sinn“

Auch Niki Pilic, ehemaliger Trainer von Djokovic, stellte sich schützend vor den 17-fachen Grand-Slam-Sieger. "Ich finde es nicht richtig, Novak alleine die Schuld zu geben", sagte Pilic der Mediengruppe Münchner Merkur: "Novak hat sich an alle Auflagen gehalten und wollte dem Sport ein Stück Normalität zurückgeben."

Die Situation in Kroatien oder Serbien sei "wirklich nicht vergleichbar zum Beispiel mit der Situation in den USA", sagte Pilic, der in der kroatischen Küstenstadt Opatija lebt. Natürlich sei dennoch nicht alles perfekt gelaufen: "Mussten es wirklich 4000 Zuschauer sein? Hätte man viel intensiver testen müssen? Das sind berechtigte Fragen. Aber Novak hatte nichts Schlechtes im Sinn. Dafür kenne ich ihn zu gut."

Beim ersten Stopp der Adria Tour feierten die Teilnehmer mit nacktem Oberkörper in einem Nachtklub von Belgrad. Auf Abstandsregeln wurde gepfiffen, mittlerweile sind eine Vielzahl an involvierten Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Goran Ivanisevic, Grigor Dimitrov und Borna Coric zählen zu den Infizierten.

Serbien konnte zwar hohe Todeszahlen im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten wie Italien oder Großbritannien verhindern. Das Land aus dem Balkan verzeichnete aber erst am Sonntag 254 neue Fälle, damit stieg die Gesamtzahl der positiven Corona-Fälle auf über 14.000.
 

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Montag
29.06.2020, 15:15 Uhr
zuletzt bearbeitet: 29.06.2020, 14:26 Uhr