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Stefanos Tsitsipas – die letzte Patrone einer 150-jährigen Tradition

Durch seinen Einzug ins Achtelfinale der US Open 2026, wo er auf den US-Amerikaner Ben Shelton treffen wird, ist Stefanos Tsitsipas der letzte verbliebene Spieler im Einzel-Hauptfeld, der mit einer einhändig geschlagenen Rückhand agiert. Damit ist er der letzte Hoffnungsträger, um eine 150-jährige Tradition am Leben zu halten.

von Red./SID
zuletzt bearbeitet: 06.09.2026, 11:20 Uhr

Schon seit frühester Jugend sah es der Grieche Stefanos Tsitsipas als Emporkömmling des Landes der Philosophen und Denker als Antrieb, sich mit einer erfolgreichen Karriere als Sportler und Persönlichkeit als Teil der kulturellen Historie in der Heimat zu verewigen. Schon früh zeigte der 28-Jährige, auch mit selbsterstellten Reiseblogs während seiner Turnierreisen, dass er neben dem aufwändigen Tennisalltag auch weit über den Tellerrand hinausschaut und sehr durch Tradition und Kulturen geprägt ist.

Und so ist dem ehemaligen Weltranglisten-3. natürlich auch nicht entgangen, dass er bei den US Open eine bereits 150 Jahr andauernde Tradition weiterführen kann. Seit der Austragung des allerersten Grand-Slam-Turniers in Wimbledon im Jahr 1877 konnte sich immer mindestens ein Spieler mit einer einhändig geschlagenen Rückhand mindestens bis ins Halbfinale vorspielen. Nachdem sich bereits sämtliche Kollegen mit diesem Anforderungsprofil wie der Verabschieder Stan Wawrinka und der Italiener Lorenzo Musetti verabschieden mussten, ist Tsitsipas nun die letzte verbliebene Option, um diese langwährende Tradition fortzusetzen. Und so postete der dreifache Monte-Carlo-Champion mit deutlichen Worten: „Ich habe eine 150-jährige Serie zu sichern“.

Optimismus verbreitet bislang sein Auftreten bei den diesjährigen US Open, wo er sich mit drei Starken Auftritten erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder in die Runde der letzten 16 bei einem Major spielen konnte. "So habe ich schon lange nicht mehr gespielt. Es passiert sehr leicht, dass man das Selbstvertrauen verliert, vor allem, wenn man schon lange keine Spitzenspieler mehr geschlagen hat", sagte Tsitsipas in New York. In der ersten Runde hatte er überraschend den französischen Cincinnati-Sieger Arthur Fils aus dem Turnier genommen - anschließend schlug er auch den an Nummer 18 gesetzten Tschechen Jiri Lehecka.

Seit den French Open 2024 hat es Tsitsipas nicht mehr in die zweite Woche eines Grand Slams geschafft. Sollte es auch diesmal nicht gelingen, wären die US Open für den Griechen dennoch ein Erfolg - denn der Spaß ist zurück. "Ich hatte keine Freude mehr am Training, weil mein Körper litt. Wenn ich den Platz betrat, war mein erster Gedanke: 'Werde ich das Spiel überhaupt zu Ende spielen können?'", erklärte Tsitsipas, der im vergangenen Jahr unter anderem mit starken Rückenproblemen zu gekämpft hatte.

In New York hat es Tsitsipas bislang nie über die dritte Runde hinaus geschafft. Andernorts lief es für ihn deutlich besser. In Paris (2021) und bei den Australian Open (2023) stand der heute 28-Jährige bereits in Major-Finals.

Kurz vor dem diesjährigen Turnier in Wimbledon gab der Athener dann bekannt, die Zusammenarbeit mit seinem Vater und langjährigen Trainer Apostolos zu beenden. "Ich brauchte eine andere Stimme, jemanden, der etwas mehr Ruhe in meine Tenniswelt bringt. Um mich herum herrschte viel Chaos und Trubel", sagte er. Seitdem wird Tsitsipas vom Franzosen Patrick Mouratoglou gecoacht - und die Form hat sich merklich verbessert.

Und so wird sich zeigen, ob die Aussicht auf die Verlängerung der „einhändigen“ Tradition im Achtelfinale gegen Ben Shelton eher Motivation oder Last für den ohnehin schon geschichtsträchtigen Tsitsipas darstellt. Immerhin konnte er den bislang einzigen Vergleich gegen den US-Youngster 2023 beim ATP-Masters-Turnier in Cincinnati für sich entscheiden.

Hier das Einzel-Tableau der Herren in New York

 

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Sonntag
06.09.2026, 15:36 Uhr
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