Stefanos Tsitsipas - Frust und eine unschöne Angewohnheit

Stefanos Tsitsipas kommt seit Wochen nicht so richtig in Fahrt. Der Frust ob der mäßigen Leistungen ist dem Griechen anzusehen. Negativster Auswuchs: eine scheinbar neue Angewohnheit des Weltranglistenfünften. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 13.08.2022, 10:00 Uhr

Stefanos Tsitsipas kommt 2022 noch nicht richtig in Fahrt
Stefanos Tsitsipas kommt 2022 noch nicht richtig in Fahrt

So hat sich Stefanos Tsitsipas die letzten Wochen definitiv nicht vorgestellt. Vor allen Dingen nicht, nachdem der Grieche mit dem ATP-Masters-1000-Titelgewinn in Monte Carlo blendend in die europäische Sandplatzsaison gestartet war. Die Ambitionen für die darauffolgenden Wochen, sie waren ob des Finaleinzugs bei den French Open 2021 standesgemäß groß beim 24-jährigen Griechen. 

Nun, etliche Wochen später, fällt die Bilanz dürftig aus. Bitteres Aus nach mittelprächtigen Leistungen bei den French Open gegen Youngster Holger Rune, unerklärliche mentale Abgründe, die sich beim Drittrundenaus gegen Nick Kyrgios in Wimbledon auftaten - und ein völlig verkorkster Start in den nordamerikanischen Hardcourt-Swing nach einer Auftaktniederlage gegen den Briten Jack Draper.

Tsitsipas schmeißt die Nerven weg

Ja, bei Stefanos Tsitsipas will es in den letzten Wochen nicht wirklich zusammenlaufen - und das ist dem Griechen merkbar anzusehen. Das positive Feuer lodert nur noch auf Sparflamme, zudem lamentiert Tsitsipas immer wieder über Umstände auf und neben dem Court - und bringt sich damit lediglich selbst aus der Fassung. Bestes Beispiel: das irre Drama in Wimbledon gegen den Australier Kyrgios.

Exakt in jenem Match sah man Tsitsipas ein Register ziehen, das im Tennissport als besonders verpönt gilt: nämlich direkt auf den Mann zu zielen. Und das zudem in Situationen, in denen der Ball auf den Körper von allen Entscheidungen die mit Abstand taktisch schlechteste ist. Ein Schelm, wer Böses denkt. Zumal der Grieche im Anschluss an sein Ausscheiden einen nicht unwesentlichen Teil der Pressekonferenz dem seiner Meinung nach inakzeptablen Verhalten Kyrgios widmete. 

Nun kann das Match gegen Nick Kyrgios - der alles andere als ein unbeschriebenes Blatt ist, wenn es um zweifelhaftes Verhalten auf dem Tennis-Court geht und der den Griechen über weite Strecken des Matches auch mental bearbeitete - als Ausrutscher abgetan werden. Was schwerer wiegt: jener Vorhand-Smash in Montreal im Duell mit Jack Draper aus Großbritannien.

Aussetzer gegen Draper

Nachdem dieser nämlich nach einem frühen Break beim Stand von 3:1 einen starken Aufschlag Tsitsipas in höchster Bedrängnis gerade noch in hohem Bogen auf die andere Seite des Netzes bugsierte, entschied sich Tsitsipas den fälligen Oberkopf-Smash voll auf den im Nirvana stehenden Draper durchzuziehen. Und diesen obendrein auch noch zu verschlagen. 

Momente wie dieser zeigen: Stefanos Tsitsipas ist in diesen Wochen nicht vollends bei sich. Das schlägt sich in den Ergebnissen nieder - und dürfte auch am Selbstvertrauen des Weltranglistenfünften nicht spurlos vorübergehen. Dementsprechend ungelegen dürfte Tsitsipas das ATP-Masters-1000-Event von Cincinnati kommen, wo Tsitsipas 360 Punkte zu verteidigen hat. Höchste Eisenbahn also, sich wieder auf das Sportliche zu besinnen. 

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von Michael Rothschädl

Samstag
13.08.2022, 19:05 Uhr
zuletzt bearbeitet: 13.08.2022, 10:00 Uhr

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