Die denkwürdigsten deutschen Damen-Matches – Platz 4

Historisches und Einmaliges: Steffi Graf vollendete bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul mit dem Finalsieg gegen Gabriela Sabatini den Golden Slam.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 17.12.2014, 08:45 Uhr

Vom 1. bis 24. Dezember präsentierttennisnet.comeine redaktionelle Bestenliste und kürt die zwölf denkwürdigsten deutschen Matches bei den Damen und Herren. Für die Wertung wurde nicht nur der Spielverlauf und die Dramatik, sondern auch die historische Bedeutung der Matches berücksichtigt. In unseremtennisnet.com-Adventskalenderwerden wir bis Heiligabend abwechselnd ein Türchen bei den Damen und Herren öffnen. Wir wollen euch damit die tennisfreie Weihnachtszeit etwas versüßen. Getreu dem Motto „Ladies first“ haben die Damen immer den Vorrang. Die Herren ziehen dann nach.

Die denkwürdigsten deutschen Damen-Matches: Platz 4

Steffi Graf – Gabriela Sabatini (Argentinien) 6:3, 6:3

(1. Oktober 1988 in Seoul – Finale Olympische Spiele)

Die Vorgeschichte:

Vier Grand-Slam-Turniere, vier Siege. Steffi Graf hatte im Jahr 1988 mit dem Titelgewinn bei den US Open Historisches erreicht und als dritte Spielerin im Dameneinzel einen waschechten Grand Slam hingelegt. Doch damit nicht genug. Bei den Olympischen Spielen in Seoul hatte die Deutsche die Chance, aus dem Grand Slam einen Golden Slam (der Name stammt von Grafs Vermarktungsagentur „Advantage“) zu machen – etwas, was es zuvor noch nie gegeben hatte. Nach 64 Jahren war Tennis wieder offiziell im olympischen Programm. Nach dem Grand Slam erwarteten alle, dass die Deutsche nun auch die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewinnen würde. Für Graf waren es nicht die ersten Olympischen Spiele. Vier Jahre zuvor nahm sie als 15-Jährige in Los Angeles teil, als Tennis eine Demonstrationssportart war und auf seine Tauglichkeit getestet wurde. Graf gewann die Konkurrenz, in der nur U21-Spielerinnen teilnehmen durften. Eine Goldmedaille gab es dafür jedoch nicht. Diese Medaille wollte sich die Deutsche nun in Seoul holen und ihren Grand Slam vergolden. Nachdem Graf im Viertelfinale einen 1:3-Rückstand im dritten Satz gegen Larisa Savchenko überwunden hatte, erreichte sie schließlich das Endspiel.

Das Match:

Im Finale traf Graf auf ihre gelegentliche Doppelpartnerin Gabriela Sabatini, mit der sie im gleichen Jahr sogar den Wimbledontitel erringen konnte. Gegen die Argentinierin hatte die Deutsche drei Wochen zuvor das Finale bei den US Open gewonnen und damit den Grand Slam vollendet. Sabatini war somit die letzte Hürde für Graf auf dem Weg zum Golden Slam. Die Argentinierin konnte im Vergleich zum US-Open-Endspiel, wo sie die Deutsche in einen dritten Satz zwang, im Olympiafinale nicht so viel entgegensetzen. Graf ließ sich von der Mission Golden Slam nicht abbringen und verwandelte mit einem krachenden Vorhand-Return ihren Matchball zum 6:3, 6:3. „Ich bin sehr begeistert. Das ist etwas, was nicht viele Leute nach mir erreichen werden. Es ist fantastisch“, freute sich „Fräulein Vorhand“.

Die Auswirkungen:

Bislang konnte kein Spieler oder Spielerin das Golden-Slam-Kunststück wiederholen. Ob diese Leistung von Graf einzigartig bleiben wird, wird wie immer die Zeit zeigen. Sicher ist, dass es nur alle vier Jahre die Chance auf den Golden Slam gibt und es in der heutigen Zeit mit der enormen Dichte im Welttennis nahezu ausgeschlossen scheint, dass es noch mal einen Golden Slam gibt. Für Graf hat die olympische Goldmedaille einen ganz besonderen Stellenwert, wie sie vor den Olympischen Spielen 2012 zugab. „Die Goldmedaille bei Olympia zu gewinnen, ist eine andere Erfahrung, als ein Grand Slam zu gewinnen. Und ich muss sagen, dass ich das etwas höher bewerte. Ich tue das wirklich. Das Gefühl, für dein Land zu spielen, die Kameradschaft, all diese verschiedenen Sportarten – es fühlt sich spezieller an.“

Lest hier den Bericht von Steffi Grafs Weg zum Golden Slam bei tennisnet.com!

Die denkwürdigsten deutschen Damen-Matches im Überblick:

Platz 5: Steffi Graf - Martina Navratilova

Platz 6: Steffi Graf - Jana Novotna

Platz 7: Steffi Graf - Martina Navratilova

Platz 8: Sabine Lisicki - Serena Williams

Platz 9: Steffi Graf - Anke Huber

Platz 10: Anke Huber - Martina Navratilova

Platz 11: Sylvia Hanika - Martina Navratilova

Platz 12: Angelique Kerber - Petra Kvitova

(Text: cab)

von tennisnet.com

Mittwoch
17.12.2014, 08:45 Uhr