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Tom Gentzsch: „Auf Rasen ist eine deutlich größere Akzeptanz erforderlich“

Nach seinem erfolgreichen Grand-Slam-Debüt bei den French Open, als sich Tom Gentzsch in der Qualifikation bis in die Finalrunde spielen konnte, startete der 22-jährige auch in Wimbledon erfolgreich in die Quali. Nach seinem Auftaktsieg stellte sich der DTB-Spieler dem exklusiven tennisnet-Interview.

von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet: 23.06.2026, 11:57 Uhr

Getty Images
© Jürgen Hasenkopf
Nach seinen starken Auftritten in Roland Garros fühlt sich Tom Gentzsch auch auf dem Rasen in Wimbledon bereits richtig wohl.

Von Dietmar Kaspar aus Roehampton

tennisnet: Gratulation, Tom! Bei der Qualifikation in Wimbledon konntest du gegen den Tschechen Zdenek Kolar deinen ersten Match-Erfolg auf dem heiligen Rasen eingefahren. Welche Gedanken gehen dir gerade durch den Kopf?

Tom Gentzsch: Ich bin natürlich super happy und zufrieden, wie es heute gelaufen ist. Ich bin direkt mit zwei Breaks gut reingestartet und habe das Match richtig gut durchgespielt. Im Moment freue ich mich einfach riesig, dass ich hier mein erstes Match beim größten Turnier der Welt so erfolgreich gestalten konnte.

Du bestreitest deine erste Saison auf Rasen. Konntest du davor schon Erfahrungen auf diesem Belag sammeln?

Ich habe tatsächlich am Freitag vor dem Turnier in Stuttgart das erste Mal überhaupt auf Rasen gespielt. Ich konnte dann in Stuttgart und Halle insgesamt drei Matches bestreiten, zwei davon gegen starke Gegner knapp verloren, eines konnte ich für mich entscheiden. In Halle konnte ich dann auch viel mit starken Jungs trainieren, was mir sehr geholfen hat, um hier so gut rein zu finden.

Du hast ja schon auf schnellem Teppich-Belag Turniere bestritten und dort ziemlich erfolgreich gespielt. Ist das mit Rasen vergleichbar?

Es ist gegenüber dem Teppich schon noch einmal anders. Der Ball springt noch etwas flacher ab und es ist noch etwas schneller, wodurch es kaum Rallyes gibt und es schwierig ist, überhaupt in den Rhythmus zu kommen. Man muss einfach eine etwas größere Akzeptanz zeigen, wenn man beispielsweise Break-Chancen hat und bei diesen aufgrund starker Aufschläge des Gegners kaum eine Möglichkeit hat, um diese zu nutzen. Umso wichtiger ist es, Geduld zu zeigen und mit dem Kopf dazubleiben. 

Alexander Zverev meinte kürzlich, dass für ihn die besondere Herausforderung auf dem Rasen das richtige Bewegen ist. Wie sind deine Erfahrungen diesbezüglich?

Zum Glück hatte ich bisher kaum Probleme damit und habe mich bislang diesbezüglich auf dem Belag sehr wohlgefühlt. Es ist aber gegenüber Sand oder Hartplatz schon eine andere Belastung. Man muss von der Position immer etwas tiefer sein, um den geringeren Ballabsprung zu kompensieren, was sich auf Dauer in den Beinen schon etwas bemerkbar macht. 

Bei deiner Begegnung gegen Kolar hattest du kräftige Unterstützung von der Tribüne. Wen hast du hier in Roehampton diesbezüglich am Start?

Ich habe mich natürlich riesig gefreut, dass meine beiden Eltern nachgereist und deshalb auch hier sind. Dann habe ich natürlich meinen Coach dabei und auch die DTB-Jungs wie Torben Beltz und Matthias Breunig unterstützen mich da sehr. Auch Patrice Hopfe, der hier als Coach für Anna-Lena Friedsam ist, hat es sich trotz meiner späten Ansetzung nicht nehmen lassen und für gute Stimmung gesorgt.

Bei deinem Grand-Slam-Debüt in der Quali von Paris musstest du ganz spät und damit als fast letzter Spieler deine Auftakt-Partie bestreiten und wie du gerade schon angesprochen hattest, war das hier in Roehampton auch so. Haben dir da deine Erfahrungen aus Roland Garros geholfen?

Tatsächlich hatte ich vor dem Match zu meinem Coach gesagt, dass uns dies mit meinen Erfahrungen aus Paris tatsächlich etwas in die Karten spielen könnte. Auch heute war ich spät angesetzt und es wurde ebenfalls noch kurzfristig die Court-Ansetzung getauscht. Darum bin ich schon mit einem guten Gefühl in die Partie gegangen.

In der nächsten Runde triffst du auf den britischen Wildcard-Spieler Max Basing aus Großbritannien. Hast du schon Erfahrungen auf der Tour mit ihm?

Ich kenne ihn bislang nur vom Sehen und habe noch nie mit ihm trainiert. Insofern betrete ich bei ihm diesbezüglich ziemliches Neuland. Wir werden aber vor dem Match natürlich noch etwas in die Analyse gehen und uns gezielt auf das Match vorbereiten. Die Analyse mit Videos überlasse ich da komplett meinem Coach, der mir dann genau mit auf den Weg gibt, was ich da am besten Tun soll. 

Bist du ein Spieler, der sich extrem mit den Stärken und Schwächen deines Gegners auseinandersetzt oder setzt du die Priorität auf dein eigenes Spiel?

Ich konzentriere mich in erster Linie auf mein eigenes Spiel und versuche immer, mich mit effektiven Aufschlägen gut ins Match zu bringen. Ich denke, wenn mir das gut gelingt, kann ich für jeden Gegner unangenehm und schwierig zu bespielen sein. 

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg in Wimbledon.

Hier das Qualifikations-Tableau aus Wimbledon

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Dienstag
23.06.2026, 16:22 Uhr
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