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Tour und Wimbledon: Die letzten Giganten wehren sich (noch)

Noch halten die Organisatoren am ursprünglichen Termin der Tour de France und von Wimbledon fest, doch die Rufe nach einer Verlegung werden auch in Deutschland lauter.

von SID/red
zuletzt bearbeitet: 26.03.2020, 08:37 Uhr

Kann Wimbledon dem Corona-Virus widerstehen?
© Getty Images
Kann Wimbledon dem Corona-Virus widerstehen?

Fußball-EM: verschoben. Olympia 2020: verschoben. Aber die Tour de France wehrt sich trotz der dramatischen Coronakrise vehement gegen eine Absage. Das Radsport-Spektakel ist neben dem seit Mittwoch deutlich wackelnden Tennis-Mekka von Wimbledon der letzte Gigant, der sich gegen eine Verlegung sträubt - auch weil die finanziellen Schäden immens wären. "Es wäre eine Katastrophe, wenn die Tour nicht gefahren oder erstmal abgesagt wird", sagte Deutschlands Rundfahrt-Star Emanuel Buchmann dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Alles andere könne der Radsport ganz gut verkraften, meinte der 27-Jährige, wie die Absagen und Verlegungen von Klassikern wie Mailand-Sanremo oder Rundfahrten wie dem Giro. "Aber wenn die Tour ausfällt, wäre das echt schlimm." Buchmann regt eine Vertagung der Großen Schleife an, die am 27. Juni in Nizza beginnen soll: "Vielleicht kann man sie ja auch einen Monat nach hinten verschieben. Es weiß halt niemand, wie die Entwicklung in ein paar Wochen und Monaten aussieht."

Was eine Absage wirklich bedeuten würde, könne man nicht abschätzen, sagte Klassikerspezialist John Degenkolb dem ZDF. "In erster Linie wäre es wahnsinnig erschreckend. Aber es stehen im Moment wirklich wichtigere Dinge auf der Agenda. Wenn man die Tour de France absagen muss, um die Pandemie einzudämmen, ist das die absolut richtige Entscheidung - so bitter das auch für den Einzelnen ist."

Wimbledon berät kommende Woche

Wie bei der Tour läuft für Wimbledon der Entscheidungs-Countdown unerbittlich. In der kommenden Woche soll bei einer Dringlichkeitssitzung des Veranstalters nun eine Entscheidung über das prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt (ab 29. Juni) fallen. Eine Absage deutet sich an, denn eine Verschiebung bringt laut des All England Lawn Tennis and Croquet Club (AELTC) Schwierigkeiten und Risiken mit sich.

Die Spielervereinigungen ATP und WTA haben ihre Spielpausen vergangene Woche bereits bis zum 7. Juni verlängert. Der Klassiker an der Church Road in London war bislang kriegsbedingt in den Jahren 1915 bis 1918 sowie 1940 bis 1945 abgesagt worden. An der Austragung von Wimbledon hängen wohl auch die Rasenturniere im Vorfeld, wie etwa der MercedesCup in Stuttgart und das ATP-Tour-500-Turnier in Halle bei den Männern. Und die beiden neu geschaffenen Events in Bad Homburg und die bett1 Open in Berlin.

"Wir arbeiten hart daran, Gewissheit über unsere Pläne für 2020 zu erhalten", sagte AELTC-Geschäftsführer Richard Lewis. Für Tennis-Fans könnte diese Gewissheit traurig ausfallen.

Die Organisatoren der French Open haben vor ein paar Tagen ja bereits Fakten geschaffen: Mit der Verlegung des zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres auf Ende September zog der Französische Tennisverband viel Kritik auf sich. Vor allem deshalb, weil sich die Franzosen nicht mit den übrigen drei Majors oder den SpielerInnen-Organisationen ATP und WTA abgesprochen hatten.

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von SID/red

Donnerstag
26.03.2020, 10:05 Uhr
zuletzt bearbeitet: 26.03.2020, 08:37 Uhr