Turnier in Hamburg zur (un-) rechten Zeit für die DTB-Cracks?
Mit der kurzfristigen Absage ihres Zugpferds Alexander Zverev musste das ATP-Turnier in Hamburg einen schweren Rückschlag hinnehmen, der die Diskussion um den im letzten Jahr in den Mai zurückverlegten Termin wieder anheizen dürfte. Während es Gewinner wie das Davis-Cup-Trio Hanfmann, Struff und Altmaier gibt, werden Aufsteiger wie Justin Engel und Tom Gentzsch vor eine schwere Entscheidung gestellt.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
16.05.2026, 10:41 Uhr

So ganz überraschend kam die Absage des Aushängeschilds Alexander Zverev für die Bitpanda Open Hamburg dann wohl doch nicht, der aufgrund von Rückenbeschwerden kurz vor Turnierstart die Reißleine zog, um ein wettbewerbsfähiges Antreten beim anstehenden Grand-Slam-Turnier in Paris nicht zu riskieren. Immerhin konnte der Veranstalter Tennium mit dem Australier Alex de Minaur zeitgleich mit der Verkündung der traurigen Botschaft bzgl. des Lokalmatadors einen Top-10-Ersatz aus dem Ärmel zaubern.
Zwischen den Zeilen rückte der X-Fall bezüglich des deutschen Olympiasiegers schon kurz nach seinem bitteren Ausscheiden beim Masters-Turnier in Rom in den Bereich des Möglichen. Dort kommentierte der enttäuschte Zverev nach der Niederlage gegen den Italiener Luciano Darderi, nachdem er sich über die katastrophalen Platzbedingungen in der italienischen Hauptstadt ausgelassen hatte, dass er jetzt beinahe zwei Wochen bis zu seinem nächsten Match habe. Eine Aussage, welche die Veranstalter in Hamburg bereits hellhörig werden ließ und bestimmt Anlass zur Kontaktierung von Alternativkräften bot. Bereits im vergangenen Jahr hatte der 29-jährige Zverev die Rückkehr zum Termin im Mai heftig kritisiert, ehe er kurzfristig doch noch zu einem Start per Wildcard überredet werden konnte. Dieser endete für den körperlich angeschlagenen Hamburger mit einem Zweitrunden-Aus gegen den Franzosen Alexandre Muller.
Ideale Verbereitung für Deutsches Davis-Cup-Trio
Ideal scheint der vieldiskutierte Termin direkt vor dem Hauptfeldstart in Roland Garros für die Davis-Cup-Kollegen von Zverev zu sein. Durch die zahlreichen Absagen rutschten bereits der Karlsruher Yannick Hanfmann und Daniel Altmaier aus Kempen direkt ins Hauptfeld und können sich damit ebenso auf 500er-Ebene perfekt für Paris vorbereiten wie der Warsteiner Jan-Lennard Struff, der aktuell von einer Wildcard für das Hauptfeld profitiert.
Engel muss auf Paris verzichten, Gentzsch auf Hamburg
Neben Zverev kamen auch andere deutsche Tennisprofis aufgrund des Turniertermins in der Hansestadt in einen Gewissenskonflikt. So wird die deutsche Nachwuchshoffnung Justin Engel aus Nürnberg ebenso wie Diego Dedura per Wildcard im Hauptfeld an den Start gehen, muss dafür aber im Gegensatz zu dem Berliner auf die Qualifikation und somit auf die Teilnahme beim Grand-Slam-Turnier an der Seine verzichten. Andersrum verhält es sich für den Duisburger Tom Gentzsch. Mit starken Ergebnissen auf der Challenger-Tour hat sich der 22-Jährige bis auf Platz 219 in der Weltrangliste hochgespielt und wäre als aktuelle Nr. 6 in Deutschland ein absoluter Anwärter auf eine Wildcard für das Turnier in Hamburg gewesen. Doch der Bundesliga-Spieler des TC Bredeney bevorzugt mit dem Start in der Qualifikation seine erste Teilnahme auf Major-Ebene.
