Umfrage - Der perfekte Tennisspieler 2020

Wenn man sich aus allen Spielern, die aktuell auf der ATP-Tour unterwegs sind, einen perfekten Profi zimmern könnte - wie sähe dieser aus? Wir haben uns mal umgehört.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 23.12.2020, 19:02 Uhr

So stabil, so schnell: Noles Rückhand
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So stabil, so schnell: Noles Rückhand

Den Aufschlag von dem, die Rückhand von jenem und die Beinarbeit von einem Dritten. Das Ganze gewürzt mit dem Volley von Spieler X. Wir haben eine Gruppe aus 29 Experten gefragt, welche Schläge sie aus der aktuellen ATP-Tour einem perfekten Spieler zuordnen würden.

Und so sieht das Panel aus, das sich für die tennisnet-Umfrage Gedanken gemacht hat. Zunächst die Experten, die selbst auf dem Court gestanden und dort große Leistungen gezeigt haben. Oder immer noch zeigen: Barbara Rittner (Head of Women´s Tennis im DTB), Michael Kohlmann (Head of Men´s Tennis im DTB), Barbara Schett-Eagle (ehemalige Top-Ten-Spielerin, jetzt Eurosport-Moderatorin), Jürgen Melzer (zweimaliger Major-Champion im Doppel, baldiger ÖTV-Sportdirektor), Lars Uebel (Leiter Leistungssport Zentral an der TennisBase in Oberhaching), Alexander Peya (Doppel-Ass auf dem Weg zurück), Christopher Kas (Ex-Profi, derzeit Coach von Peter Gojowczyk), Tobias Summerer (Ex-Coach von Florian Maier, derzeit Trainer beim BTV) und Jan de Witt (Break Point Base, derzeit Coach von Nikoloz Basilashvili)

Aus dem Journalisten-Kreis haben folgende Fachkräfte teilgenommen: Andrej Antic (Chefredakteur tennisMAGAZIN), Christian Barschel (tennisMAGAZIN), Doris Henkel (FAZ), Gerald Kleffmann (SZ), Jörg Allmeroth (Allmeroth Media), Marcel Meinert (Sky), Paul Häuser (Sky), Oliver Faßnacht (Eurosport), Sebastian Kayser (BILD), Stefan Hempel (Sky), Moritz Lang (Sky), Christian Schwell (Sandplatzgötter), Alexander Tagger (Kleine Zeitung), Harald Ottawa (Kurier), Florian Regelmann (spox.com), Florian Goosmann, Nikolaus Fink (tennisnet), Michael Rothschädl (tennisnet) und Jens Huiber (sportradio360).

Das Ergebnis? Und bitte: Der perfekte Tennisspieler anno 2020

Aufschlag: John Isner (USA)

Wenn es wirklich darauf ankommt, sich mühsame Ballwechsel zu ersparen, dann ist John Isner immer noch der erste Ansprechpartner. 20,6 Asse pro Match hat der US-Amerikaner auch 2020 wieder in seiner Statistik stehen, das ist aller Ehren wert. Und den Experten insgesamt 44 Punkte. Auf Position zwei folgt Roger Federer mit 28 Zählern, knapp gefolgt von Nick Kyrgios (26). Ebenfalls Erwähnung fanden Milos Raonic (19), Ivo Karlovic (18), Reilly Opelka (2), Matteo Berrettini (2) und Rafael Nadal (1).

Yep. Das kommt in Sachen Aufschlag nicht überraschend: John Isner wirft am besten ein.
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Yep. Das kommt in Sachen Aufschlag nicht überraschend: John Isner wirft am besten ein.

Vorhand: Rafael Nadal (ESP)

Wer einmal in die Vorhandmühle des spanischen Großmeisters kommt, der kann den Ballwechsel im Grunde schon abschreiben. 57 Punkte hat Nadal in unserer Umfrage in Sachen Vorhand gesammelt, auch hier findet sich Roger Federer auf Position zwei (39 Punkte), diesmal vor Juan Martin del Potro (29). Es folgen Dominic Thiem (15), Matteo Berrettini (3), Fabio Fognini (2) sowie Jack Sock, Nick Kyrgios, Stefanos Tsitsipas und Andy Murray mit jeweils einem Zähler.

Aus der Vorhand-Mühle von Rafael Nadal gibt es kein Entrinnen
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Aus der Vorhand-Mühle von Rafael Nadal gibt es kein Entrinnen

Rückhand: Novak Djokovic (SRB)

Eigentlich überzeugt Novak Djokovic nicht nur mit der Stabilität seiner Rückhand, sondern auch mit zauberhaften Stopps von dieser Seite. Zuletzt gesehen vor allem in Roland Garros. Über den besten Rückhandspieler war sich die Experten-Kommission jedenfalls einig: Djokovic führt diese Kategorie mit 58 Punkten vor Stan Wawrinka (25) und Dominic Thiem (22) an. Auf den weiteren Plätzen sind Alexander Zverev (12), Roger Federer (10), Andy Murray (8), Rafael Nadal (7), Daniil Medvedev (6) und Nick Kyrgios und Stefanos Tsitsipas (jeweils 1).

So stabil, so schnell: Noles Rückhand
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So stabil, so schnell: Noles Rückhand

Volley: Roger Federer (SUI)

Nein, wir haben die Doppel-Spezialisten nur mit einer, wohlberechtigten, Ausnahme hinzu genommen. Aber: Roger Federer würde auch im Paarlauf mit seinen Volley-Künsten herausragend abschneiden. In unserer Wertung „gewinnt“ der Maestro mit 63 Zählern vor, ja, Rafael Nadal (24) und Pierre-Hugues Herbert (13). Feliciano Lopez (7) und Mischa Zverev (5) ist am Netz ebenfalls viel Gutes zuzutrauen. Dustin Brown konnte zwei Punkte für sich verbuchen. Jeweils eine Nennung mit einem Zähler erhielten: Jack Sock, Nicolas Mahut, Stefanos Tsitsipas, Denis Shapovalov, Alexander Zverev, Daniil Medvedev, Andreas Mies und Kevin Krawietz.

Keiner trifft den Ball am Netz mittiger als der Maestro
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Keiner trifft den Ball am Netz mittiger als der Maestro

Defensive: Novak Djokovic (SRB)

Ja, es ist wahr: Gegen Novak Djokovic muss der jeweilige Gegner jeden Punkt mindestens zweimal machen. Was in fast gleichem Ausmaß auch für Rafael Nadal gilt. Weshalb das Ergebnis in dieser Kategorie rechtschaffen knapp ausgefallen ist: Djokovic 60, Nadal 47. Auch Daniil Medvedev (12) und Dominic Thiem (9) wissen sich zu verteidigen. Die weitere Reihung: Andy Murray (6), Diego Schwartzman (4), Alex de Minaur (2), Gael Monfils (1), Jannik Sinner (1) und Roger Federer (1).

Immer in Balance: Novak Djokovic
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Immer in Balance: Novak Djokovic

Beinarbeit: Novak Djokovic (SRB)

Grundlage für die beste Defensive sind nunmal die besten Beine. Also führt Novak Djokovic mit 65 Punkten auch in dieser Kategorie vor Rafael Nadal (31). Die 39-jährigen Beine tragen auch Roger Federer noch anerkannt gut (20 Punkte). Es folgen Dominic Thiem (14), Alex de Minaur (6), Gael Monfils (3), Diego Schwartzman (3), Andy Murray (2) und Daniil Medvedev (1).

Mentale Stärke: Rafael Nadal (ESP)

Auch in dieser Hinsicht stehen die beiden Weltranglisten-Führenden nach Ansicht des Panels weit über den Kollegen: Rafael Nadal kam auf 68 Punkte, Novak Djokovic auf 52. Auch Roger Federer (11) und Daniil Medvedev werden starke Nerven attestiert. Weiter geht es noch mit Dominic Thiem (6), Andy Murray (4) und Jannik Sinner (1).

Wenn es eng wird, ist auf Rafa immer Verlass
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Wenn es eng wird, ist auf Rafa immer Verlass

 

 

 

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