US Open: Ist Alcaraz' Comeback nur ein PR-Gag?
Carlos Alcaraz hat seine Rückkehr bei den US Open angekündigt. Kritiker vermuten hinter dieser Ankündigung einen reinen PR-Schachzug.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
23.08.2026, 20:54 Uhr

Carlos Alcaraz hat seit Mitte April kein Pflichtspiel mehr bestritten. Eine Handgelenksverletzung in Barcelona setzte den Spanier monatelang außer Gefecht. Nun will er ausgerechnet bei einem Grand Slam zurückkehren. Viel Zeit für eine Wettkampfvorbereitung blieb ihm dabei nicht: Zwischen seiner Rückkehr ins Training und dem Beginn des US Open lagen angeblich gerade einmal wenige Tage.
Der ehemalige Profispieler Greg Rusedski hält das für ein erhebliches Risiko. „Warum sollte man bei einer Handgelenksverletzung ausgerechnet mit Best-of-Five-Tennis zurückkommen?“, fragte der ehemalige Weltranglistenvierte in seinem Podcast Off Court.
Rusedski: „Ich wäre sehr überrascht“
Noch deutlicher wurde Rusedski bei der Frage nach Alcaraz' tatsächlichen Startabsichten. Er könne sich kaum vorstellen, dass der Spanier nach einer so langen Pause tatsächlich im Einzel antreten werde. „Ich hoffe, dass er gesund ist. Ich hoffe, dass er bei den US Open spielen kann. Aber ich bin mir nicht sicher, ob das die klügste Entscheidung ist – es sei denn, es ist einfach ein PR-Gag“, sagte Rusedski.
Das Mixed als perfekte Bühne
Seine Vermutung: Alcaraz könnte zwar offiziell seine Rückkehr verkünden, letztlich aber nur im Mixed-Doppel antreten. Dort steht ihm mit Serena Williams eine Partnerin zur Seite, die allein schon für enorme Aufmerksamkeit sorgt. Das Duo wird bereits vor dem Beginn des Einzel-Hauptfeldes gemeinsam auf dem Platz stehen und damit genau das liefern, was ein Comeback-Star braucht: Bilder, Schlagzeilen und maximale Aufmerksamkeit.
„Bei Ferrero hätte es das nicht gegeben“
Sportlich hält Rusedski das Mixed allerdings für keine ausreichende Vorbereitung auf die Titelverteidigung im Einzel. „Bei allem Respekt: Das ist doch kein richtiges Tennismatch“, spottete er über das Format. Im Einzel müsse Alcaraz den gesamten Platz abdecken und über fünf Sätze bestehen. Das sei eine völlig andere körperliche Belastung als im Mixed.
Bei einer Sache ist sich Rusedski allerdings sicher: „Wenn die ganze Comeback-Geschichte tatsächlich nur ein Gag ist, wäre das echt traurig. Ferrero hätte Alcaraz so eine Abgeschmacktheit niemals erlaubt. Ferrero hätte aber auch nicht zugelassen, dass Alcaraz spielt, wenn die Verletzung noch nicht komplett ausgeheilt ist. Das hätte er für ein unnötiges Risiko gehalten.“
