US Open: Diesen Abschied durch die Hintertür hat Stan Wawrinka nicht verdient
Stan Wawrinka hat keine Wildcard für die US Open erhalten. Das ist nicht nachvollziehbar, kommentiert Redakteur Nikolaus Fink.
von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet:
23.08.2026, 14:09 Uhr

Es waren Szenen, die im Januar um die Welt gingen: Stan Wawrinka schnappte sich nach seinem Drittrunden-Aus bei den Australian Open kurzerhand zwei Dosen Bier und stieß zum Abschied mit dem damaligen Turnierdirektor Craig Tiley an. In New York wird die Tenniswelt auf solche Bilder verzichten müssen.
Denn Wawrinka erhielt von den Veranstaltern - Tiley hatte in seiner neuen Rolle als CEO der USTA übrigens keinen Einfluss auf die Auswahl - keine Wildcard für die US Open. Und das, obwohl der Schweizer 2016 das Turnier gewonnen und vor einigen Wochen um eine Einladung angefragt hatte.
Wawrinka begeistert die Massen nach wie vor
Stattdessen gingen die Wildcards an Gael Monfils, Dane Sweeny, Michael Zheng, J.J. Wolf, Jack Kennedy, Sebastian Gorzny, Darwin Blanch und Patrick Kypson. Bei allem Respekt vor diesen Spielern: Dass für den dreifachen Grand-Slam-Sieger Wawrinka, der sich noch dazu in seinem letzten Karrierejahr befindet, kein Platz gefunden wurde, ist bei einem Blick auf dieses Aufgebot nicht nachzuvollziehen.
Nicht nur zu Jahresbeginn in Melbourne zeigte sich, dass Wawrinka die Massen nach wie vor zu begeistern weiß. Auch in Roland-Garros und in Wimbledon mutierten die Abschiedsvorstellungen des 41-Jährigen zu großen Tennisfesten. Ein Umstand, der wohl auch den US-amerikanischen Fans gefallen hätte.
Unrühmliches Ende
In den sozialen Medien regierte nach der finalen Entscheidung der US Open jedenfalls große Empörung. Ein offizielles Statement von Wawrinka gibt es bis dato nicht, laut "Blick" hatte der Schweizer in den vergangenen Tagen auf das grüne Licht aus New York gewartet. Eine Verletzung oder Absage des ehemaligen Weltranglistendritten soll demnach nicht vorliegen.
Und so müssen die US Open nun das unrühmliche Ende von Wawrinkas Grand-Slam-Karriere verantworten. Für die am Montag beginnende Qualifikation nannte der Routinier nämlich nicht. Was bleibt, ist also ein Abschied durch die Hintertür, den Wawrinka als einer der prägendsten Spieler dieses Jahrtausends definitiv nicht verdient hat.
