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"Verdammt nochmal": Becker stützt Profis im Preisgeldstreit

Boris Becker hält die Forderung der Tennisprofis nach einer höheren Beteiligung an den Einnahmen der French Open für gerechtfertigt.

von SID
zuletzt bearbeitet: 22.05.2026, 11:36 Uhr

© Getty Images
Boris Becker "kann die Spieler verstehen"

"Ich kann die Spieler verstehen. Eine Tenniskarriere kann morgen vorbei sein. Eine erfolgreiche Tenniskarriere dauert - mit wenigen Ausnahmen - nur ein paar Jahre", sagte der Eurosport-Experte in einer Medienrunde und fügte an: "Verdammt nochmal, wenn ihr so viel Geld verdient, gebt es doch als Preisgeld auch in den Anfangsrunden aus für Spieler, die das zum Überleben brauchen."

Der dreimalige Wimbledonchampion sieht die "Grand Slams in der Pflicht, da den Spielern nachzukommen". Mehrere Profis, darunter die Weltranglistenersten Jannik Sinner und Aryna Sabalenka, hatten zuletzt in einem Brief an die Veranstalter von Roland Garros ihre "tiefe Enttäuschung" über das geplante Preisgeld beim am Sonntag beginnenden Sandplatz-Highlight in Paris geäußert. Demnach steige der Anteil am Preisgeld nicht äquivalent zu den Einnahmen des Turniers.

Medienprotest angekündigt

Für Freitag kündigten mehrere Profis um Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev daher einen Medienprotest an: Sie wollen ihre Interviews nach 15 Minuten abbrechen und damit auf die "nur" 15-prozentige Gewinnbeteiligung aufmerksam machen.

Becker betonte, es sei falsch, die Spieler als "geldgierig" darzustellen und forderte eine differenzierte Sichtweise: "Was wollen die Spieler? Was ist das Angebot? Was verdient ein Grand Slam mit der Ausrichtung eines Tennisturniers? Und deswegen müssen die Spieler besser bezahlt werden."

Amélie Mauresmo, Turnierdirektorin in Roland Garros, erklärte am Donnerstag, in diesem Jahr nicht weiter mit den Spielern zu verhandeln. "Wir werden nicht nachgeben", sagte die frühere Weltranglistenerste, die zugab, dass sie die Situation belaste. Doch Mauresmo argumentiert: "Das Preisgeld hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt und ist in letzter Zeit auch noch deutlich gestiegen."

von SID

Freitag
22.05.2026, 13:35 Uhr
zuletzt bearbeitet: 22.05.2026, 11:36 Uhr