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"Vintage Struff" verzückt Becker: "Nein, ich liebe ihn"

Routinier Jan-Lennard Struff erlebt eine schwierige Saison. In Paris geht für den 36-Jährigen nach seinem starken Auftakt plötzlich ein Fenster auf.

von SID
zuletzt bearbeitet: 27.05.2026, 19:37 Uhr

Jan-Lennard Struff hat gegen Alexander Bublik großen Kampfgeist gezeigt
© Jürgen Hasenkopf
Jan-Lennard Struff hat gegen Alexander Bublik großen Kampfgeist gezeigt

Glücklich, aber auch schwer abgekämpft von seiner Hitzeschlacht hatte Jan-Lennard Struff am späten Abend in Paris noch ein Ziel: Ordentlich was essen und die völlig leeren Energiespeicher wieder auffüllen - das Angebot in der französischen Hauptstadt ist vielfältig.

Der Routinier, der mit seinem überraschenden 7:5, 6:7 (6:8), 6:4, 7:5-Erstrundensieg gegen Top-Ten-Spieler Alexander Bublik bei den French Open auch Boris Becker verzückte, hat beim Sandplatz-Highlight nach einer bislang ziemlich durchwachsenen Saison schließlich noch viel vor. "Ich habe Bock", sagte Struff - und startete in seinen Regenerations-Marathon.

"Wir tun unser Bestes. Ich habe nach dem Match ausgefahren, war jetzt im Eisbad", sagte Struff im ZDF zu seinem Erholungsprogramm: "Massage hatten wir schon." Er trinke zudem sehr viel in den "toughen Bedingungen" mit Temperaturen um 35 Grad im Schatten.

Struff in zweiter Saisonhälfte unter Druck

Gegen Bublik hatte der erfahrene Davis-Cup-Spieler zuvor sowohl der schwer fordernden Hitze als auch der Klasse des Vorjahres-Viertelfinalisten getrotzt und ein Stück weit den "vintage Struff" gezeigt, der in seiner Karriere immer wieder mal als Held aus der zweiten Reihe auftrumpfte. 2023 stürmte er auf Rang 21 der Weltrangliste vor und gewann vor zwei Jahren in München seinen bisher einzigen Titel auf der Tour.

Zuletzt war es aber sportlich stiller geworden um den Familienvater aus Warstein, der mangels Resultaten in der Weltrangliste zunehmend unter Druck gerät. Er hat in der zweiten Saisonhälfte viele Punkte zu verteidigen - unter anderem stand er vergangenes Jahr in der dritten Runde von Wimbledon und im Achtelfinale von New York. Ein Resultat wie 2019 und 2021 in Paris, als er jeweils das Achtelfinale erreichte, würde deutlich helfen.

Becker: “Ich liebe ihn!”

Der Anfang ist gemacht. Struff meisterte als einziger deutscher Profi im Herrenfeld neben dem am Mittwochabend geforderten Alexander Zverev seine erste Aufgabe und war sichtlich erleichtert, blieb aber wie immer betont bodenständig. Mit seiner unaufgeregten Art ist er seit jeher sehr beliebt in der Szene. "Wie authentisch ist denn der Struffi?", fragte Eurosport-Experte Becker nach Struffs Erfolg: "Nein, also ich liebe ihn. Und ich wünsche ihm auch für das nächste Match alles Gute."

Das wird Struff am Donnerstag vor eine völlig andere Aufgabe stellen - es geht gegen den portugiesischen Qualifikanten Jaime Faria, den er gut kennt. "Das ist ein sehr schwerer Gegner, mit dem ich letztes Jahr trainiert habe", sagte Struff: "Aber ich hoffe, ich kann den Schwung mitnehmen."

Hier das Einzel-Tableau in Roland-Garros

von SID

Mittwoch
27.05.2026, 21:30 Uhr
zuletzt bearbeitet: 27.05.2026, 19:37 Uhr