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Widerstand gegen die Coaching-Pläne bei den US Open

Ab diesem Jahr soll es nach Plänen der ITF und der USTA möglich sein, dass Coaches ihre Spieler bei den US Open von der Tribüne aus anleiten. Das gefällt vielen Mitgliedern der Tennisszene nicht.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 20.06.2019, 20:04 Uhr

Bei den US Open muss sich der Coach wohl bald nicht zur Spielerbank mühen
© Getty Images
Bei den US Open muss sich der Coach wohl bald nicht zur Spielerbank mühen

Die Szenen vom letztjährigen Damen-Finale bei den US Open sind jedem Tennisfan wohl nach wie vor präsent: Patrick Mouratoglou gibt seinem Schützling Serena Williams aus der Box heraus ein Zeichen, Schiedsrichter Carlos Ramos registriert dies - und spricht eine Verwarnung wegen Coachings aus. Danach eskaliert die Situation, Serena verliert Contenance und Match.

Letzteres kann natürlich jederzeit wieder passieren. Eine Bestrafung wegen unerlaubter Anweisungen von der Tribüne allerdings könnte schon bei den US Open 2019 der Vergangenheit angehören. Während der French Open haben die Verantwortlichen des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres nämlich ihre Pläne erläutert, Coaching während der Matches zuzulassen. Nicht nur bei den Junioren, sondern auch im Hauptfeld bei Damen und Herren.

Unterschiedliche Regelungen bei den Majors

Was in der Tennisszene nicht besonders gut ankommt, besonders diesseits des Atlantischen Ozeans. Dave Miley etwa, britischer Tennisfunktionär mit Ambitionen auf das Amt des ITF-Präsidenten, wird im Sunday Telegraph folgendermaßen zitiert: „Ich bin komplett gegen das On-Court-Coaching bei Junioren“, so Miley. „Man baut sich Fähigkeiten für das ganze Leben auf, wenn man junge SpielerInnen lehrt, unabhängig, widerstandsfähig, problemlösungsorientiert zu sein.“ Zu bedenken sei schließlich, dass sich nicht jede(r) SpielerIn einen Coach leisten könne, es käme also zu Wettbewerbsvor- oder -nachteilen.

Tim Henman, ehemaliger Top-Ten-Spieler, stößt ins selbe Horn. „Der Weltverband sollte unseren Sport schützen, stattdessen lassen sie schlechte Angewohnheiten schon bei Kindern einreißen, die noch nicht einmal das Tour-Level erreicht haben. Einer der wichtigsten Punkte im Tennis ist, dass es ein Eins-gegen-Eins-Sport ist.“ Er habe mit mehreren Profis gesprochen, mehr als 30, so Henman, und keiner hätte sich für das On-Court-Coaching ausgesprochen.

Auch vom Turnier in Wimbledon kam bereits eine Absage an die Ideen der US-Kollegen. Es wird aber angenommen, dass die Australian Open dem Beispiel aus Flushing Meadows folgen könnten.  Was letztendlich dazu führen könnte, dass es auch in dieser Hinsicht unterschiedliche Regelungen bei den vier Majors gibt. Wie auch jetzt schon bei der Frage, wie ein dritter Satz bei den Damen oder ein fünfter bei den Herren entschieden wird.

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von tennisnet.com

Donnerstag
20.06.2019, 21:28 Uhr
zuletzt bearbeitet: 20.06.2019, 20:04 Uhr