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Wimbledon 2026: "Bloß keine drei Wochen!" - Murray und Shelton warnen vor Traditionsbruch

Die Wimbledon-Organisatoren stehen vor einer Grundsatzfrage: Soll der älteste Grand Slam der Welt sein Format erweitern? Andy Murray bezieht klar Position gegen eine dritte Turnierwoche und bekommt Unterstützung von Ben Shelton.

von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet: 27.06.2026, 19:42 Uhr

Ben Shelton zeigt auf Rasen seine Athletik
© Getty Images
Ben Shelton zeigt auf Rasen seine Athletik

Der zweifache Wimbledon-Champion Andy Murray wird in diesem Jahr erstmals nach seinem Rücktritt als Coach nach London zurückkehren. An der Seite von Jack Draper erlebt Murray den Klassiker aus einer neuen Perspektive und bringt sich daneben auch gleich in die Debatte um die Zukunft des Turniers ein. Während etwa die Australian Open und die US Open nämlich mit zusätzlichen Eventtagen experimentieren, hält der Schotte eine Ausweitung auf drei Wochen nicht für den richtigen Weg.

„Es gibt keinen Ort zum Abschalten mehr“

Murray kritisiert vor allem die zunehmende Vermarktung rund um die Grand Slams. Mehr Tage mit mehr Zuschauern und mehr Kameras würden den Spielern weniger Rückzugsmöglichkeiten lassen. „Das ist das größte Turnier des Jahres, und wenn man eine zusätzliche Woche hinzufügt, gibt es noch weniger Möglichkeiten, abzuschalten“, erklärte Murray. Besonders wichtig sei, dass die Spieler weiterhin in Ruhe trainieren könnten. Der ehemalige Weltranglistenerste verglich die Situation mit anderen Profisportarten: Fußballmannschaften würden schließlich auch nicht jede Trainingseinheit für Fans und Kameras öffnen.

Shelton warnt vor Entscheidungen ohne Spieler

Auch Ben Shelton äußerte zuletzt Bedenken bezüglich der Entwicklung der Grand Slams. Der US-Amerikaner sieht die zunehmende Ausdehnung der Turniere kritisch und fordert mehr Einfluss der Spieler bei wichtigen Entscheidungen. Gerade bei den US Open habe sich ihm zuletzt der Eindruck aufgedrängt, dass das Event mittlerweile praktisch drei Wochen dauere. Für Shelton geht es dabei um die Frage, wie viel Belastung den Spielern zugemutet werden kann.

Wimbledon zwischen Tradition und Geschäft

Die Organisatoren stehen damit vor einem Balanceakt: Einerseits locken zusätzliche Events neue Zuschauer und Einnahmen, andererseits lebt Wimbledon wie kaum ein anderes Turnier von seiner Geschichte und seinem besonderen Flair. Für Murray und Shelton ist klar: Der Reiz von Wimbledon liegt in erster Linie darin, anders zu bleiben als alle anderen Turniere.

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von Isabella Walser-Bürgler

Sonntag
28.06.2026, 08:02 Uhr
zuletzt bearbeitet: 27.06.2026, 19:42 Uhr

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