Wimbledon: Fragen und Antworten zum Tennis-Klassiker
Am Montag beginnt der Klassiker Wimbledon. Nach seinem ersten Grand-Slam-Triumph will Alexander Zverev auch an der Church Road glänzen, zudem kehrt mit Serena Williams eine Ikone des Sports auf den "heiligen Rasen" zurück.
von SID
zuletzt bearbeitet:
25.06.2026, 19:00 Uhr

Was steht an?
Im Londoner Stadtteil SW19 gehen zum 139. Mal die "Championships" über die Bühne. Wimbledon ist für viele Tennisfans das Highlight schlechthin und gilt als ältestes und prestigeträchtigstes Turnier im Kalender. Ab Montag geht es in betont traditioneller Atmosphäre an der Church Road um ein Rekordpreisgeld in Höhe von 64,2 Millionen Pfund (rund 74,3 Millionen Euro) - was nicht alle zufriedenstellt.
Warum nicht?
Der Streit um das Preisgeld geht auch auf der Insel weiter. Die Ankündigung der Erhöhung sei eine "bedeutungsvolle Absichtserklärung", hieß es am Mittwoch in einem neuen Statement, die Spielerinnen und Spieler wiesen jedoch darauf hin, dass dies immer noch nicht den 16 Prozent der Turniereinnahmen entspreche, die sie in diesem Jahr von allen Grand Slams fordern. Daher wollen einige Tennisprofis in der ersten Woche ihre vertraglich vereinbarten Medienverpflichtungen auf 15 Minuten beschränken, um zu protestieren. Bei den French Open hatte sich die Aktion lediglich auf den Medientag vor Beginn des Turniers beschränkt.
Schnappt sich Alexander Zverev seinen nächsten Grand-Slam-Titel?
Die Jagd nach dem ersten Major-Triumph ist seit den French Open vorbei, der Hamburger spielt mit einer neuen "Freiheit". Doch in London tat sich der Tokio-Olympiasieger bislang immer schwer. Spätestens im Achtelfinale war Schluss, im vergangenen Jahr scheiterte er sogar in Runde eins. Beim Heimspiel in Halle zeigte Zverev im Vorfeld gute Auftritte, bis ihn eine Fehlfunktion seines Insulinsensors sowie Rückenprobleme im Halbfinale gegen Taylor Fritz stoppten. "Ich habe ihn noch nie so stark auf Rasen gesehen wie jetzt in Halle", sagte der dreimalige Wimbledon-Champion Boris Becker im Podcast mit Andrea Petkovic: “Lernt er jetzt noch mit 29 Jahren auf Rasen Tennis spielen?”
Wer sind die Favoriten bei den Männern?
In seiner aktuellen Form muss sich Zverev nicht verstecken, ganz oben auf der Liste der Sieganwärter steht aber ein anderer Name: Titelverteidiger Jannik Sinner ist Topfavorit auf seinen nächsten Triumph in London. In Abwesenheit von Carlos Alcaraz, der weiter verletzt fehlt, ist der italienische Weltranglistenerste der Spieler, den es zu schlagen gilt - auch wenn er seit seinem sensationellen Aus in Runde zwei der French Open kein offizielles Match mehr bestritten hat. Beim Einladungsturnier im Londoner Hurlingham Club meldete er sich am Mittwoch mit einem Zweisatz-Sieg über Cameron Norrie auf der Tennisbühne zurück. "Es war toll", sagte Sinner, er hoffe trotz der heißen Bedingungen auf seine Bestform in Wimbledon. In Sinners Schatten wittert der siebenmalige Turniersieger Novak Djokovic seine Chance auf den achten Erfolg.
Bei den Frauen?
Hier ist die Rollenverteilung weniger klar. Die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka will nach ihrer persönlichen Enttäuschung in Paris endlich den großen Erfolg in London, Iga Switek und Jelena Rybakina ihren zweiten Titel. Auch French-Open-Siegerin Mirra Andrejewa geht nach ihrem ersten Major-Triumph mit viel Rückenwind in das Turnier. Und dann wäre da noch der X-Faktor Serena Williams.
Ist die 23-malige Grand-Slam-Siegerin konkurrenzfähig?
Wenige Wochen nach ihrem Comeback startet Williams dank Wildcards im Einzel sowie im Doppel an der Seite ihrer Schwester Venus. Im stolzen Alter von 44 Jahren. Bei ihren Doppelauftritten im Londoner Queen's Club und in Berlin blitzten Ansätze ihrer einstigen, außergewöhnlichen Qualitäten auf. Dass sie aber die Matchfitness mitbringt, um im Einzel zu bestehen, wird sie beweisen müssen.
Und was machen die anderen Deutschen?
Neben Zverev stehen Yannick Hanfmann, Jan-Lennard Struff und Daniel Altmaier im Hauptfeld. Letzterer überzeugte zuletzt auf Rasen, stand wie Zverev im Halbfinale von Halle. Doch in London wird wohl wieder die Nummer drei der Welt die deutsche Flagge hochhalten müssen. Bei den Frauen will die Vorjahres-Viertelfinalistin Laura Siegemund erneut einen Erfolgslauf starten, Rasenexpertin Tatjana Maria, 2022 im Halbfinale, nach ihrem Sturz aus den Top 100 der Weltrangliste wieder an bessere Zeiten anknüpfen. Zudem sind Hoffnungsträgerin Eva Lys, Ella Seidel und Tamara Korpatsch dabei.
