Wimbledon 2026: Furioser Dimitrov nimmt Youngster Mensik raus
In einem spektakulären und hochklassigen Zweitrunden-Match besiegte der Bulgare Grigor Dimotrov den an Position 15 geführten Tschechen Jakub Mensik in vier Sätzen und bedankte sich mit einer furiosen Leistung für die Wildcard durch die Veranstalter.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
02.07.2026, 22:38 Uhr

So langsam entschädigt sich Grigor Dimitrov in Wimbledon immer mehr für seine bitteres Aus im Vorjahr, als er im Achtelfinale gegen den späteren Champion Jannik Sinner bei einer 2:0-Satzführung wegen einer Brustmuskel-Verletzung aufgeben musste.
Doch zu Beginn seiner Zweitrunden-Begegnung gegen den Tschechen Jakub Mensik waren seitens des Bulgaren erst einmal gewaltige Steher-Qualitäten gefragt. Insgesamt sieben Break-Möglichkeiten, drei davon beim Stand von 4:5 als Satzbälle, musste er abwehren, ehe er sich ohne eigene Chance auf ein Break in den Tiebreak kämpfen konnte. Und auch dort lag der 35-Jährige erst mit 1:4 im Hintertreffen, ehe er mit spektakulären Schlägen den ersten Durchgang doch noch ziehen konnte.
Der zweite Durchgang verlief mit Chancen auf beiden Seiten auf Augenhöhe, ehe sich Mensik beim Stand von 5:4 bei Aufschlag seines Gegners mehrere Satzbälle erarbeiten konnte. Zwar musste der Tscheche erst drei laufende Möglichkeiten verstreichen lassen, packte dann aber bei seiner vierten Chance zum Satzgleichstand zu. Auch im dritten Akt gaben sich beide Spieler bei eigenem Aufschlag lange keine Blöße, ehe sich Dimitrov bei 6:5 in Position brachte und die erneute Satzführung per Doppelfehler von seinem 20-jährigen Gegner serviert bekam.
Als sich im vierten Satz nach einer schnellen 2:0-Führung von Mensik der Gang über die volle Distanz andeutete, steigerte sich Dimitrov und spielte sich dabei in einen wahren Rausch. Mit einem Gewinnschlag durch seine spektakuläre einhändige Rückhand holte sich der Routinier das Break zurück und drängte auf die schnelle Entscheidung. Mit einem giftigen Rückhand-Slice packte der ehemalige Weltranglisten-3. erneut zu und servierte anschließend beim Stand von 5:3 zum Matchgewinn. Auch dort bekamen die Zuschauer noch einmal etwas Drama geboten, indem Dimitrov noch einen Breakball abwehren musste, ehe er dann aber wieder die Kurve bekam und mit einem krachenden Vorhand-Winner den 7:6 (5), 4:6, 7:5, 6:3-Erfolg nach 3:26 Stunden besiegelte. In der dritten Runde wartet auf den Weltranglisten-146., der nur aufgrund einer Wildcard im Hauptfeld starten durfte, der Italiener Matteo Berrettini, der in vier Sätzen den Franzosen Arthur Fils aus dem Wettbewerb nehmen konnte.
Tiafoe kommt ins Rollen
Zumindest noch etwas deutsche Beteiligung war im letzten Match des Tages auf dem Court No. 2 geboten, wo der in Koblenz geborene, inzwischen aber für Großbritannien startende Jan Choinski dem US-Amerikaner Frances Tiafoe gegenüberstand.
Und der 30-jährige Choinski startete mit der Unterstützung des Heimpublikums hochmotiviert in die Partie und war von Beginn an mehr am Drücker. Erst konnte er im Verlauf des ersten Durchgangs fünf Break-Chancen nicht nutzen, ehe er sich beim Stand von 5:4 weitere Möglichkeiten erarbeitete und bei seinem sechsten Satzball endlich zupacken konnte.
Im zweiten Akt schien Choinski etwas sein Pulver verschossen zu haben, wodurch der 28-jährige Tiafoe immer besser ins Spiel kam und seine Qualitäten auf Rasen immer besser unter Beweis stellen konnte. Nach dem schnellen Satzausgleich raffte sich der auf Weltranglistenposition 100 geführte Choinski noch einmal auf, agierte lange auf Augenhöhe und erkämpfte sich sogar die erste Break-Möglichkeit im Durchgang. Dennoch musste er sein Service zum 5:6 vorentscheidend abgeben und anschließend den Satzrückstand hinnehmen.
Im dritten Durchgang spielte Tiafoe seine ganze Routine aus und ließ keinen Zweifel mehr aufkommen. Nach einer schnellen 2:0-Führung war der Weltranglisten-19. nicht mehr zu stoppen und besiegelte mit seinem ersten Matchball den 4:6, 6:2, 7:5, 6:2-Erfolg nach knapp drei Stunden. In der dritten Runde bekommt es der US-amerikanische Davis-Cup-Spieler mit dem an Nr. 10 gesetzten Kasachen Alexander Bublik zu tun, der den französischen Qualifikanten Kyrian Jacquet in drei Sätzen bezwingen konnte.
Hier das Einzel-Tableau der Herren aus Wimbledon
