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Wimbledon: Becker gegen Stich, Kerber gegen Lisicki - Die größten deutschen Duelle

Deutsche Erfolge sind seit Boris Becker in Wimbledon keine Seltenheit mehr, deutsche Duelle in den späten Runden des Turniers sehr wohl. Vor dem Match zwischen Jule Niemeier (Dortmund) und Tatjana Maria (Bad Saulgau) gab es in der Open Era (seit 1968) nur zwei weitere deutsche Viertelfinals - und ein legendäres Endspiel.

von SID
zuletzt bearbeitet: 04.07.2022, 17:14 Uhr

Michael Stich und Boris Becker sind sich in Wimbledon zwei Mal begegnet
© Getty Images
Michael Stich und Boris Becker sind sich in Wimbledon zwei Mal begegnet

1991, Finale: Michael Stich - Boris Becker 6:4, 7:6, 6:4

Die Mutter aller deutschen Duelle in Wimbledon. Das Finale zwischen dem kühlen Elmshorner und dem feurigen Leimener. Die Sympathien waren klar auf Beckers Seite. Und was konnte für seine Fans schon schiefgehen? Wer, wenn nicht der dreimalige Champion, der zum sechsten Mal in sieben Jahren im Finale stand, sollte den Titel holen?

Das Ergebnis ist bekannt. Becker jammerte: "Ich mag nicht mehr." Becker greinte: "Rüber, rüber!" Becker verzweifelte: "Wimbledonfinale, und ich spiele mein schlechtestes Tennis." Und Stich? Blieb norddeutsch cool - auch als Schiedsrichter John Bryson aus alter Gewohnheit sagte: "Game, Set, Match Becker."

1993, Viertelfinale: Becker - Stich 7:5, 6:7, 6:7, 6:2, 6:4

Zwei Jahre später, gleiches Duell, gleiches Ende ("Game, Set, Match Becker"), aber ein anderer Sieger - und endlich Dramatik im Duell der ungleichen Rasenliebhaber. Vor dem ersten Aufschlag hatte Stich über das Aufeinandertreffen noch gespottet: "Wahrscheinlich wird unser Match langweilig werden. Alle Matches, die wir gegeneinander gespielt haben, waren immer einfach für den einen oder anderen."

Dieses nicht, dieses wurde zum Drama, angeheizt durch das Finale 1991 und Stich selbst, der, nun ja, stichelte. Becker sei aber mehr der Spieler von früher, "man kann sich die Ergebnisbücher anschauen. Darüber gibt es keinen Zweifel." Doch reizen, das sollte Stich feststellen, sollte man Becker damals lieber nicht. Nicht in Wimbledon. Später sprach er von einem der besten Matches, die er in Wimbledon je gespielt habe. Becker hatte seine Revanche bekommen.

2012, Halbfinale: Angelique Kerber - Sabine Lisicki 6:3, 6:7, 7:5

Steffi Graf hatte siebenmal in Wimbledon triumphiert - und die eine oder andere gute deutsche Tennisspielerin gab es damals schon, die Graf mindestens ins Viertelfinale hätte folgen können. Doch das erste und bis Dienstag einzige deutsche Duell im Wimbledon-Viertelfinale oder den Runden danach fand vor zehn Jahren statt.

Eine Favoritin war damals kaum auszumachen, Lisicki stand zum dritten Mal in der zweiten Woche von Wimbledon, Kerber erstmals. Doch die hatte 2011 ihren Durchbruch mit dem Halbfinale bei den US Open erlebt. Es wurde ein Krimi, bei dem Lisicki drei Matchbälle im zweiten Satz abwehrte, im dritten Durchgang 5:3 führte und das Match doch noch aus der Hand gab. "Ein Wahnsinnskampf", befand Barbara Rittner, damals wie heute Bundestrainerin.

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Montag
04.07.2022, 17:23 Uhr
zuletzt bearbeitet: 04.07.2022, 17:14 Uhr